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Arbeitsgestaltung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

{{#if: behandelt den Arbeitsorganisationsbegriff. Siehe auch: Arbeitsgestaltung (Psychologie).

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}} Arbeitsgestaltung (früher auch Arbeitssystemgestaltung oder Systemgestaltung<ref name="REFA1">REFA – Verband für Arbeitsstudien und Betriebsorganisation e. V. (Hrsg.), Methodenlehre des Arbeitsstudiums : Teil 1 – Grundlagen, 7. Auflage, Hanser/München, 1984, (ISBN 3-446-14234-7), S. 14</ref>) ist im Arbeitsstudium die Schaffung eines aufgabengerechten, optimalen Zusammenwirkens von Arbeitskräften, Betriebsmitteln und Arbeitsmitteln durch zweckmäßige Organisation von Arbeitssystemen unter Berücksichtigung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit und Bedürfnisse.

Allgemeines

Diese, im Kern von der REFA stammende Definition<ref>REFA (Hrsg.), Das REFA-Buch Band I: Arbeitsgestaltung, 1952, S. 1 ff.</ref> zielt darauf ab, die Arbeitsbedingungen, Arbeitsmethoden und Arbeitsplätze, also letztlich die Arbeitsumgebung, zu verbessern.<ref>Gerhard Drees, Arbeitsgestaltung, in: Hans-Gustav Olshausen/VDI-Gesellschaft Bautechnik (Hrsg.), VDI-Lexikon Bauingenieurwesen, 1991, S. 29</ref> Auch die relevanten Umweltfaktoren sind zu berücksichtigen.<ref name="Grap1">Rolf Grap, Neue Formen der Arbeitsorganisation für die Stahlindustrie, Augustinus/Aachen, 1992, ISBN 978-3-86073-010-2, S. 38</ref>

Aufgaben

Vorrangig soll die Arbeit an den Menschen angepasst werden.<ref>Springer Fachmedien Wiesbaden (Hrsg.), Kompakt-Lexikon HR, 2013, S. 9</ref> Dazu muss Material und Technik menschenfreundlich gestaltet sein. Arbeitsgestaltung bezieht sich somit auf ergonomische Bedingungen (Beleuchtung, Lärm oder Temperatur) und/oder auf ähnliche Aspekte der Tätigkeit. Bei der Einrichtung von Bildschirmarbeitsplätzen, Home Offices und Telearbeitsplätzen stehen die Arbeitgeber vor besonderen Herausforderungen. Auch behindertengerechte Arbeitsplätze sind eine Aufgabe der Arbeitsgestaltung.

Die Arbeitsgestaltung übernimmt die Organisation des Arbeitsablaufs, Arbeitsvorgangs und Arbeitsplatzes.<ref>F. R. Jung/Gerhard Drees/O. Bernet/F. Pilny, Bautechnik, Band I, 1974, S. 330</ref> Zur Arbeitsgestaltung gehört auch die Verbesserung der Arbeitsorganisation durch die Arbeitsvorbereitung beispielsweise in der Fertigungsplanung. Dabei wird zunächst der Ist-Zustand festgehalten, um durch organisatorische Maßnahmen Schwachstellen zwecks Optimierung der Arbeitsbedingungen zu beseitigen.

Wirtschaftliche Aspekte

Durch die Arbeitsgestaltung konnten insbesondere Maschinen, Werkzeuge und Hilfsmittel verbessert werden. Beispiele sind im Bauwesen etwa die leichtere Bedienbarkeit von Baumaschinen oder die bessere Ausrüstung mit Hebezeugen.<ref>Gerhard Drees, Arbeitsgestaltung, in: Hans-Gustav Olshausen/VDI-Gesellschaft Bautechnik (Hrsg.), VDI-Lexikon Bauingenieurwesen, 1991, S. 29</ref> Dies führte auch in anderen Wirtschaftszweigen zur Erhöhung der Arbeitssicherheit, Arbeitsleistung und der Arbeitsproduktivität.

Arbeitsgestaltung muss vier Bedingungen erfüllen.<ref>Walter Rohmert/Joseph Rutenfranz, Arbeitswissenschaftliche Beurteilung und Beanspruchung an unterschiedlichen industriellen Arbeitsplätzen, 1975, S. 12</ref> Eine Arbeit wird dann als erträglich bezeichnet, wenn die Leistungsgrenzen der Arbeitskräfte – auch unter langfristiger Belastungsdauer – nicht überschritten werden.<ref>Springer Fachmedien Wiesbaden (Hrsg.), Kompakt-Lexikon Management, 2013, S. 93</ref> Eine Arbeitsaufgabe ist dann ausführbar, wenn sie so organisiert ist, dass eine Arbeitsperson ohne Lebensgefahr bei Berücksichtigung biologischer Gegebenheiten tätig werden kann.<ref>Springer Fachmedien Wiesbaden (Hrsg.), Kompakt-Lexikon HR, 2013, S. 18</ref> Die Arbeitsgestaltung verfolgt auch das Ziel, Arbeitsbelastungen abzubauen und auf die Arbeitszufriedenheit positiv einzuwirken.<ref>Springer Fachmedien Wiesbaden (Hrsg.), Kompakt-Lexikon HR, 2013, S. 9 f.</ref> Wird eine Arbeit erfolgreich abgeschlossen, tritt bei der Arbeitskraft Arbeitszufriedenheit ein.

Die Arbeitsgestaltung umfasst nicht nur die organisatorische, sondern auch die technische Ausgestaltung des Systems und bildet damit den Oberbegriff für Arbeitssystem, Arbeitsorganisation und Arbeitsstrukturierung.

Literatur

  • Alfred Oppolzer: Handbuch Arbeitsgestaltung. Leitfaden menschengerechter Arbeitsorganisation, Hamburg 1989.
  • Oliver Strohm/Eberhard Ulich: Unternehmen arbeitspsychologisch bewerten. Ein Mehr-Ebenen-Ansatz unter besonderer Berücksichtigung von Mensch, Technik, Organisation.; vdf, Zürich 1997, ISBN 3-7281-2171-1.

Einzelnachweise

<references/>

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