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Ararat

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Vorlage:Hinweisbaustein Vorlage:Infobox Berg

Der Berg Ararat (aus dem Hebräischen, entstanden aus assyrisch Urartu), auch Großer Ararat (Vorlage:TrS, Vorlage:HyS oder {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, Vorlage:KuS-Latn, auch traditionell Vorlage:FaS), ist ein ruhender Vulkan im Armenischen Hochland in Ostanatolien nahe der Grenze zu Armenien, Iran und der aserbaidschanischen Exklave Nachitschewan. Er ist mit Vorlage:Höhe<ref name="Karte">Türkeikarte der Geographischen Fakultät der Universität Ankara</ref> der höchste Berg der Türkei. Der kurdische Name, Çiyayê Agirî‎, bedeutet ‚der feurige Berg‘ (agir‎ ‚Feuer‘, çiya‎ ‚Berg‘).

Der kleinere Nachbarberg, der Kleine Ararat (Vorlage:TrS, Vorlage:HyS), ist Vorlage:Höhe hoch.<ref name="Karte" /> Im Jahre 2004 wurden beide Araratberge Teil eines Nationalparks.

Geologie und Ausbruchsgeschichte

Der letzte Ausbruch des Vulkans fand 1840 statt. Dabei wurde das Dorf Ahora auf der Nordostseite zerstört.<ref name="point77">Joseph Pointdexter: Zwischen Himmel und Erde. Die 50 höchsten Gipfel. Könemann, Köln 1999, ISBN 3-8290-3561-6, S. 77.</ref>

Mythos

Auf dem Gebirge Ararat soll nach der Sintflut die Arche Noah gestrandet sein Vorlage:Bibel. Die Vulgata spricht hierbei von den montes Armeniae, also den „Bergen Armeniens“, während es in der Nova Vulgata in montes Ararat, „Berge von Ararat“, geändert wurde. Anerkannte wissenschaftliche Belege für diesen Bericht fehlen allerdings. Einige Autoren behaupten, die biblische Geschichte verweise nicht direkt auf den Berg Ararat, sondern allgemein auf das Reich Urartu, das in assyrischer Keilschrift gleich geschrieben wurde.<ref>Vorlage:Literatur</ref> Der Koran hingegen nennt als Landeplatz Noahs den Berg Dschudi (Sure XI, 44), wobei unklar ist, ob damit der Cudi Dağı oder ein Berg in Arabien gemeint ist.<ref>M. Streck: Dj udī In: The Encyclopaedia of Islam. New Edition. Bd. 2, Brill, Leiden, S. 572–573.</ref>

Eine als „Ararat-Anomalie“ bezeichnete geologische Formation in Gipfelnähe wurde im 20. Jahrhundert durch Luftaufnahmen bekannt und nährte Spekulationen um Überreste der biblischen Arche Noah.

Ein anderer Mythos ist die Legende von den Zehntausend Märtyrern, die auf dem Ararat gekreuzigt worden sein sollen.<ref name="aeberhard">Robert Aeberhard, Kirchen im Seeland, Verlag W. Gassmann AG, Biel, 1980, S. 355.</ref>

Wappenstreit

Datei:Coat of arms of Armenia.svg
Das Wappen Armeniens mit dem Ararat im Zentrum.

Auch wenn der Ararat heute in der Türkei liegt, ist er das Nationalsymbol der Armenier, die bis zum Völkermord an den Armeniern 1915 größtenteils in den sechs armenischen Ostprovinzen im Osmanischen Reich ihren Siedlungsraum rund um den Ararat hatten. Er war im Staatswappen der Armenischen SSR und ist auch im Wappen Armeniens abgebildet. Die Türkei protestierte mit dem Hinweis, dass der Berg auf türkischem Territorium liege und deshalb nicht von Armenien oder der Sowjetunion vereinnahmt werden dürfe. Der sowjetische Außenminister Gromyko konterte später mit dem Hinweis, dass im Gegensatz dazu die Türkei den Mond als eine Mondsichel in der Flagge führe, obwohl weder der Mond noch ein Teil davon zur Türkei gehörten.<ref>Michael Binyon: A promise of peace in the shadow of Ararat. In: The Times online vom 15. April 2009.</ref>

