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Arbeit macht frei

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Datei:Arbeitmachtfrei 01.jpg
Aufschrift am Gestapo-Gefängnis in der Kleinen Festung Theresienstadt

Der Spruch bzw. die Phrase Arbeit macht frei wurde durch seine Verwendung als Toraufschrift an etlichen nationalsozialistischen Konzentrationslagern bekannt. Durch die Pervertierung der ursprünglichen Bedeutung wird er heute als zynische und die Opfer verhöhnende Parole zur Verschleierung der menschenunwürdigen Behandlung in den Konzentrationslagern verstanden, in denen Zwangsarbeit der Unterwerfung, Ausbeutung, Erniedrigung und Ermordung von Menschen diente.<ref>„Arbeit macht frei“: Herkunft und Hintergrund der KZ-Devise. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-322-92320-2 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref><ref>Hermann Kaienburg: Konzentrationslager und deutsche Wirtschaft 1939–1945. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-322-97342-9 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Vorgeschichte

Datei:Gross Rosen 3.JPG
Torinschrift KZ Groß-Rosen
Datei:Eingangstor des KZ Auschwitz, Arbeit macht frei (2007).jpg
Eingangstor des KZ Auschwitz I (Stammlager), 2007
Datei:Arbeit-auschwitz03.jpg
Schriftzug mit umgedrehtem B in Auschwitz I

Søren Kierkegaard schrieb in seinem 1843 erschienenen Werk Entweder – Oder, das er unter seinem Pseudonym Victor Eremita veröffentlichte, Folgendes: „Die Pflicht, zu arbeiten, um zu leben, drückt das Allgemein-Menschliche und zugleich auch in einem andern Sinne das Allgemeine aus, weil es ein Ausdruck der Freiheit ist. Gerade durch die Arbeit macht der Mensch sich frei, durch die Arbeit wird er ein Herr der Erde, durch die Arbeit endlich beweist er es, dass er über der Natur steht.“<ref>Sören Kierkegaard: Entweder - Oder. 1988, ISBN 978-3-423-02194-4 (isbn.de [abgerufen am 19. Oktober 2021]).</ref> Entweder-Oder entstand in Teilen in Berlin, wo Kierkegaard sich zwischen 1841 und 1843 mehrmals aufhielt. Heinrich Beta, der zu dieser Zeit schon in Berlin als Redakteur und Publizist arbeitete, verwendete die Formulierung erst zwei Jahre später (1845) in der Schrift Geld und Geist: „Nicht der Glaube macht selig, nicht der Glaube an egoistische Pfaffen- und Adelzwecke, sondern die Arbeit macht selig, denn die Arbeit macht frei. Das ist nicht protestantisch oder katholisch, oder deutsch- oder christkatholisch, nicht liberal oder servil, das ist das allgemein menschliche Gesetz und die Grundbedingung alles Lebens und Strebens, alles Glückes und aller Seligkeit.“<ref>Heinrich Bettziech (Beta): Geld und Geist. Versuch einer Sichtung und Erlösung der arbeitenden Volks-Kraft. A. W. Hayn, Berlin 1845, S. 57.</ref> (Hervorhebung im Original).

Sie ist auch 1849 in der Literaturzeitschrift Neues Repertorium für die theologische Literatur und kirchliche Statistik zu finden, wo in einer Rezension der deutschen Übersetzung der Schrift L’Europe en 1848 von Jean-Joseph Gaume argumentiert wird: „Das Evangelium und, auf seine ursprüngliche Wahrheit zurückgehend, die Reformation wollen freie Menschen erziehen und nur die Arbeit macht frei, ist daher auch nach den Begriffen der Reformatoren etwas Heiliges.“<ref>Th. Bruns, C. Häfner (Hrsg.): Rezension zu Europa im Jahre 1848 von J. Gaume, Neues Repertorium für die theologische Literatur und kirchliche Statistik 19, 1849, S. 38.</ref>

Arbeit macht frei ist außerdem der Titel einer 1873 veröffentlichten Erzählung des deutschnationalen Autors Lorenz Diefenbach (Vorabdruck 1872 in der Wiener Zeitung Die Presse).<ref>Lorenz Diefenbach: Arbeit macht frei, Die Presse 225–263, 17. August bis 24. September 1872 (bei ÖNB/ANNO); J. Kühtmann’s Buchhandlung, Bremen 1873 (beim GDZ).</ref> 1922 druckte der Deutsche Schulverein Wien Beitragsmarken mit der Aufschrift „Arbeit macht frei“ zusammen mit dem Hakenkreuz.

