August von Sachsen-Gotha-Altenburg
August von Sachsen-Gotha-Altenburg (* 14. August 1747 in Gotha; † 28. September 1806 ebenda) war ein Prinz aus der Linie Sachsen-Gotha-Altenburg der ernestinischen Wettiner und ein Mäzen und Schöngeist in der Zeit der Aufklärung.
Leben
August war der jüngste Sohn des Herzogs Friedrich III. von Sachsen-Gotha-Altenburg (1699–1772) und dessen Gemahlin Luise Dorothea (1710–1767), Tochter des Herzogs Ernst Ludwig I. von Sachsen-Meiningen. Seine Mutter kümmerte sich um eine sehr sorgfältige Ausbildung. Zusammen mit seinem Bruder Ernst wurde er in literarischen, wissenschaftlichen und kameralischen Bereichen unterrichtet. Aufgrund der überberhüteten und strengen Erziehung wuchs August zu einer wenig selbstständigen Persönlichkeit. Er vertraute seinen eigenen Kräften so wenig, dass er sich selbst bei kurzen Fußwegen auf ebenem Grund von anderen stützen ließ. Zeit seines Lebens blieb er von schwacher Konstitution.<ref>Hans [Wilhelm] von Thümmel: Historische, statistische, geographische und topographische Beyträge zur Kenntniß des Herzogthums Altenburg. Altenburg 1818, S. 65–67.</ref>
Der als weltoffen und fortschrittlich geltende aufgeklärte Prinz unternahm mit seinem Bruder 1768 bis 1769 eine Bildungsreise in die Niederlande und nach England. Die vorgesehene militärische Laufbahn, inzwischen zum Oberst und Regimentschef ernannt, gab er, physisch völlig ungeeignet, schon 1769 wieder auf und übertrug sein gothaisches Infanterieregiment in Herzogenbusch seinem Neffen Friedrich. Seine erste Italienreise führte 1771 über Genf nach Mailand und Rom, 1772 weiter nach Neapel und über Florenz nach Gotha zurück. Nach dem Tod seines Vaters 1772 schied er aus dem Militärdienst aus. 1777 begann er eine Freundschaft zu Herder in Weimar. Im gleichen Jahr folgte eine weitere Italienreise über Verona und Venedig nach Rom, wo er unter anderem Papst Pius VI. und William Hamilton traf.<ref>Götz Eckardt (Hrsg.): Das italienische Reisetagebuch des Prinzen August von Sachsen-Gotha-Altenburg, des Freundes von Herder, Wieland und Goethe (= Schriften der Winckelmann-Gesellschaft. Band 9). Stendal 1985, S. 32; 46.</ref> 1778 lernte er in Genf den von ihm verehrten Aufklärer Voltaire kennen.
1776 ließ er durch den Regierungsrat Hans Wilhelm von Thümmel (1744–1824) in Gotha das Prinzenpalais, eine Villa im palladianischen Stil, den er in England, Holland und Italien kennengelernt hatte, erbauen. Dort versammelte er ab 1778 einen schöngeistigen Kreis und wird als bedeutendster Vermittler französischer Literatur an die Weimarer Klassiker beschrieben<ref>Dagmar Ottmann, Markus Symmank: Poesie als Auftrag S. 48</ref>. August stand in regem Austausch mit Johann Wolfgang von Goethe, Johann Gottfried Herder und Christoph Martin Wieland. Er galt als Förderer des Letzteren, der ihm seinen Oberon widmete.
Nach der Hochzeit des Erbprinzen August mit Karoline Amalie von Hessen-Kassel im Jahr 1802 wurde er gemeinsam mit diesem und dem Prinzen Friedrich in den Orden vom Goldenen Löwen aufgenommen. Im Gegensatz zu seinen Neffen nahm er an den Investiturfeierlichkeiten in Kassel nicht persönlich teil.<ref>Marian Hefter: Verhandeltes Zeremoniell: Wissen und Normen am Gothaer Fürstenhof (1640-1800) (= Norm und Struktur. Band 55). Böhlau, Köln 2026, ISBN 978-3-412-53491-2, S. 494.</ref>
Seine letzte Ruhestätte fand August in der Fürstengruft der Schlosskirche auf Schloss Friedenstein.
Literatur
- August Beck: August (Prinz von Sachsen-Gotha-Altenburg). In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 1, Duncker & Humblot, Leipzig 1875, S. 681.
- Götz Eckardt (Hrsg.): Das italienische Reisetagebuch des Prinzen August von Sachsen-Gotha-Altenburg, des Freundes von Herder, Wieland und Goethe. Stendal 1985.
- Helmut Roob, Günter Scheffler: August. In: Dies.: Gothaer Persönlichkeiten. Taschenlexikon. 2. Aufl., RhinoVerlag, Ilmenau 2006, ISBN 3-932081-37-4, S. 12f.
Weblinks
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die Privatbibliothek von Prinz August (1747-1806) ( vom 18. Juni 2010 im Internet Archive)
Einzelnachweise
<references/>
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | August von Sachsen-Gotha-Altenburg |
| KURZBESCHREIBUNG | Prinz und Mäzen |
| GEBURTSDATUM | 14. August 1747 |
| GEBURTSORT | Gotha |
| STERBEDATUM | 28. September 1806 |
| STERBEORT | Gotha |
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