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Babimost

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Vorlage:Infobox Ort in Polen

Babimost [[[:Vorlage:IPA]]] (deutsch Bomst) ist eine Kleinstadt im Powiat Zielonogórski der Woiwodschaft Lebus in Polen. Sie ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Stadt- und Landgemeinde mit etwa 6250 Einwohnern.

Geographische Lage

Die Stadt liegt in der historischen Region Großpolen an dem Flüsschen Faule Obra, etwa 20 Kilometer nordöstlich der Stadt Züllichau (Sulechów) und 75 Kilometer westlich der Stadt Posen.

Datei:Ratusz w Babimoście.jpg
Rathaus
Datei:Posen 1905.png
Bomst nordöstlich der Stadt Züllichau und westsüdwestlich der Stadt Posen auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung).

Geschichte

Datei:Augusthoehe Bomst Sammlung Duncker.jpg
Schloss Augusthöhe Bomst

Bomst entstand vermutlich um 1000 an einer Furt durch die Faule Obra als Siedlung um eine Befestigungsanlage. Bis 1307 befand sich der Ort im Besitz der pommerschen Adelssippe der Swenzonen<ref name="HW">Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 272–273.</ref>. Im Jahre 1319 kam die Stadt zu Brandenburg, 1329 an den schlesischen Herzog Heinrich den Getreuen von Glogau, der sich 1335 König Johann von Böhmen unterordnete.<ref name="HW" /> Władysław II. Jagiełło, polnischer König seit 1386, gab ihr vor 1397 Magdeburger Recht. 1530 erneuerte Sigismund der Alte die Stadtrechte nach dem Vorbild der Stadt Posen. Neben der regelmäßigen Altstadt wurde 1652 durch schlesische Exulanten die Neustadt gegründet, die schnell zum größten Stadtteil anwuchs.

Im Zweiten Nordischen Krieg wurde Bomst 1656 von einem schwedischen Heer ausgeraubt und zerstört. Die Schweden verbrannten den Pfarrer und den Vikar auf einem Scheiterhaufen. Im 18. Jahrhundert wurde die Synagoge wieder errichtet. 1782 wurde die erste protestantische Kirche errichtet. Im Jahre 1793 kam Bomst zu Preußen. Die Einwohner lebten von der Tuch- und Schuhmacherei und vor allem vom Hopfen- und Weinanbau (Bomst war bis zum Zweiten Weltkrieg nördlichster Weinort Deutschlands<ref>Gundolf Keil: Robert Koch (1843–1910). Ein Essai. In: Medizinhistorische Mitteilungen. Zeitschrift für Wissenschaftsgeschichte und Fachprosaforschung. Band 36/37, 2017/2018 (2021), S. 73–109, hier: S. 73.</ref>).

Um 1935 hatte Bomst unter anderem zwei Hotels, neun Gasthöfe und Restaurants, zwei Sparkassen-Niederlassungen, eine Branntweinbrennerei, ein Holzsägewerk, zwei Maschinenbauanstalten, fünf Mühlen, drei Ofenfabriken, eine Zementwarenfabrik und zahlreiche Einzelhändler, Dienstleister, Handelsvertretungen sowie Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe.<ref>Klockhaus' kaufmännisches Handels- und Gewerbe-Adressbuch des Deutschen Reichs für Industrie, Handwerk, Handel und Gewerbe, Band 1 B, Berlin 1935, 2. Teil, Provinz Ober-Schlesien, S. 1935 (Google Books).</ref>

Zwischen 1818 und 1938 war Bomst (mit Unterbrechungen) Sitz des Landkreises Bomst. Bis 1945 war die Stadt dem Landkreis Züllichau-Schwiebus im Regierungsbezirk Frankfurt der preußischen Provinz Brandenburg des Deutschen Reichs angegliedert.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Bomst im Februar 1945 bei Kämpfen der Wehrmacht mit der Roten Armee zu 35 Prozent zerstört. Die Stadt wurde von der Roten Armee besetzt und nach Beendigung der Kampfhandlungen von der Sowjetunion der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. Es begann danach die allmähliche Zuwanderung von Polen. Soweit die deutschen Einwohner nicht geflohen waren, wurden sie in der Folgezeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde aus Bomst vertrieben.

1945 bis 1950 war der Ort wieder Kreisstadt. Die Einwohnerzahl erhöhte sich nach dem Krieg: 1946 lebten 1284 Menschen hier, 1957 waren es schon 2100.

