Bab al-Aziziya
Bab al-Aziziya (arabisch باب العزيزية, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value); „Tor der Macht“, im Volksmund auch Schloss der Angst,<ref name="NZZSchloss"/> Burg der Furcht oder Festung der Furcht<ref name="FAZBurg"/>) ist ein ehemals militärischer Komplex im Süden von Tripolis. Es galt als das militärische Kommando- und Kontrollzentrum von Muammar al-Gaddafis Truppen.<ref name="Umstände"/> Außerdem lebten al-Gaddafi und seine Familie auf dem Gelände.<ref name="FAZKrieg"/>
1986 griffen es Bomber der Streitkräfte der Vereinigten Staaten im Rahmen der Operation El Dorado Canyon an.
Später wurde der Komplex im Bürgerkrieg in Libyen Ziel von massiven Angriffen im Zuge des internationalen Militäreinsatzes in Libyen, bis er schließlich am 23. August 2011 von Einheiten der Libyschen Nationalen Befreiungsarmee erobert wurde.
In der Zeit danach entwickelte er sich zu einem beliebten Ziel für Familienausflüge.
Aufbau
Das Gelände umfasst sechs Quadratkilometer und besteht aus Kasernen, Wohnräumen und einer Festung.
Auf dem Gelände befand sich das Zelt von Muammar al-Gaddafi, in dem er offizielle Gäste empfing.<ref name="Umstände"/> Dieses wurde allerdings durch die Angriffe der NATO im Bürgerkrieg 2011 schwer beschädigt.<ref name="FAZBurg"/>
Bab al-Aziziya ist mit weitläufigen Tunnelsystemen ausgestattet. So gibt es Tunnel die:
- Zu einem ehemaligen Wohnhaus von As-Saadi al-Qaddhafi führen.<ref name="NZZSchloss"/>
- vier Kilometer in den Stadtteil Abu Salim führen, wo sich das Abu-Salim-Gefängnis befindet.<ref name="FAZBurg"/>
Geschichte
Operation El Dorado Canyon
In der Nacht vom 14. auf den 15. April 1986 waren die Einrichtungen auf dem Gelände das Hauptziel der durchgeführten Operation El Dorado Canyon. Auf Bab al-Aziziya wurden 13 Angriffe geflogen. Dabei wurde Chamis al-Gaddafi im Alter von zwei Jahren am Kopf verletzt.<ref name="Greenwood"/>
Bürgerkrieg 2011
Es gab widersprüchliche Meldungen über den Tod von Chamis al-Gaddafi durch einen desertierenden Piloten der regulären libyschen Luftstreitkräfte.<ref name="Attacken"/><ref name="Appell"/>
Mehrfach gab es Raketen- und Luftangriffe der Internationalen Truppen auf das Gelände<ref name="Umstände"/><ref name="Langer"/>, die teils Gaddafi persönlich gegolten haben sollen,<ref name="NZZAnschlag"/> was die NATO dementierte.<ref name="NZZKommando"/> Im Zuge dessen sollen mehrere Familienmitglieder al-Gaddafis getötet worden sein. Ende August wurde das Gelände schließlich von den Rebellen erobert.<ref name="FAZGegenwehr"/>
Angriffe auf Bab al-Aziziya:
| Datum | Beschreibung | Quellen |
|---|---|---|
| 20. März | Ein Kampfflugzeug eines desertierenden Piloten der regulären libyschen Luftstreitkräfte soll von diesem absichtlich auf ein Gebäude des Komplexes gestürzt worden sein. Dabei sei Chamis al-Gaddafi, ein Sohn al-Gaddafis, getötet worden was die Regierung aber dementierte. | <ref name="Attacken"/> |
| 20. März | Ein Gebäude, fünfzig Meter von al-Gaddafis Zelt entfernt, wurde im Zuge des Absturzes von einer Rakete getroffen und zerstört. Laut der libyschen Regierung habe es sich um die Privaträume al-Gaddafis gehandelt, laut einem Vertreter der Koalition um das militärische Kommando- und Kontrollzentrum. | <ref name="Umstände"/> |
