Augsburger Verkehrs- und Tarifverbund
| Augsburger Verkehrs- und Tarifverbund GmbH | |
|---|---|
| Logo | |
| Basisinformationen | |
| Unternehmenssitz | Augsburg |
| Webpräsenz | www.avv-augsburg.de |
| Eigentümer | Stadt Augsburg Landkreis Augsburg Landkreis Aichach-Friedberg Landkreis Dillingen a.d.Donau |
| Vorstand | Landrat Martin Sailer |
| Geschäftsführung | Manuela Schaar |
| Statistik | |
| Fahrgäste | 75,758 Mio. pro Jahr |
| Einzugsgebiet | 2 328 km² |
| Einwohner im Einzugsgebiet |
0,717 Mio. |
Die Augsburger Verkehrs- und Tarifverbund GmbH, abgekürzt AVV, ist der Verkehrsverbund der Region Augsburg. Das Verbundgebiet umfasst den öffentlichen Personennahverkehr in der kreisfreien Stadt Augsburg, im Landkreis Augsburg, im Landkreis Aichach-Friedberg sowie im Altkreis Wertingen, der heute zum Landkreis Dillingen gehört. Die vier beteiligten Gebietskörperschaften sind auch die Gesellschafter der GmbH,<ref>Über uns auf www.avv-augsburg.de</ref> es handelt sich somit um einen sogenannten Aufgabenträgerverbund.<ref>Die Gesellschafter des AVV auf www.avv-augsburg.de</ref> Der AVV grenzt im Osten und Süden an den Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) und die Ostallgäuer Verkehrsgemeinschaft (OVG), im Westen an den Verkehrsverbund Mittelschwaben (VVM) und im Norden an die Verkehrsgemeinschaft Donau-Ries (VDR) und den Verkehrsverbund Großraum Ingolstadt. Das Verbundgebiet ist konzentrisch in Tarifzonen aufgeteilt, die Innenraumzonen 10 und 20 werden dabei von den Zonen 30 bis 70 umschlossen. Darüber hinaus existieren noch 5 weitere Zonen (84, 94–98) für den Regionalbahnverkehr nach Donauwörth und Otting-Weilheim<ref>Netzpläne - AVV | Augsburger Verkehrs- & Tarifverbund. Abgerufen am 17. Januar 2026.</ref>.
Geschichte
Anfänge und Gründung
Erste Planungen für einen Verkehrsverbund in der Region Augsburg existierten bereits seit Anfang der 1970er Jahre. Es folgte die Ausarbeitung eines Verkehrsgutachtens und 1979 wurde eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus den Landkreisen, dem Landtag und der Bundesbahn gegründet.<ref>„Eine Erfolgsgeschichte auf ganzer Linie.“ In: Augsburger Allgemeine, erschienen am 13. Oktober 2025, S. 30.</ref> Sie erarbeitete bis 1982 ein konkretes Konzept mit getaktetem Busverkehr, direkten Linien nach Augsburg, einem einheitlichen Tarif und Park-and-Ride-Plätzen. Im Jahr 1985 wurde der Gesellschaftervertrag unterzeichnet,<ref>AVV Broschüre „AVV Chronik final“, aus dem Jahr 2011 über die Geschichte des AVV auf Seite 2.</ref> und unter der Geschäftsführung von Herbert König am 1. Juli die Arbeit aufgenommen.
Zunächst startete im September 1985 ein zweijähriger Probebetrieb im Raum Schwabmünchen und Königsbrunn.<ref>40 Jahre AVV: Im Süden gings's los. In: Augsburger Allgemeine, erschienen am 30. September 2025, S. 31.</ref> Aufgrund der positiven Erfahrungen wurden weitere Bereiche aufgenommen bis der Verbund Anfang der 1990er Jahre auf insgesamt acht Sektionen angewachsen war (1 Mering und Kissing; 2 Eurasberg, Dasing, Friedberg, Aichach und Inchenhofen; 3 Aindling und Pöttmes; 4 Gersthofen, Meitingen, Wertingen, Nordendorf, Donauwörth und Otting-Weilheim; 5 Neusäß, Zusmarshausen, Welden und Altenmünster; 6 Langenneufnach, Gessertshausen, Dinkelscherben und Stadtbergen; 7 Klosterlechfeld, Schwabmünchen und Bobingen; 8 Königsbrunn).<ref>AVV Broschüre „AVV Chronik final“, aus dem Jahr 2011 über die Geschichte des AVV auf Seite 2 und 3.</ref>
Ausweitung des Verbundgebietes
Wenig später wurde das Verbundgebiet sukzessive erweitert. So kam ab dem 24. September 1989 der Landkreis Aichach-Friedberg hinzu. Ab dem 2. Juni 1991 folgte der Raum Welden / Aystetten / Zusmarshausen inklusive Schienenpersonennahverkehr bis Donauwörth sowie ab dem 27. September 1992 der Raum Diedorf / Gessertshausen / Dinkelscherben. Mitte der 1990er Jahre nahm der AVV aufgrund der neu hinzugekommenen Gebiete Änderungen an der Tarifzonenstruktur vor. Beispielsweise fiel die Haltestelle „Wertachbrücke“, die ursprünglich zur Zone 20 gehörte, nun in die Zone 10 und der Bahnhalt Friedberg rückte an den Rand der Zone 20.
Zwischen dem 1. Januar 1994 und dem 1. September 1995 bildete der AVV zusammen mit der für den Augsburger und Gersthofer Stadtverkehr zuständigen Verkehrsgemeinschaft Augsburg (VGA) in mehreren Stufen einen Gemeinschaftstarif.<ref>Günther Grünsteudel u. a. (Hrsg.): Augsburger Stadtlexikon. 2. Auflage. Perlach-Verlag, 1998, ISBN 3-922769-28-4, S. 895.</ref>
Verbesserung des Angebots
Bis zum Jahr 2001 standen den Fahrgästen 24 Park-and-Ride-Plätze an Bahnhöfen zur Verfügung. In den folgenden Jahren wurde das Angebot durch eine Verdichtung der Takte erweitert, und 2006 entstand der erste regionale Nahverkehrsplan.<ref name="AZ25112025">Vom Kleingeld zum Klick. In: Augsburger Allgemeine, erschienen am 25. November 2025, S. 36.</ref> Ebenfalls in diesem Jahr wurde in Friedberg ein Anruf-Sammel-Taxi (AST) eingeführt. Seit dem 1. August 2006 gilt der AVV-Tarif zudem auf der Bahnstrecke Donauwörth–Treuchtlingen bis zum Bahnhof Otting-Weilheim im Landkreis Donau-Ries.
Im Jahr 2008 wurde ein Nachtbusangebot eingerichtet. 2012 folgte die Einführung der ersten Fahrplan-App mit der Möglichkeit, Handy-Tickets über das Smartphone zu erwerben.<ref name="AZ25112025" /> Bei Ausschreibungen für Busleistungen wurden fortan Kriterien wie der Einsatz von Niederflurbussen, Fahrgastinformationssystemen und kostenlosem WLAN berücksichtigt. Ergänzend kamen neue Ticketangebote wie die Tageskarte und das Firmen-Abo hinzu.
Zum Jahreswechsel 2017/2018 erfolgte eine umfassende Reform des seit 1995 gültigen Gemeinschaftstarifs. Dabei wurde unter anderem die Zahl der Tarifzonen von über 60 auf 12 reduziert und das Ticketangebot neu strukturiert.<ref name="AZ25112025" /> Seit Mai 2023 ist im AVV auch das bundesweite Deutschlandticket erhältlich. Gleichzeitig wurde im Holzwinkel sowie im Roth- und Zusamtal der AktiVVo eingeführt – ein On-Demand-Verkehr mit Kleinbussen, die während festgelegter Bedienzeiten ohne feste Linienführung auf Abruf verkehren.<ref name="AZ25112025" />
Zusammenschluss mit dem MVV
2024 begannen Verhandlungen zu einem „Zusammenschluss“ mit dem Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) mit dem Ziel einer Vereinfachung und Angleichung des Tarifsystems und Nutzung von Synergiepotenzial. Die Kooperation sollte ursprünglich zum 1. Januar 2026 mit einer Übergangskonstruktion beginnen,<ref>Carina Lautenbacher: Erste Antworten zur geplanten Zusammenarbeit von AVV und MVV. In: Donaukurier. 23. November 2024, abgerufen am 30. November 2024.</ref> jedoch wurde die Fusion aufgrund zu großem Zeitdruck um ein Jahr verschoben und soll nun erst zum Dezember 2026 Die Kategorie:Wikipedia:Veraltet nach Dezember 2026 existiert noch nicht. Lege sie mit folgendem Text {{Zukunftskategorie|2026|12}} an. erfolgen.<ref name=":0">Verkehrsverbünde von Augsburg und München vertagen die geplante Fusion. 14. Februar 2025, abgerufen am 15. Februar 2025.</ref> Grundsätzlich halte man an den Plänen fest, so AVV-Aufsichtsratschef Martin Sailer in einer Pressemitteilung. Man wolle sich mehr Zeit lassen, um alle offenen Fragestellungen im Vorfeld sinnhaft mit allen Beteiligten klären zu können.<ref>AVV und MVV nehmen sich für den Start eines gemeinsamen Verkehrs- und Tarifverbunds mehr Zeit. 14. Februar 2025, abgerufen am 15. Februar 2025.</ref> Bis zur Sommerpause haben Landkreise und Stadt Zeit, um eine Grundsatzentscheidung zu fassen, da noch unklar ist, ob alle Beteiligten eine Fusion mit dem größeren MVV anstreben. Besonders aus der Stadt Augsburg gab es Klärungsbedarf zur Zukunft des kostenfreien Innenstadt-Nahverkehrs und zur Kostenfrage, da die AVV-Mitglieder auf Unterstützung vom Freistaat hoffen, um Umstellungskosten oder Verluste durch veränderte Tarife zu kompensieren. Dem Vernehmen nach hat der Freistaat im aktuellen Haushalt aber kein Geld für das Projekt, was ebenfalls zur zeitlichen Verschiebung beigetragen haben könnte.<ref name=":0" />
Erweiterung des Verbundgebiets ab 2027
Zum 1. Januar 2027 ist eine Erweiterung des AVV vorgesehen. In diesem Zuge sollen die Landkreise Donau-Ries sowie Dillingen an der Donau dem Verbund beitreten.<ref name="AVV_PM_2025">Landkreise Donau-Ries und Dillingen a. d. Donau treten dem AVV bei. In: AVV Augsburg. 17. Dezember 2025, abgerufen am 28. Dezember 2025.</ref> Im Landkreis Dillingen war bisher lediglich der Altkreis Wertingen in das Verbundgebiet integriert. Durch den Beitritt wird künftig das gesamte Kreisgebiet Dillingen an der Donau vom AVV erfasst.<ref name="Donaukurier_2025">Landkreise Donau-Ries und Dillingen treten dem Augsburger Verkehrsverbund bei. In: Donaukurier. 19. Dezember 2025, abgerufen am 28. Dezember 2025.</ref> Die jeweiligen Beitrittsbeschlüsse wurden von den Kreistagen der beiden Landkreise gefasst. Grundlage hierfür war unter anderem eine gemeinsame Untersuchung zu den verkehrlichen, organisatorischen und finanziellen Auswirkungen eines Verbundbeitritts. Die organisatorischen und tariflichen Vorbereitungen für die Integration sollen im Jahr 2026 erfolgen, sodass der reguläre Verbundbetrieb in den neuen Gebieten ab Anfang 2027 aufgenommen werden kann.<ref name="Donaukurier_2025" /><ref name="AZ_DonauRies_2025">Landkreis Donau-Ries beschließt Beitritt zum Augsburger Verkehrsverbund ab 2027. In: Augsburger Allgemeine. 11. Dezember 2025, abgerufen am 28. Dezember 2025.</ref>
Beteiligte Unternehmen
In den AVV sind heute folgende Verkehrsunternehmen integriert:<ref>Partner auf www.avv-augsburg.de</ref>
Regionalbahn
Stadtbus und Straßenbahn
Regionalbus
- Baumeister Reisen
- BBS Reisen (BBS Brandner KG)
- Betzmeir-Reisen GmbH
- DB Regio Bus, Region Bayern
- DB Regio Bus Bayern GmbH (DRB)
- Demmelmair Omnibusbetrieb GmbH & Co. KG (Josef Demmelmair)
- Dirr-Reisen GmbH
- Egenberger Reisen (Egenberger Verkehrs GmbH)
- Gai Reisen
- GVG – Gersthofer Verkehrsgesellschaft mbH
- HZ Linienverkehr GmbH (Helmut Ziegelmeier)
- Kirner Reisen (Karl Kirner)
- Ludwig Tours (Fritz Ludwig)
- Magg-GmbH & Co. KG Omnibusverkehr
- Reisespaß Bögler Busunternehmen (Johann Bögler)
- Omnibus-Unternehmen Johann Spangler (Leonhard Pfisterer e.K.)
- RBA – Regionalbus Augsburg GmbH
- Schäffler Reisen (im Auftrag der AVG – Linie 38)
- Schick Hermann Omnibusverkehr e.K.
- Schwabenbus GmbH
- Schwaben Mobil Nahverkehr Service GmbH (eigene Schreibweise SchwabenMobil) (Werner Ziegelmeier)
- Stauden Express GmbH
- Storz Reisen (im Auftrag der AVG – Linie 43)
- Stuhler Reisen GmbH
- Z MOBILITY – WERNER ZIEGELMEIER GmbH
AST Anruf-Sammel-Taxi
- Taxi Augsburg eG
- Taxi- und Kleinbus Eberl
- Taxi Ruf (im Auftrag der DB Regio Bus Bayern GmbH)
- Taxi Schmaus (im Auftrag der DB Regio Bus Bayern GmbH)
Liniennummersystem
| Liniennummernblock | Gebiet |
|---|---|
| 1–99 | Stadtverkehr Augsburg bzw. Netz der ehemaligen Verkehrsgemeinschaft Augsburg (VGA) |
| 100–199 | Raum Mering – Kissing |
| 200–299 | Raum Aichach – Friedberg |
| 300–399 | Raum Pöttmes – Aindling |
| 400–499 | Raum Wertingen – Meitingen |
| 500–599 | Raum Zusmarshausen – Welden – Aystetten – Neusäß |
| 600–699 | Raum Dinkelscherben – Gessertshausen |
| 700–799 | Raum Schwabmünchen – Bobingen – Königsbrunn |
Kennzahlen
<templatestyles src="Manueller Rahmen/styles.css" />
Von 2007 bis 2015 wurden innerhalb des Augsburger Verkehrs- und Tarifverbunds jährlich zwischen 76 und 78 Millionen Fahrgäste befördert. Innerhalb dieser acht Jahre blieb die Anzahl der gefahrenen Wagen- und Zugkilometer relativ konstant bei rund 24 Millionen. Das nebenstehende Diagramm gibt die einzelnen Kennzahlen mit Bezug zum Geschäftsjahr wieder.
Kritik
Trotz vieler Proteste in der Bevölkerung wurden die Preise während der letzten Jahre kontinuierlich erhöht. Durch eine Tarifreform sollten Pendler entlastet werden. Dies betrifft allerdings nur einen Bruchteil der Nutzer – für die meisten bedeutete die Einführung des Kurzstreckentickets eine Preiserhöhung. Ebenso ist der Nachttarif entfallen, sodass sich für nachtaktive Personen der Ticketpreis effektiv erhöht hat.<ref>Ina Marks: "Frechheit": So reagieren Leser auf AVV-Preiserhöhung. Abgerufen am 12. November 2019.</ref><ref>Siegfried Zagler: AVV-Tarifreform wird zum Politikum. Abgerufen am 12. November 2019.</ref>
Trivia
Fahrgäste mit der von den Stadtwerken Augsburg ausgegebenen Chipkarte Karocard mussten bis zum Fahrplanwechsel 2017/18 aus „technischen Gründen“ in allen Regionalzügen und -bussen zusätzlich einen Papierfahrschein mitführen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Augsburg: Karocard wird Fahrausweis für die Straßenbahn ( vom 6. Oktober 2014 im Internet Archive)</ref><ref>Stadtwerke Augsburg: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Info- und Bestellbroschüre „Mein Abo“ ( vom 1. Juli 2014 im Internet Archive)</ref> Dies ist seitdem nicht mehr nötig.
Siehe auch
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang
| Mit SPNV-Integration: |
Augsburg | Bodensee-Oberschwaben | Landkreis Cham | Donau-Iller | DonauWald | Ingolstadt | Nahverkehr Mainfranken | München | Großraum Nürnberg | Regensburg | Rottal-Inn | Salzburg | Bayerischer Untermain |
|
| Ohne SPNV-Integration: |
Allgäu | Altötting | Dingolfing-Landau | Donau-Ries | Kelheim | Mittelschwaben | Oberpfalz Nord | Ostallgäu | Straubing Land | |
| Ohne Gemeinschaftstarif: |
Bayreuth–Hof | Fichtelgebirge | Oberallgäu | Weiden–Neustadt an der Waldnaab | |
| Ehemalige: |
Altmühltal | Amberg-Sulzbach | Bamberg | Coburg | Deggendorf | Garmisch-Partenkirchen | Haßberge | Hochfranken | Kempten | Kissingen | Kulmbach | Landsberg | Landshut | Mainfranken | Main-Spessart | Mühldorf | Neuburg-Schrobenhausen | Passau Land | Rhön-Grabfeld | Rosenheim | Schweinfurt | Tirschenreuth | Würzburg |
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