Wie es in nationalsozialistischen Kreisen zur Verballhornung dieser Redewendung kam, ist noch nicht abschließend geklärt. Sicher ist, dass ein Bezug zur Arbeitspflicht der Lagerordnung gegeben ist. Mit „Arbeit“ war dabei fast ausschließlich schwere körperliche Zwangsarbeit gemeint.

Verwendung in Konzentrationslagern

In einigen NS-Konzentrationslagern war die Toraufschrift eine zynische Umschreibung für den angeblichen Erziehungszweck der Lager, deren tatsächlicher Zweck oft die Vernichtung durch Arbeit war.<ref>Hermann Kaienburg: Konzentrationslager und deutsche Wirtschaft 1939–1945. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-322-97342-9 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Der Historiker Harold Marcuse führt die Verwendung als KZ-Motto auf Theodor Eicke, den ersten SS-Kommandanten des KZ Dachau, zurück.<ref>Harold Marcuse: Legacies of Dachau: The Uses and Abuses of a Concentration Camp, 1933–2001. Cambridge University Press, 2001, ISBN 978-0-521-55204-2 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Sein Kollege Martin Broszat nahm an, dass der für die Anbringung am Tor des KZ Auschwitz verantwortliche dortige Kommandant Rudolf Höß „sie in seiner beschränkten Denk- und Empfindungsweise bis zu einem gewissen Grade ernst gemeint habe“. „Aus dem modernen Mythos des schließlich für spezifisch deutsch gehaltenen Arbeitsgeistes erwuchs eine der Vernichtungsstrategien des Völkermords.“<ref>Rezension: Sachbuch: Mord als Arbeit. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 17. März 1999, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 15. Mai 2016]).</ref> Zusätzlich zur Toraufschrift wurde in einigen Konzentrationslagern – beispielsweise auf dem Wirtschaftsgebäude des KZ Dachau sowie in Sachsenhausen und Neuengamme – gut sichtbar eine von Heinrich Himmler stammende Parole angebracht: „Es gibt einen Weg zur Freiheit. Seine Meilensteine heißen: Gehorsam, Fleiß, Ehrlichkeit, Ordnung, Sauberkeit, Nüchternheit, Wahrhaftigkeit, Opfersinn und Liebe zum Vaterland!“.

Auschwitz

Am Tor des Stammlagers Auschwitz befindet sich der Schriftzug „Arbeit macht frei“ mit einem auf dem Kopf stehenden Buchstaben B. Laut ehemaligen Häftlingen habe sich um einen heimlichen Protest ihres Mitgefangenen Jan Liwacz gehandelt, der als Kunstschlosser mehrere Auftragsarbeiten für die SS ausführen musste, darunter 1940 den Schriftzug.