Erstbesteigung

Die erste historisch belegte Gipfelersteigung des Großen Ararats erfolgte am Vorlage:JULGREGDATUM<ref>Vorlage:ADB (hier S. 188).</ref> durch eine kleine Expedition, angeführt von Friedrich Parrot, dem damaligen Rektor der Kaiserlichen Universität Dorpat. Er war in Begleitung seines armenischen Führers, des späteren bekannten Romanciers Chatschatur Abowjan, der beiden russischen Soldaten Alexei Sdorowenko und Matwei Tschalpanow vom 41. russischen Jägerregiment sowie der beiden Bauern Howhannes Ajwasjan und Murad Poghosjan aus dem unweit des Berges gelegenen Ort Arkori. James Bryce bestieg den Ararat 1876.

Alpinismus

Seit 2001 erlauben die türkischen Behörden unter Auflagen eine Gipfelbesteigung für Ausländer. Neben einem Ausnahmevisum, für dessen Ausstellung durch die Botschaft die Genehmigung des Tourismus- und des Verteidigungsministeriums vorliegen muss, wird eine Erlaubnis des Türkischen Bergsteigerverbandes gefordert. Die Ausstellung kann Monate dauern.<ref name="point78">Pointdexter, Joseph: Zwischen Himmel und Erde. Die 50 höchsten Gipfel. Könemann, Köln 1999, ISBN 3-8290-3561-6, S. 78.</ref> Das Visum muss mindestens zehn Wochen vor Reiseantritt beantragt werden. Nicht erlaubt sind Individualtouren; jeder Bergsteiger muss sich einer Gruppe anschließen.<ref>Jörn Klare: Hinauf zum Gipfel einer Majestät In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. April 2009.</ref> In den klimatisch für die Besteigung günstigen Sommermonaten finden sich zahlreiche Expeditionen am Berg ein. Meist wird der Berg von der Südseite begangen. Ausgangspunkt ist die Grenzstadt Doğubeyazıt. Von dort führt eine Fahrstraße zur letzten Siedlung, dem kurdischen Hirtendorf Eliköy.<ref name="point78" /> Das Basislager befindet sich auf Vorlage:Höhe. Die Gipfelbesteigung erfolgt vom Lager I von Vorlage:Höhe aus. Neben der gängigen Südroute gibt es noch eine Ost- und eine Nordroute. Die Nordroute führt von der Stadt Aralık zum ersten Camp auf Vorlage:Höhe. Die Besteigung erfolgt dann von dem Bergsee Köp Gölü aus. In den Monaten März bis Mai wird der Ararat auch mit Skiern bestiegen. Vorlage:" In den Wintermonaten ist das Wetter am Berg sehr unbeständig, Schneestürme machen eine Besteigung oft unmöglich.

Film

Siehe auch

Literatur

  • H. Hofmann: Der große Ararat und die Versuche zu seiner Besteigung. In: Mitteilungen des Vereins für Erdkunde zu Leipzig. 1884, S. 133–202 (digital.slub-dresden.de).
  • Friedrich Parrot: Reise zum Ararat. Berlin 1834 (dspace.utlib.ee).
  • Frank Westerman: Ararat – Pilgerreise eines Ungläubigen. (Übersetzt aus dem Niederländisch von Stefan Häring und Verena Kiefer), Links, Berlin 2008, ISBN 978-3-86153-487-7; erweiterte Taschenbuchauflage: Malik bei Piper, München 2010, ISBN 978-3-492-40380-1.

Weblinks

Vorlage:Commons

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Normdaten