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Auslage (Werbung)

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Datei:Boulangerie 64 rue Saint-Dominique Paris 7e.jpg
Paris – Schaufensterauslage einer Bäckerei (Oktober 2011)
Datei:Vitrine Christian Dior avenue Montaigne 003.jpg
Paris – Schaufensterauslage bei Christian Dior, 30 Avenue Montaigne (November 2016)
Datei:Schaufenster-1959 02.jpg
Hamburg – Kinder vor einer weihnachtlichen Schaufensterauslage mit Süßigkeiten (Dezember 1959)

Die Auslage ist im Handel entweder die optisch attraktiv präsentierte Ware in Schaufenstern und Vitrinen oder auf der Verkaufsfläche dahinter.<ref>Bibliographisches Institut Mannheim/Wien/Zürich, Dudenredaktion (Hrsg.)/Günther Drosdowski, Duden: Deutsches Universalwörterbuch, 1983, S. 137</ref>

Allgemeines

Im zweiten Sinne ist das Wort in Österreich gebräuchlich.<ref>Robert Seethaler, Der Trafikant, 2012, S. 151 f.</ref> Seethalers Roman schildert die Auslage in einem Wiener Tabakladen (österreichisches Deutsch: „Trafik“), die verwüstet wird.

Schaufensterauslagen sollen potenziellen Käufern einen optischen Kaufanreiz bieten, die ausgelegte Ware im Kaufhaus oder Laden näher zu betrachten und zu kaufen. Im Laden selbst liegen die Auslagen entlang der Kontaktstrecken, meist in Regalen oder als Stapelgut. Für die kunstvolle und Aufmerksamkeit erregende Gestaltung der Auslage gibt es den Beruf Schauwerbegestalter (oder Dekorateur).

Schaufenster zählen für den stationären Einzelhandel, namentlich für den Fachhandel und Warenhäuser, zu den wirksamsten Werbemitteln.<ref>Verlag Dr. Th. Gabler (Hrsg.), Gabler Wirtschafts-Lexikon, Band 5, 1988, Sp. 1138</ref> Der Informations- und Unterhaltungswert der Schaufensterauslagen ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) soll Interessenten aufmerksam machen und zu Spontankäufen verleiten. Damit wird das ohne Kaufabsicht erfolgende Flanieren vor Schaufenstern in Fußgängerzonen oder Einkaufszentren bezeichnet. Je höher die Passantenfrequenz ist, umso wahrscheinlicher wird es, dass eine Schaufensterauslage einen Kaufanreiz auslöst.

Rechtsfragen

Die Schaufensterauslage ist eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) und damit selbst noch kein Angebot, sondern eine Werbung, mit der ein Kunde zur Abgabe eines Vertragsangebots aufgefordert werden soll.<ref>BGH, Urteil vom 4. Februar 2009, Az.: VIII ZR 32/08 = BGHZ 179, 319, 320</ref> Nach herrschender Meinung stellt auch die im Supermarkt ausgelegte Ware eine Invitatio dar, weil es am Erklärungsbewusstsein und am Rechtsbindungswillen des Verkäufers zunächst fehle. An der Kasse gibt der Käufer über die Kassiererin sein Angebot ab, das durch Eingabe oder Scan des Kaufpreises durch den Supermarktbetreiber konkludent angenommen wird.<ref>Detlef Leenen, BGB Allgemeiner Teil: Rechtsgeschäftslehre, 2015, S. 116, Rn. 24-26</ref><ref>Gerti Donhauser, Vertragsrecht / Schuldrecht / Sachenrecht, 2004, S. 29</ref> Aus diesen Gründen hat der Kunde keinen Anspruch auf Aushändigung eines bestimmten Ausstellungsstücks (etwa aus dem Schaufenster eines Geschäfts).

Wirtschaftliche Aspekte

Auslagen beeinflussen die Kaufentscheidung als externer Kaufanreiz. Ist das Kaufrisiko für den Verbraucher gering, und es gibt für ihn keinen externen Anreiz, kommt es zur habitualisierten Kaufentscheidung; ein vorhandener externer Anreiz führt bei geringem Kaufrisiko zu einer impulsiven Kaufentscheidung.<ref>Dirk Lippold, Marktorientierte Unternehmensführung und Digitalisierung, 2021, S. 180</ref> Bei hohem Kaufrisiko spielen externe Anreize keine Rolle. Ein externer Anreiz besteht darin, dass von außen auf den Kunden einwirkende Reize (auf die Sinne wirkende Auslage, Rabatte, Sonderangebote, das persönliche Ziel, sich Schnäppchen nicht entgehen zu lassen) oder Zeitdruck die Kaufentscheidung beeinflussen.<ref>Dirk Lippold, Marktorientierte Unternehmensführung und Digitalisierung, 2021, S. 181</ref> Begünstigt werden Impulskäufe durch künstliche Knappheit („nur heute im Angebot“, „nur noch drei Stück vorhanden“), geschickte Platzierung (an der Kasse) oder Sonderangebote.<ref>Katja Gelbrich/Stefan Wünschmann/Stefan Müller, Erfolgsfaktoren des Marketing, 2008, S. 39 f.</ref> Zu den impulsiven Kaufentscheidungen gehören unter anderem Frühbucherrabatte, last-minute-Reisen, Rabatte, Schnäppchen oder Sonderangebote.

Einzelnachweise

<references/>

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