| 14. April | Ein Luftangriff auf das Gelände erfolgte. | <ref name="Langer"/> |
| 24. und 25. April | Mehrere Raketen der NATO trafen das Gelände. Dabei wurde ein mehrstöckiges Gebäude, das als Bibliothek und Büro benutzt wurde, zerstört und eine Eingangshalle schwer beschädigt. Die Libysche Regierung wertete den Angriff als Anschlag auf das Leben von al-Gaddafi. Ein Sprecher der NATO widersprach dem mit der Erklärung, der Angriff habe den Kommandozentralen auf dem Gelände und nicht al-Gaddafi persönlich gegolten. | <ref name="NZZAnschlag"/><ref name="NZZKommando"/> |
| 1. Mai | Ein Gebäude wurde das Ziel eines Luftangriffes. Das Ziel war laut NATO ein „Kommando- und Kontrollgebäude“. Dabei sollen laut libyscher Regierung Saif al-Arab al-Gaddafi, der zweitjüngste Sohn und drei Enkelsöhne al-Gaddafis ums Leben gekommen sein. Al-Gaddafi und seine Frau sollen sich ebenfalls in dem Gebäude aufgehalten haben, seien aber unverletzt. | <ref name="NZZSohn"/> |
| Nacht vom 9. auf den 10. Mai | Angriffe der Nato erfolgten. Zwei Explosionen erschütterten das Gelände. | <ref name="FAZLuftangriffe"/> |
| Nacht vom 23. auf den 24. Mai zwischen 1.00 Uhr und 1.30 Uhr | In der Umgebung waren 15 schwere Explosionen zu hören. Die libysche Regierung sprach von drei Toten und 150 Verletzten. Die Nato bestätigte den Angriff und gab als Ziel einen Fahrzeugpark in Bab al-Aziziya an, von dem zuvor Lenkwaffen abgeschossen worden seien. | <ref name="TAZAngriffe"/> |
| 7. Juni | Die bis dahin schwersten Luftangriffe auf das Gelände erfolgten. Augenzeugen berichteten von 25 Luftangriffen auf Ziele am Stützpunkt an diesem Tag. | <ref name="FRerobern"/> |
| Morgen des 16. Juni | Eine heftige Explosion erschütterte das Gelände. | <ref name="NZZExplosionen "/> |
| 22. August bis 25. August | Es kam zu schweren Gefechten von Bodentruppen rund um Bab al-Aziziya. Am 23. August eroberten die Rebellen große Teile von Bab al-Aziziya. Den dort vermuteten Muammar al-Gaddafi fanden sie jedoch nicht. Auch zwei Tage danach, befanden sich allerdings immer noch Regierungssoldaten in dem Komplex und leisteten Widerstand. |
Nach den Kämpfen
Bis Mitte September ebbten die Kämpfe ab. Seither entwickelte sich der Komplex zur Attraktion und wurde ein beliebtes Ziel für Wochenendausflüge.<ref name="NZZSchloss"/><ref name="FAZBurg"/>
Im Oktober 2011 begannen die Abrissarbeiten für den Komplex. Die Mauern wurden planiert und viele Häuser abgerissen. In einigen der noch stehengebliebenen Häuser zogen Familien ein. Jeden Freitag findet ein Markt auf dem Gelände statt.<ref name="FRLand">Thomas Schmid: Befreites Land. In: Frankfurter Rundschau. 21. Oktober 2011, abgerufen am 24. Oktober 2011.</ref>
Gefängnis
Nach der Aussage ihrer Eltern wurde die libysche Rechtsanwältin Iman al-Obeidi in Bab al-Aziziya festgehalten.<ref name="JazThugs"/>
Weblinks
- Isabelle Imhof: Bomben auf Ghadhafi. Vor 25 Jahren wollte Ronald Reagan Libyens Machthaber ausschalten. In: Neue Zürcher Zeitung. 14. April 2011, abgerufen am 14. April 2011 (Analyse der Auswirkungen der „Operation El Dorado Canyon“; inklusive eines Luftbilds von Bab al-Aziziya).