Diebstahl

Der originale Schriftzug wurde in den frühen Morgenstunden des 18. Dezember 2009 gestohlen.<ref>„Arbeit macht frei“: Diebe stehlen Schriftzug von Auschwitz-Tor. Spiegel Online vom 18. Dezember 2009.</ref> Noch am selben Morgen wurde er durch eine Kopie ersetzt, die bereits für den Einsatz bei Restaurierungsarbeiten angefertigt worden war. Die polnische Polizei leitete eine Großfahndung ein und verschärfte die Grenzkontrollen. Drei Tage nach dem Diebstahl wurde der Schriftzug in einem Waldversteck im Norden Polens aufgefunden. Die Inschrift war in drei Teile zu je einem Wort zerlegt worden. Fünf Männer im Alter von 20 bis 39 Jahren wurden festgenommen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gestohlener Auschwitz-Schriftzug sichergestellt (Memento vom 22. Dezember 2009 im Internet Archive)</ref> Der Schriftzug wurde in der Werkstatt der Gedenkstätte restauriert. Es wurde angekündigt, dass er künftig in einem geschlossenen Raum des Museums gezeigt werde.<ref>Infamous Auschwitz 'Arbeit macht frei' sign restored. In: BBC. 19. Mai 2011, abgerufen am 24. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im Dezember 2010 wurde in Polen der Schwede Anders Högström, der als Drahtzieher des Diebstahls gilt, zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und acht Monaten verurteilt. Högström sollte seine Strafe in Schweden absitzen. Nach eigenen Angaben wollte er den Schriftzug in Schweden weiterverkaufen.<ref>"Arbeit macht frei"-Diebstahl - Drahtzieher zu Haftstrafe verurteilt. In: Der Spiegel. 30. Dezember 2010, abgerufen am 24. August 2024.</ref> Zwei polnische Komplizen mussten ebenfalls für über zwei Jahre ins Gefängnis. Drei weitere polnische Komplizen waren zuvor zu Haftstrafen zwischen eineinhalb und zweieinhalb Jahren verurteilt worden.

Auschwitz-Monowitz

Unklarheit herrscht darüber, ob es auch in Auschwitz-Monowitz ein „Arbeit macht frei“-Schild gab. Dies behaupten unter anderen Primo Levi<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Primo Levi and the language of witness.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 17. November 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)): „Levi remembers vividly the slogan ‚Arbeit Macht Frei‘ (work gives freedom) illuminated above the front gate through which he entered the Monowitz camp at Auschwitz.“Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> sowie der damalige britische Soldat Denis Avey in seinem Buch Der Mann, der ins KZ einbrach. Der Historiker Piotr Setkiewicz vom Museum Auschwitz bezweifelt, dass es bei Monowitz ein solches Schild gab.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Heimlich in Auschwitz: Die ungeheuerliche Geschichte eines britischen Kriegsgefangenen (Memento vom 30. Dezember 2011 im Internet Archive), Das Erste</ref>

Edith Eger spricht in ihrem Buch Ich bin hier, und alles ist jetzt über ein Arbeit-macht-frei-Schild in Auschwitz II (Birkenau).

Dachau

Datei:DachauGate.jpg
Tor (Original) im Jourhaus, dem ehemaligen Eingangsgebäude des KZ Dachau

Im KZ Dachau war der Spruch „Arbeit macht frei“ in ein schmiedeeisernes Tor eingelassen, das den Durchgang des 1936 neuerrichteten Eingangsgebäudes zum Häftlingslager verschloss. Der Nürnberger KZ-Häftling Karl Röder berichtet, dass er den Leitspruch in der Sicherheitswerkstätte des Konzentrationslagers hatte schmieden müssen.<ref>Dirk Riedel: „Arbeit macht frei“. Leitsprüche und Metaphern aus der Welt des Konzentrationslagers. In: Dachauer Hefte, 22 (2006), S. 11 f. <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />online (Memento vom 23. September 2015 im Internet Archive)</ref> Im KZ Dachau schrieb Jura Soyfer das bekannte Dachau-Lied, in dessen Refrain der Spruch „Arbeit macht frei“ aufgegriffen wird.

