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Augustinern 65 (Quedlinburg)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Augustinern 65 (Quedlinburg 2012) by Andreas Werner - IMG 8090.jpg
Haus Augustinern 65, 2012
Datei:Augustinern65 1.jpg
Wechsel des Schwellbalkens 2021

Das Haus Augustinern 65 ist ein denkmalgeschütztes Gebäude in der Stadt Quedlinburg in Sachsen-Anhalt.

Lage

Es befindet sich im nördlichen Teil der historischen Quedlinburger Neustadt auf der Südseite der Straße Augustinern und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Architektur und Geschichte

Zunächst bildete das Grundstück mit der benachbarten Nummer 64 eine Einheit. In der Zeit von zumindest 1675 bis 1701 wurde Andreas Behrend als Eigentümer geführt, 1713 dann der Tagelöhner Hans Martin Werner. Zu diesem Zeitpunkt erfolgte die Trennung des Grundstücks. Die Nummer 64 gehörte dann Johann Daniel Schröder, für den überliefert ist, dass er die Vorgängerbebauung abbaute. Der Zimmergeselle Christoph Gausewisch errichtete dann, nach einer am Gebäude befindlichen Inschrift im Jahr 1718, Augustinern 65 neu.

Als Inschriften an den Gebäuden Augustinern 64 und 65 sind C.W.A.K.M. 1718 und AW M GBB überliefert, wobei sich letztere auf einen späteren Eigentümer der Nummer 64, Gottlieb Baum, bezieht.

Es entstand ein kleines, mit nur vier Gebinden sehr schmales Fachwerkhaus. Das Gebäude weist noch weitgehend die Fachwerksgestaltung seiner Entstehungszeit auf. Neben Pyramidenbalkenköpfen finden sich profilierte Stockschwelle und Füllhölzer sowie ein Fußband im Eckgefach.

Hans Martin Werner war auch noch 1720 Eigentümer, es folgte der Knecht Johann David Kegel. Die Witwe von Andreas David Kegel wurde 1742 als Eigentümerin genannt. 1782 war der Tagelöhner Heinrich Christoph Wulfert Eigentümer, dem es auch noch 1820 gehörte, 1852 dann Charlotte Wulfert.<ref>Karlheinz Wauer, Häuserbuch der Stadt Quedlinburg von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis zum Jahre 1950, B Die Neustadt, Schriftenreihe der Stiftung Stoye, Band 58, Stiftung Stoye 2014, ISBN 978-3-937230-22-1, Seite 56</ref> Spätere Eigentümer waren 1878 der pensionierte Wagenwärter H. Gille, 1899 der Schuhmachermeister Schmidt, 1910 der Zimmermann Günther, 1935 die Witwe Israel und 1950 Friedrich Trog.<ref>Karlheinz Wauer, Häuserbuch der Stadt Quedlinburg von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis zum Jahre 1950, B Die Neustadt, Schriftenreihe der Stiftung Stoye, Band 58, Stiftung Stoye 2014, ISBN 978-3-937230-22-1, Seite 57</ref>

Datei:Augustinern65 2.jpg
Balken im Erdgeschoss gewechselt

Derzeit (Stand April 2026) steht das Haus leer und wird von privater Hand und ohne Hilfe öffentlicher Gelder kernsaniert. Dabei ist der marode Dachstuhl im ersten Schritt 2015 komplett erneuert worden. Es folgte der Austausch der Balken im ersten Obergeschoss auf Straßen- und Hofseite. Im Jahr 2021 wurde der Schwellbalken zur Straßenseite ausgetauscht und auch die darüberliegenden Balken erneuert. Dabei wurde der ursprüngliche Zustand ohne Doppelständer zwischen den Fenstern wieder hergestellt.

Im Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt ist das Wohnhaus unter der Erfassungsnummer 094 46019 als Baudenkmal eingetragen.<ref>Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des Mitglied des Landtages Olaf Meister (Bündnis 90/Die Grünen) vom 24. Februar 2026 Drucksache 8/6626 (KA 8/3520) Entwicklung des Denkmalbestandes, Seite 423</ref>

Literatur

  • Karlheinz Wauer, Häuserbuch der Stadt Quedlinburg von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis zum Jahre 1950, B Die Neustadt, Schriftenreihe der Stiftung Stoye, Band 58, Stiftung Stoye 2014, ISBN 978-3-937230-22-1, Seite 56 f.
  • Landesamt für Denkmalpflege Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt. Band 7: Falko Grubitzsch, unter Mitwirkung von Alois Bursy, Mathias Köhler, Winfried Korf, Sabine Oszmer, Peter Seyfried und Mario Titze: Landkreis Quedlinburg. Teilband 1: Stadt Quedlinburg. Fliegenkopf, Halle 1998, ISBN 3-910147-67-4, Seite 68.

Weblinks

Commons: Augustinern 65 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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Koordinaten: 51° 47′ 27,5″ N, 11° 9′ 8,2″ O

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