- Ghadhafis geheime Unterwelt. Rebellen bestaunen erobertes Tunnelnetz. In: Neue Zürcher Zeitung. 26. August 2011, abgerufen am 26. August 2011 (Bericht über die Erkundung von Bab al-Aziziya nach der Eroberung durch die Rebellen).
Einzelnachweise
<references> <ref name="NZZSchloss"> Astrid Frefel: Wochenendausflug ins «Schloss der Angst». In: Neue Zürcher Zeitung. 13. September 2011, abgerufen am 13. September 2011. </ref> <ref name="Umstände"> „Hängt von Umständen ab“. In: ORF. 21. März 2011, abgerufen am 21. März 2011. </ref> <ref name="FAZKrieg"> Gaddafi droht mit „langem Krieg“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 21. März 2011, abgerufen am 21. März 2011. </ref> <ref name="Greenwood"> David A. Copeland: The Greenwood Library of American War Reporting: The Vietnam War & post-Vietnam conflicts. Greenwood Press, Westport, Conn., 2005, ISBN 978-0-313-32930-2, S. 346 </ref> <ref name="Attacken"> Weitere Attacken Gaddafis gegen Rebellen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 22. März 2011, abgerufen am 23. März 2011. </ref> <ref name="Appell"> Neuer Al-Gaddafi-Appell. In: ORF. 29. März 2011, abgerufen am 29. März 2011. </ref> <ref name="Langer"> Einsatz in Libyen Nato nennt Bedingungen für Ende der Luftschläge. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 14. April 2011, abgerufen am 14. April 2011. </ref> <ref name="NZZAnschlag"> Regime wertet Luftangriff als Anschlag auf Ghadhafi. In: Neue Zürcher Zeitung. 25. April 2011, abgerufen am 26. April 2011. </ref> <ref name="NZZKommando"> Ghadhafis Quartier weiterhin im Visier. In: Neue Zürcher Zeitung. 27. April 2011, abgerufen am 27. April 2011. </ref> <ref name="NZZSohn"> Ghadhafis zweitjüngster Sohn bei Nato-Luftschlag getötet. In: Neue Zürcher Zeitung. 1. Mai 2011, abgerufen am 1. Mai 2011. </ref> <ref name="FRerobern"> Rebellen wollen Tripolis erobern. In: Frankfurter Rundschau. 8. Juni 2011, abgerufen am 8. Juni 2011. </ref> <ref name="ORFLang"> „Lang lebe das freie Libyen!“ In: ORF. 22. August 2011, abgerufen am 22. August 2011. </ref> <ref name="FAZGegenwehr"> Heftige Gegenwehr der Gaddafi-Truppen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 25. August 2011, abgerufen am 26. August 2011. </ref> <ref name="JazThugs"> Leela Jacinto: Rape of Iman Al-Obaidi Is Rape of Libya by Qadhafi and his Thugs. In: Al Jazeera. 3. April 2010, abgerufen am 11. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="FAZBurg"> Rainer Hermann: Die Burg der Furcht ist gefallen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 14. September 2011, abgerufen am 14. September 2011. </ref> <ref name="TAZAngriffe"> Schwere Angriffe auf Tripolis. In: die tageszeitung. 24. Mai 2011, abgerufen am 24. Mai 2011. </ref> <ref name="NZZExplosionen "> Explosionen erschüttern Tripolis. In: Neue Zürcher Zeitung. 16. Juni 2011, abgerufen am 16. Juni 2011. </ref> <ref name="FAZLuftangriffe"> Abermals Nato-Luftangriffe auf Tripolis. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 10. Mai 2011, abgerufen am 11. Mai 2011. </ref> </references>
Koordinaten: 32° 52′ 20″ N, 13° 10′ 25″ O
{{#coordinates:32,872222222222|13,173611111111|primary
|dim=
|globe=
|name=
|region=LY-TB
|type=landmark
}}