Diebstahl

In der Nacht zum 2. November 2014 wurde die historische Tür am Jourhaus, das den Haupteingang des Häftlingsbereiches des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau bildete und heute das Eingangstor der Gedenkstätte ist, von unbekannten Tätern gestohlen. Die Tür enthält den Schriftzug „Arbeit macht frei“.<ref>Diebe stehlen historische Haupteingangstür des KZ Dachau. In: Die Zeit. 2. November 2014, abgerufen am 24. August 2024.</ref> Gut zwei Jahre später, am 2. Dezember 2016, wurde die Tür nach norwegischen Polizeiangaben in der Stadt Bergen in Westnorwegen wiedergefunden. Die Polizei stellte sie nach einem anonymen Hinweis sicher. Wie sie nach Norwegen gelangte, sollte länderübergreifend geklärt werden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Porten ble stålet fra en konsentrasjonsleir – nå har den dukket opp i Ytre Arna. (Memento vom 3. Dezember 2016 im Internet Archive) In: Bygdanytt, 2. Dezember 2016.</ref><ref>Diebstahl in Dachau - Tor von KZ-Gedenkstätte offenbar in Norwegen gefunden. In: Der Spiegel. 2. Dezember 2016, abgerufen am 24. August 2024.</ref> Am 22. Februar 2017 kehrte die Tür nach Dachau zurück. Sie wird künftig in der Dauerausstellung des Museums in einer alarmgesicherten und klimatisierten Vitrine zu sehen sein.<ref>KZ-Gedenkstätte - Gestohlenes Tor ist zurück in Dachau. In: Der Spiegel. 22. Februar 2017, abgerufen am 24. August 2024.</ref> Am Eingangstor bleibt die im April 2015 anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung des KZ Dachau gefertigte Replik erhalten.<ref>Gestohlenes KZ-Tor aus Dachau in Norwegen gefunden. In: Süddeutsche Zeitung. 2. Dezember 2016, abgerufen am 24. August 2024.</ref>

Buchenwald

Das einzige KZ mit einer abweichenden Torüberschrift war das KZ Buchenwald mit dem Spruch „Jedem das Seine“. Dieses Zitat geht auf den römischen Dichter und Staatsmann Marcus Tullius Cicero zurück: Justitia suum cuique distribuit („Die Gerechtigkeit teilt jedem das Seine zu“). Abgekürzt in «suum cuique» wurde es ein Wahlspruch der preußischen Könige. Als Inschrift schmückte es den 1701 von Friedrich III. von Brandenburg gestifteten Hohen Orden vom Schwarzen Adler.<ref>Gustav Adolph Ackermann: Ordensbuch sämmtlicher in Europa blühender und erloschener Orden und Ehrenzeichen. Rudolph & Dieterici, Annaberg 1855, S. 22f. (Digitalisat).</ref> Am Mauerfries über dem eisernen Tor von Buchenwald stand außerdem: Recht oder Unrecht mein Vaterland.<ref>Jedem das Seine. In: Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus. Abgerufen am 24. August 2024.</ref> Der 1947 erschienene Gedichtband des ehemaligen Buchenwald-Häftlings Karl Schnog trägt den Titel Jedem das Seine.

Verwendung in der Gegenwart

Der Gebrauch, verbunden mit mangelnder Kenntnis über die Geschichte dieser Parole, führt regelmäßig zu einem Eklat.

Während des Bundestagswahlkampfes 2005 erklärte der damalige stellvertretende SPD-Vorsitzende Ludwig Stiegler, die Wahlparole der CDU „Sozial ist, was Arbeit schafft“ erinnere ihn an „Arbeit macht frei“. Später entschuldigte er sich für diesen Vergleich.<ref>Susanne Ruhland/AP: Bundestagswahl: Anpfiff zum Endspiel. In: stern.de. 22. Juli 2005, abgerufen am 11. April 2019.</ref>

Für Aufregung sorgte 2010 auch eine Verballhornung des Ausdrucks durch den Aeroclub von Treviso, der mit einem dem Auschwitz-Schild nachempfundenen Schriftzug „Fliegen macht frei“ gegen die geplante Schließung des örtlichen Flughafens protestierte.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ärger um Flughafen-Logo im KZ-Stil (Memento vom 24. November 2010 im Internet Archive), Bericht des Schweizer Fernsehens vom 21. November 2010.</ref>

2012 wurden eine freie Moderatorin und eine Assistentin des Lokalradios Gong 96,3 entlassen, weil sich die Moderatorin in einer Sendung mit den Worten Arbeit macht frei an die Hörer gewandt hatte, welche am letzten Samstag im Juli arbeiten mussten. Bei der Staatsanwaltschaft München war deshalb ein Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung eingeleitet worden.<ref>Moderatorin nach Nazi-Äußerung entlassen. In: Süddeutsche Zeitung. 9. August 2012, abgerufen am 24. August 2024.</ref>

