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Bariumcarbonat

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von BaCO3)
Strukturformel
Bariumion  Carbonation
Allgemeines
Name Bariumcarbonat
Andere Namen
  • Kohlensaures Barium
  • Kohlensaurer Baryt
  • Witherit
  • C. I. Pigment White 10
Summenformel BaCO3
Kurzbeschreibung

weißer, geruchloser Feststoff<ref name="GESTIS" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 208-167-3
ECHA-InfoCard 100.007.426
PubChem 10563
ChemSpider 10121
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 197,34 g·mol−1
Aggregatzustand

fest<ref name="GESTIS" />

Dichte

4,43 g·cm−3 (bei 20 °C)<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Schmelzpunkt

Zersetzung > 1450 °C<ref name="GESTIS" />

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.007.426">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 302
P: 270​‐​301+312<ref name="GESTIS" />
Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−1216 kJ·mol−1<ref>PAETEC Formelsammlung Ausgabe 2003, Seite 116.</ref>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Bariumcarbonat ist das Carbonat des Erdalkalimetalls Barium. Es besitzt die Formel BaCO3 und kommt in der Natur als Mineral Witherit vor.

Es wird als Bestandteil von Rattengift sowie als Komponente von Zement und Backsteinen verwendet.

Eigenschaften

Datei:Uhličitan barnatý.JPG
Bariumcarbonat

Das farblose Salz Bariumcarbonat zersetzt sich bei atmosphärischem Druck bei Temperaturen ab 1300 °C zu Bariumoxid und Kohlenstoffdioxid:<ref name="roempp" />

<math>\mathrm{BaCO_{3(s)} \longrightarrow BaO_{(s)} + CO_{2(g)}}</math>

Es kristallisiert orthorhombisch, Raumgruppe Pmcn (Raumgruppen-Nr. 62, Stellung 5)Vorlage:Raumgruppe/62.5 mit den Gitterparametern a = 5,313 Å, b = 8,896 Å und c =6,428 Å.<ref>J.P.R. de Villiers: Crystal structures of aragonite, strontianite, and witherite. In: American Mineralogist, 56, 1971, S. 758–766.</ref> Es sind auch Hochtemperaturformen mit den Raumgruppen R3m (Nr. 166)Vorlage:Raumgruppe/166 und Fm3m (Nr. 225)Vorlage:Raumgruppe/225 bekannt.<ref>K.O. Strømme: On the Crystal Structures of the High-temperature Forms of Strontium and Barium Carbonate and Structurally Related Compounds. In: Acta Chemica Scandinavica, 29, 1975, S. 105–110, doi:10.3891/acta.chem.scand.29a-0105.</ref>

Herstellung

Bariumcarbonat wird industriell durch die Reaktion von Bariumsulfid mit Kohlenstoffdioxid oder auch Natriumcarbonat bei 40–90 °C hergestellt:<ref>Robert Kresse, Ulrich Baudis, Paul Jäger, H. Hermann Riechers, Heinz Wagner, Jochen Winkler, Hans Uwe Wolf: Barium and Barium Compounds. In: Ullmann's Encyclopedia of Industrial Chemistry. Wiley-VCH, Weinheim 2007, ISBN 978-3-527-30673-2.</ref>

<chem>BaS + H2O + CO2 -> H2S + BaCO3</chem>

Es kann auch durch Einleiten von Kohlenstoffdioxid in eine Aufschlämmung aus Bariumhydroxid in Wasser dargestellt werden:<ref> Patent US2013316175A1: Method for preparing sodium ammonium hydrogen phosphate. Angemeldet am 27. November 1968, veröffentlicht am 9. November 1971, Anmelder: Sumitomo Chemical Co, Erfinder: Kozo Fukuba, Reiji Matsuda, Syozo Fujioka, Yasutomo Ogushi, Shigeru Nishibara. </ref>

<chem>Ba(OH)2 + CO2 -> BaCO3 + H2O </chem>

Verwendung

Bariumcarbonat wird beispielsweise als Rohstoff für die Herstellung von Wirtschaftsglas und optischem Glas benutzt. Zudem ist es das Endprodukt beim Nachweis von Kohlenstoffdioxid mit Barytwasser. Dieser Nachweis ist nur möglich, weil Bariumcarbonat in Wasser schwer löslich ist. In geringen Mengen wird es in der Fahrzeugindustrie für Speicherkatalysatoren eingesetzt.

Sicherheitshinweise

Bariumcarbonat ist gesundheitsschädlich.<ref>William Morton: Poisoning by barium carbonate, The Lancet, 1945,2:738–739 (doi:10.1016/S0140-6736(45)91071-3).</ref> Es wirkt reizend auf Schleimhäute, führt zu Funktionsstörungen im zentralen und peripheren Nervensystem, Muskellähmung, gastrointestinalen Beschwerden sowie Herz-Kreislauf- und Lungenfunktionsstörungen.

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Erdalkalimetallcarbonate

Vorlage:Hinweisbaustein