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Ausschuss für Wiederaufbau

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Der Wiederaufbauausschuss für die Stadt Hannover (auch: Ausschuss für Wiederaufbau [AfW])<ref name="HC">Wiederaufbau, in: Hannover Chronik, S. 191, 206, 223.</ref> wurde am 11. April 1945 gegründet, fast einen Monat vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Deutschland. Dies erfolgte „unmittelbar nach der Besetzung Hannovers durch die Amerikaner“ am 10. April 1945<ref name="SLH">Klaus Mlynek: Zweiter Weltkrieg. In: Stadtlexikon Hannover, S. 694f.</ref>, in deren unmittelbarem Gefolge die britischen Truppen mit dem designierten Stadtkommandanten Major G. H. Lamb einrückten.<ref name="Männer und Frauen der ersten Stunde">Waldemar R. Röhrbein: In der Stadt Hannover. In: Geschichte der Stadt Hannover, Teil 2 ..., S. 652ff.</ref>

Geschichte

Nach den großen Zerstörungen durch die Luftangriffe auf Hannover erklärte der britische Stadtkommandant G. H. Lamb am 11. April, einen Tag nach dem Einmarsch der Amerikaner, Gustav Bratke zum Bürgermeister der Stadt unter der Aufsicht des Stadtkommandanten.<ref name="Männer und Frauen der ersten Stunde" /> Am selben Tag erhielt der Sozialdemokrat und Gewerkschafter Albin Karl nach eigener Darstellung „von den Amerikanern“ den Auftrag zur Bildung eines Ausschusses für den Wiederaufbau in Hannover.<ref name="Ausschuss für Wiederaufbau">Waldemar R. Röhrbein: Ausschuß für Wiederaufbau. In: Geschichte der Stadt Hannover, Teil 2 ..., S. 655</ref> Dieser bildete sich zunächst aus weniger als 20 Mitgliedern (einer der ersten war Fritz Wulfert<ref name="SLH Wulfert">Klaus Mlynek: Wulfert, Fritz. In: Stadtlexikon Hannover, S. 687.</ref>), die mehrheitlich aus Sozialdemokraten, aber auch aus Repräsentanten des bürgerlichen Lagers bestanden.<ref name="SLH" />

Zur Abgrenzung von Unterausschüssen in den verschiedenen Stadtteilen wurde der erste Ausschuss bald Hauptausschuss und – auf Wunsch des Stadtkommandanten – ab 25. Mai 1945 Informationsausschuss genannt. Der Ausschuss unterstützte die Stadtverwaltung Hannover und verstand sich als basisdemokratisches, antifaschistisches Instrument. Das aus 12 Punkten bestehende Arbeitsprogramm orientierte sich in erster Linie an den existenziellen Bedürfnissen der Bevölkerung: Neben Arbeitsfeldern wie zum Beispiel

wurden aber auch politische Aufgaben formuliert wie etwa

Da vor allem „die Arbeit einiger ausschließlich oder überwiegend aus Kommunisten bestehender Unterausschüsse von Stadtverwaltung und Militärregierung auf die Dauer als störend empfunden wurde“ – <ref name="SLH" /> Major Lamb hatte die Unterausschüsse zweimal verwarnt – löste der nachfolgende Stadtkommandant Colonel Pownall<ref name="Ausschuss für Wiederaufbau" /> die Ausschüsse – unter ausdrücklicher lobender Erwähnung des Hauptausschusses – zum 1. Juni 1945 auf.<ref name="SLH" /> Lediglich für den KZ-Ausschuß unter Paul Gerhard Grande konnte Bürgermeister Bratke ein Verbot abwenden.<ref>Waldemar R. Röhrbein: KZ-Ausschuß. In: Geschichte der Stadt Hannover, Teil 2 ..., S. 656</ref>

Bekannte Mitglieder (unvollständig)

  • Albin Karl<ref name="SLH" />
  • Fritz Wulfert<ref name="SLH Wulfert" />
  • Franz Henkel<ref>Klaus Mlynek: Henkel, Franz Wilhelm, in: Dirk Böttcher, Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen: Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 164 u.ö.</ref>
  • Horst Egon Berkowitz<ref>Peter Schulze: Berkowitz, (2) Horst Egon. In: Stadtlexikon Hannover, S. 62.</ref>
  • Paul Gerhard Grande, Geschäftsführer/stellvertretender Vorsitzender des Unterausschusses für die Betreuung ehemaliger KZ-Häftlinge<ref>Klaus Mlynek: Grande, Paul Gerhard. In: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 134.</ref>
  • Karl Hofmann<ref>Deutschland im ersten Nachkriegsjahr: Berichte von Mitgliedern des Internationalen Sozialistischen Kampfbundes (ISK) aus dem besetzten Deutschland 1945/46 (= Texte und Materialien zur Zeitgeschichte. Nr. 10). K.G. Saur, München 1998, ISBN 3-598-11349-8, S. 334.</ref>

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

<references />