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Bariumbromid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von BaBr2)
Kristallstruktur
Kristallstruktur von Bariumbromid
Vorlage:Farbe Ba2+ 0 Vorlage:Farbe Br
Allgemeines
Name Bariumbromid
Andere Namen
  • Brombarium
  • Bromsaures Barium
Verhältnisformel BaBr2
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff<ref name="sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 234-140-0
ECHA-InfoCard 100.031.024
PubChem 5462743
ChemSpider 59728
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 297,13 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

3,58 g·cm−3<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Schmelzpunkt

847 °C<ref name="GESTIS" />

Löslichkeit

gut in Wasser (1041 g·l−1 bei 20 °C)<ref name="GESTIS" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.240.782">Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Gruppeneintrag Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 302​‐​332
P: 261​‐​301+312​‐​304+340<ref name="GESTIS" />
MAK

0,5 mg·m−3 <ref name="GESTIS" />

Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−757,3 kJ/mol<ref name="CRC90_5_6">David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Standard Thermodynamic Properties of Chemical Substances, S. 5-6.</ref>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Bariumbromid ist eine chemische Verbindung des Bariums und zählt zu den Bromiden. Es ist ein farbloser hochschmelzender Feststoff.

Geschichte

Bariumbromid spielte in der Entdeckung der Radioaktivität und der Kernspaltung eine Rolle. Da Barium- und Radiumverbindungen ähnliche Eigenschaften besitzen, ist es nicht einfach diese zu trennen. Eine Möglichkeit ist die fraktionierte Kristallisation geeigneter Salze. Zunächst wurden von Marie Curie hierfür die Chloride genutzt. Diese ermöglichen jedoch nur eine langsame und damit aufwändige Trennung. Deutlich bessere Trennungen mit höheren Anreichungsraten ermöglichen die Bromide.<ref>Marie Curie: Radium and the New Concepts in Chemistry. Nobelpreis-Rede, Stockholm, 11. Dezember 1911.</ref><ref name="Herrmann"/>

Diese Anreicherung wurde bei der Entdeckung der Kernspaltung durch Otto Hahn wichtig, als das bei der Bestrahlung von Uran mit Neutronen erhaltene Produkt zunächst für Radium gehalten wurde. Erst durch die unerwartete Reaktion bei der fraktionierten Kristallisation erkannten er und Fritz Straßmann, dass es sich um radioaktive Bariumisotope und nicht um Radium handelt und dass damit eine Kernspaltung erfolgt sein musste.<ref name="Herrmann">Günther Hermann: Vor fünf Jahrzehnten: Von den Transuranen zur Kernspaltung. In: Angewandte Chemie. 1990, 102, 5, S. 469–496, doi:10.1002/ange.19901020504.</ref>

Gewinnung und Darstellung

Wasserhaltiges Bariumbromid-Dihydrat fällt beim Einengen barium- und bromidhaltiger wässriger Lösungen aus. Oberhalb von 120 °C wird das Kristallwasser abgegeben und es bildet sich das wasserlose Salz.<ref name="Patnaik">Pradyot Patnaik: Handbook of inorganic chemicals. McGraw-Hill Professional, 2003, S. 81, ISBN 978-0-070-49439-8.</ref>

Weitere Möglichkeiten zur Gewinnung von Bariumbromid sind die Reaktion von Bariumsulfid oder Bariumcarbonat mit Bromwasserstoffsäure.<ref name="Patnaik"/>

<math>\mathrm{BaCO_3 + 2\ HBr \longrightarrow BaBr_2 + CO_2 + H_2O}</math>

Eigenschaften

Wie Bariumchlorid und Bariumiodid kristallisiert Bariumbromid in der Blei(II)-chloridstruktur.<ref>A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1, S. 1241.</ref>

In der Gasphase sind Bariumbromid-Moleküle entgegen den Vorhersagen des VSEPR-Modells nicht linear, sondern mit einem Winkel von 146° gewinkelt. Verantwortlich hierfür sind relativistische Effekte.<ref>Luis Seijo, Zoila Barandiarán, Sigeru Huzinaga: Ab initio model potential study of the equilibrium geometry of alkaline earth dihalides: MX2 (M=Mg, Ca, Sr, Ba; X=F, Cl, Br, I). In: J. Chem. Phys. 1991, 94, S. 3762, doi:10.1063/1.459748.</ref>

Verwendung

Außer bei Trennung von Barium und Radium, die auf Grund der Gefahren durch das radioaktive Radium nur noch von geringer Bedeutung ist, wird Bariumbromid für die Herstellung von Chemikalien für die Photographie und zur Gewinnung anderer Bromide genutzt.<ref name="Patnaik"/>

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Bariumfluorid | Bariumchlorid | Bariumbromid | Bariumiodid Vorlage:Klappleiste/Ende Vorlage:Klappleiste/Anfang Berylliumbromid | Magnesiumbromid | Calciumbromid | Strontiumbromid | Bariumbromid | Radiumbromid Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein