Asama
{{#if: beschreibt den Vulkan auf der Insel Honshū, zu dem nach ihm benannten Kriegsschiff von 1899 siehe Asama (Schiff).
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Der Asama (Vorlage:JaS, -yama) ist ein komplexer Vulkan auf der japanischen Insel Honshū. Er liegt rund 150 Kilometer nordwestlich von Tokio an der Grenze der Präfekturen Gunma und Nagano. Der Asama ist der aktivste Vulkan der Insel Honshū.
Aufbau
Der Asama liegt etwas östlich des Kurofu, eines aus Andesit aufgebauten Vulkans, der vor rund 20.000 Jahren durch einen Erdrutsch zerstört wurde. Anschließend entstand ein Schildvulkan aus Dazit; er war insbesondere vor 11.000 bis 14.000 Jahren Ausgangspunkt von pyroklastischen Strömen. Zur gleichen Zeit entstand der Lavadom Ko-Asama, der rund drei Kilometer östlich des heutigen Gipfels liegt. Alle Eruptionen in historischer Zeit gingen vom Maekake aus, der wahrscheinlich ein Alter von wenigen tausend Jahren hat. Dem Maekake aufgesetzt ist der Koma, ein pyroklastischer Kegel, der mit einer Höhe von 2568 Metern der Gipfel des Vulkans ist.<ref>Vorlage:GVP</ref>
Ausbrüche
Aus historischer Zeit sind zahlreiche Ausbrüche bekannt; zu besonders starken Eruptionen kam es in den Jahren 1108 und 1783. Der Ausbruch von 1108 wird in Verbindung gebracht mit klimatischen Veränderungen im Jahr 1110 in England sowie einer ungewöhnlichen Verdunklung des Mondes im Mai desselben Jahres, die im Peterborough Chronicle beschrieben wurde.<ref name="SGuillet">Sébastien Guillet, Christophe Corona, Francis Ludlow, Clive Oppenheimer, Markus Stoffel: Climatic and societal impacts of a “forgotten” cluster of volcanic eruptions in 1108-1110 CE. In: Scientific Reports. 10, 6715, 2020, doi:10.1038/s41598-020-63339-3.</ref>
1783 brach der Asama erneut aus und verursachte weitreichende Schäden. Die dreimonatige plinianische Eruption, die am 9. Mai 1783 begann, produzierte andesitische Bimssteine, pyroklastische- und Lavaströme und vergrößerte den Kegel. Die klimaktische Eruption begann am 4. August 1783 und dauerte 15 Stunden, wobei es zu Bimssteinausbrüchen und Glutlawinen kam.<ref>Maya Yasui, Takehiro Koyaguchi: Sequence and eruptive style of the 1783 eruption of Asama Volcano, central Japan: a case study of an andesitic explosive eruption generating fountain-fed lava flow, pumice fall, scoria flow and forming a cone. In: Bulletin of Volcanology. 66(2004), S. 243–262 doi:10.1007/s00445-003-0308-8</ref> Beim Ausbruch am 4. und 5. August kamen bis zu 1.400 Menschen ums Leben.<ref>Joseph P. Stoltman, John Lidstone, Lisa M. Dechano (Hrsg.): International Perspectives on Natural Disasters. Occurrence, Mitigation, and Consequences, Dordrecht 2007, S. 172 f.</ref> Die ausgestoßenen Staub- und Aschemengen verringerten die Sonneneinstrahlung, wodurch das Wetter kalt und regnerisch wurde. Zwischen 1783 und 1787 kam es im Norden Japans zu einer Hungersnot, bei der schätzungsweise 300.000 Menschen starben. Der Ausbruch des Asama wird als eine von mehreren Ursachen der Hungersnot genannt.<ref>Asama 1783 in The Significant Volcanic Eruption Database der NOAA (Abgerufen am 8. März 2013).</ref> Auf den außergewöhnlich kalten Winter 1783/84 hatte die Eruption des Asama im Vergleich zu den ebenfalls 1783 ausgebrochenen Laki-Kratern in Island einen nur geringen Einfluss.<ref>G. A. Zielinski, R. J. Fiacco, Paul Andrew Mayewski, L.D. Meeker, S. Whitlow, M. S. Twickler, M. S. Germani, K. Endo, M. Yasui: Climatic Impact of the A.D. 1783 Asama (Japan) Eruption was Minimal: Evidence from the GISP2 Ice Core. (1994). Earth Science Faculty Scholarship, Paper 191 (englisch, pdf, 492 kB).</ref>
Die letzten Ausbrüche des Asama waren in den Jahren 2004, 2008, 2009 und 2019<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>. Zwischen September und November 2004 kam es zu mehreren explosiven Eruptionen, bei denen Asche ausgeworfen wurde. Im Krater bildete sich vorübergehend ein neuer Lavadom.<ref>[[[:Vorlage:GVP]] Monatsberichte 08/2004–02/2005] im Global Volcanism Program. (englisch, abgerufen am 10. März 2013).</ref>
Seit 1933 betreibt die Universität Tokio ein Vulkanobservatorium am Asama, das am Osthang in rund 1400 Metern Höhe liegt.<ref>Asama Volcano Observatory (AVO) bei www.eri.u-tokyo.ac.jp (englisch, abgerufen am 10. März 2013).</ref> Das Observatorium war das erste seiner Art in Japan und trug maßgeblich zur Entwicklung der Vulkanologie in Japan bei. Insbesondere wurden Erdbeben erforscht, die Vulkanausbrüchen häufig vorausgehen.<ref>Vyacheslav M. Zobin: Introduction to volcanic seismology. Elsevier, Amsterdam 2003, ISBN 0-444-51340-X, S. 13;
John P. Lockwood, Richard W. Hazlett: Volcanoes: Global perspectives. Wiley-Blackwell, Chichester 2010, ISBN 978-1-4051-6250-0, S. 38.</ref>
Literatur
- S. Noma (Hrsg.): Asamayama. In: Japan. An Illustrated Encyclopedia. Kodansha, 1993. ISBN 4-06-205938-X, S. 63.
- Wolf Hirth: Der Asama bricht aus!. In: Durch alle Welt. Heft 32, 1936, S. 17. Mit zwei Aufnahmen von Wolf Hirth-Holzapfel.
Weblinks
- Vorlage:GVP
- Asama in der Japanese Volcanoes Quaternary database (englisch und japanisch)
- Geolog. Karte, Asama
Einzelnachweise
<references />
- Seiten, in denen die maximale Größe eingebundener Vorlagen überschritten ist
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Mehrdeutigkeitshinweis
- Seiten mit defekten Dateilinks
- Komplexer Vulkan
- Berg in Asien
- Berg in Japan
- Geographie (Präfektur Gunma)
- Geographie (Präfektur Nagano)
- Berg als Namensgeber für einen Asteroiden
- Tsumagoi (Gunma)
- 100 berühmte japanische Berge
- Geologie (Japan)
- Vulkan in Japan