Baulichkeiten

  • Katholische St.-Laurentius-Kirche, erbaut von 1730 bis 1740 im spätbarocken Stil anstelle eines 1728 angebrannten Vorgängerbaus. Ein Brand im Jahr 1832 zerstörte die barocken Türme, die 1888 in klassizistischen Formen wieder aufgebaut wurden.
  • Evangelische Kirche, erbaut von 1782 bis 1789 in spätbarocken Formen, seit 1945 ungenutzt
  • Friedhofskapelle St. Jacek, erbaut 1740, erneuert 1850
  • Rathaus, errichtet Anfang des 19. Jahrhunderts im klassizistischen Stil

Demographie

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1800 1412 zum Teil Polen<ref name="HW" />
1803 1466 Stadt, mit Hopfenbau<ref name="AAM" >Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 5: T–Z, Halle 1823, S. 256–263, Ziffer 78 (Google Books).</ref>
1816 1694 davon 688 Evangelische, 668 Katholiken und 338 Juden,<ref name="AAM" /> nach anderen Angaben 1697 Einwohner<ref name="HW" />
1818 1722 Stadt mit Waldvorwerk und Forsthaus, davon 1649 im Stadtbezirk und 73 im adligen Vorwerk Schloss Bomst<ref>Alexander August Mützell, Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats. Band 1: A–F. Halle 1821, S. 146, Ziffer 3698–3699 (Google Books).</ref>
1821 1969 Stadt mit 286 Privatwohnhäusern<ref name="AAM" />
1832 2016 Kreisstadt, mit drei Kirchen und 297 Häusern, Hopfen- und Obstbau, Tuchmacherei, Schuhherstellung, vier Kram- und Viehmärkten; auch sind Weinberge in der Nähe der Stadt; dazu die Vorwerke Schloss Bomst mit sieben Häusern und 48 Einwohnern, Alt Bergvorwerk, Laske und die Wassermühle Hammermühle<ref>Georg Friedrich Krause: Handbuch zu dem Atlas von Preußen in 27 Karten; oder: geographisch-statistisch-topographische Beschreibung der preußischen Mönarchie. Zweite Hälfte: Verzeichniß sämmtlicher Städte, Flecken, Dörfer, Weiler, Vorwerke etc. der Monarchie. Band I: A – E, Müller, Erfurt 1835, S. 341–342 (Google Books).</ref>
1843 2278 <ref name="HW" />
1852 2449 am Jahresende<ref>Uebersicht des Flächenraums und der Einwohnerzahl des Preussisches Staates, und Alphabetisches Verzeichniss der Städte in demselben, mit Angabe der Civil-Einwohnerzahl am Schlusse des Jahres 1852. Decker, Berlin 1854, S. 10 (Google Books).</ref>
1861 2323 <ref name="HW" />
1867 2290 am 3. Dezember<ref name="StatBüro" />
1871 2273 darunter 1060 Evangelische, 1010 Katholiken, 200 Juden (200 Polen);<ref name="Neumann" > Gustav Neumann: Geographie des Preußischen Staats. 2. Auflage, Band 2, Berlin 1874, S. 1445–145, Ziffer 3.</ref> nach anderen Angaben 2272 Einwohner, davon 1070 Evangelische, 1042 Katholiken, 160 Juden<ref name="StatBüro" >Königliches Statistisches Büro: Die Gemeinden und Gutsbezirke des preussischen Staates und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. Dezember 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Teil IV: Die Provinz Posen, Berlin 1874, S. 96–97, Ziffer 1 (Digitalisat, S. 103–104).</ref>
1875 2184 <ref name="MR">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
1880 2179 <ref name="MR" />
1890 2141 davon 972 Evangelische, 1079 Katholiken und 90 Juden (200 Polen)<ref name="MR" />
1900 2123 meist Katholiken<ref name="Meyers">Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 3, Leipzig/Wien 1905, S. 192.</ref>
1910 1886 ohne den Gutsbezirk Bomst (193 Einwohner), Stadt mit einer evangelischen und einer katholischen Pfarrkirche<ref name="mgaz" >Bomst, Stadt, an der Faulen Obra, Kreis Bomst, Regierungsbezirk Posen, Provinz Posen, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Bomst (meyersgaz.org).</ref><ref>Vorlage:Internetquelle

</ref>

1933 1803 <ref name="MR" />
1939 2191 <ref name="MR" />

Partnerschaften

  • Neuruppin, Deutschland
  • Amt Döbern-Land, Spree-Neiße-Kreis in Deutschland
  • Die Stadt- und Landgemeinde unterhält eine Partnerschaft mit der brandenburgischen Gemeinde Felixsee.

Gemeinde

Babimost bildet eine Stadt-und-Land-Gemeinde (gmina miejsko-wiejska) mit etwa 6250 Bewohnern auf 93 km². Vorlage:Hauptartikel

Persönlichkeiten

  • Gustav Kalixt von Biron, Herzog von Kurland (1780–1821), preußischer Generalleutnant
  • Jan Gładysz (1762–1830), polnischer Maler
  • Emil Pfitzner (1837–1896), Pastor, Hofprediger, Konsistorialrat und Historiker

Literatur

  • Bomst, Stadt, an der Faulen Obra, Kreis Bomst, Regierungsbezirk Posen, Provinz Posen, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Bomst (meyersgaz.org).
  • Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 272–273 (Google Books).

Weblinks

Vorlage:Commonscat

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Normdaten