Im Juli 2017 verwendete das serbische Nachrichtenmagazin Nedeljne Informativne Novine den Satz auf der Titelseite, um die Missachtung geltender Arbeits- und Streikgesetze durch die serbische Regierung zu kritisieren.<ref>Der Standard: Serbisches Magazin entschuldigt sich wegen "Arbeit macht frei"-Titelseite. Abgerufen am 23. März 2022.</ref>

Im Jahr 2019 kam es zu einem Eklat, als VW-Konzernchef Herbert Diess seine Mitarbeiter mit dem Slogan „Ebit macht frei“ versuchte, zur Arbeit zu motivieren.<ref>Michael Freitag, Der Spiegel: VW: Volkswagen-Chef Herbert Diess entschuldigt sich für Aussage „Ebit macht frei“ - Der Spiegel - Wirtschaft. Abgerufen am 19. Dezember 2020.</ref>

In Finnland nahm die Patent- und Registerbehörde (Patentti- ja rekisterihallitus) im Mai 2021 den Namen „Oy Arbeit Macht Frei Ltd.“ für eine Unternehmung an.<ref>Språkmiss: Finskt företag fick namnet Arbeit Macht Frei. Hufvudstadsbladet 8. November 2021 (auf Schwedisch).</ref> Die Namensgenehmigung für „Oy Arbeit Macht Frei Ltd.“ durch die Patent- und Registerbehörde in Finnland im Mai 2021 führte zu einem folgenschweren Fehler, den die National Board of Patents and Registration (NBPR) aktiv vor Gericht anficht. Die Kontroverse entstand aufgrund des mangelnden deutschen Sprachverständnisses eines Sachbearbeiters, der nicht erkannte, dass der Ausdruck „Arbeit macht frei“ als NS-Slogan in Konzentrationslagern Verwendung fand, und die NBPR prüft die Möglichkeit einer Rücknahme dieser Entscheidung vor dem Obersten Verwaltungsgericht.<ref>NBPR wrongly approved the company as Arbeit Macht Frei, a decision to try to overturn in court. In: newsfoundet.com. Abgerufen am 27. Januar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Siehe auch

Literatur

  • Wolfgang Brückner: „Arbeit macht frei“. Herkunft und Hintergrund der KZ-Devise (= Otto-von-Freising-Vorlesungen der Katholischen Universität Eichstätt. 13). Leske + Budrich, Opladen 1988, ISBN 3-8100-2207-1.
  • Wolfgang Brückner: Gedenkstättenkultur als wissenschaftliches Problem. KZ-Embleme in der Museumsdidaktik. In: Gunther Hirschfelder, Dorothea Schell, Adelheid Schrutka-Rechtenstamm (Hrsg.): Kulturen – Sprachen – Übergänge. Festschrift für Heinrich Leonhard Cox zum 65. Geburtstag. Böhlau, Köln / Weimar / Wien 2000, ISBN 3-412-11999-7, S. 525–565.
  • Eric Joseph Epstein, Philip Rosen: Dictionary of the Holocaust. Biography, Geography, and Terminology. Greenwood Press, Westport CT u. a. 1997, ISBN 0-313-30355-X.
  • Dirk Riedel: „Arbeit macht frei.“ Leitsprüche und Metaphern aus der Welt des Konzentrationslagers. In: Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Realität – Metapher – Symbol. Auseinandersetzung mit dem Konzentrationslager (Dachauer Hefte. 22). Verlag Dachauer Hefte, Dachau 2006, ISBN 3-9808587-7-4.
  • Friedrich-Ebert-Gymnasium Mühlheim (Hrsg.): Arbeit macht frei! Schüler suchen in Auschwitz. Schülerprojekt 2012: Mensch erinnere, was in Auschwitz dir geschah des Friedrich-Ebert-Gymnasiums Mühlheim. Prager-Haus, Apolda 2012, ISBN 978-3-935275-25-5 (Teil der Anne-Frank-Shoah-Bibliothek).
  • Nikolas Lelle: »ARBEIT MACHT FREI«. Annäherungen an eine NS-Devise, Verbrecher Verlag, Berlin 2024, ISBN 978-3-95732-585-3.

Weblinks

Wiktionary: Arbeit macht frei – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: „Arbeit macht frei“ – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />