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Antimon(III,V)-oxid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Kristallstruktur
Kristallstruktur des α-Polymorphs von Antimon(III,V)-oxid
Vorlage:Farbe Sb3+/5+ 0 Vorlage:Farbe O2−
Allgemeines
Name Antimon(III,V)-oxid
Andere Namen
  • Diantimontetroxid
  • Antimondioxid
  • Antimon(III)-antimonat(V)
Verhältnisformel Sb2O4
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff<ref>A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 101. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 1995, ISBN 3-11-012641-9, S. 820.</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 215-576-0
ECHA-InfoCard 100.014.161
PubChem 74002
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 307,51 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte
  • 6,63 g·cm−3 (orthorhombisch)<ref name="Amador">J. Amador, E. Gutierrez Puebla, M. A. Monge, I. Rasines, C. Ruiz Valero: Diantimony Tetraoxides Revisited, in: Inorg. Chem. 1988, 27, 1367–1370, doi:10.1021/ic00281a011.</ref>
  • 6,72 g·cm−3 (monoklin)<ref name="Amador" />
Schmelzpunkt

1050 °C (Zersetzung)<ref name="Römpp">Eintrag zu Antimonoxide. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.240.780">Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Gruppeneintrag Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="Strem Chemicals">Strem Chemicals: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Antimony(IV) oxide (99.99%-Sb) PURATREM (Memento vom 31. Oktober 2016 im Internet Archive), abgerufen am 27. Dezember 2019.</ref>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302​‐​331​‐​315​‐​319​‐​335​‐​411
P: 101​‐​102​‐​103​‐​280​‐​261​‐​305+351+338​‐​301+312​‐​403+233​‐​501<ref name="Strem Chemicals" />
Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−907,5 kJ·mol−1 <ref>M. Binnewies, E. Milke: Thermochemical Data of Elements and Compunds. 2. Auflage. Wiley-VCH, Weinheim 2002, ISBN 3-527-30524-6, S. 829.</ref>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Antimon(III,V)-oxid, auch Antimon(III)-antimonat(V) oder Diantimontetroxid, ist eine Antimonverbindung mit der Summenformel Sb2O4. Es gehört zur Stoffklasse der Oxide. Diantimontetroxid ist ein weißes, in der Hitze gelbes Pulver, das in Wasser unlöslich ist.

Vorkommen

In der Natur kommt Antimon(III,V)-oxid in Form des Minerals Cervantit vor. Fundstellen sind unter anderem in Rumänien, Bolivien und Spanien.<ref name="Strunz1978">Paul Ramdohr, Hugo Strunz: Lehrbuch der Mineralogie. 16. Auflage. Ferdinand Enke Verlag, 1978, ISBN 3-432-82986-8, S. 543.</ref>

Gewinnung und Darstellung

Antimon(III,V)-oxid bildet sind auf mehrere Weisen. Antimon(V)-oxid wandelt sich bei 800 °C unter Sauerstoffabgabe in Diantimontetroxid um. Dabei kommt es jedoch nicht zum Schmelzen der Verbindung.<ref name="HoWi">A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1, S. 849.</ref>

<chem>2Sb2O5 -> 2Sb2O4 + O2 ^</chem>

Auch aus Antimon(III)-oxid entsteht Diantimontetroxid, wenn es über 500 °C an der Luft erhitzt wird.<ref name="HoWi"/>

<chem>2Sb2O3 + O2 -> 2Sb2O4</chem>

Eigenschaften

Datei:Alpha-Sb2O4-xtal-b-2x2x2-3D-bs-17.png
Ausschnitt aus der Kristallstruktur des α-Antimon(III,V)-oxid
Datei:Beta-Sb2O4-xtal-b-2x2x2-3D-bs-17.png
Ausschnitt aus der Kristallstruktur des β-Antimon(III,V)-oxid

In Antimon(III,V)-oxid sind keine vierwertigen Ionen vorhanden, vielmehr ist es ein Mischoxid von Antimon(III)- und Antimon(V)-oxid. Der häufig verwendete Name Antimon(IV)-oxid ist darum chemisch nicht ganz korrekt.

Es sind zwei Modifikationen, α- und β-Antimon(III,V)-oxid bekannt. Bei einer Temperatur von 1130 °C wandelt sich die α- in die β-Form um.<ref name="Römpp"/> α-Antimon(III,V)-oxid kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem mit den Gitterparametern a = 5,43 Å, b = 4,81 Å und c = 11,78 Å sowie vier Formeleinheiten pro Elementarzelle. Die β-Form ist monoklin mit den Gitterparametern a = 12,06 Å, b = 4,84 Å, c = 5,38 Å und β = 104,56°, sowie vier Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="Amador"/>

Es liegen dabei Schichten aus SbO5-Oktaedern vor, die ein fünfwertiges Antimonatom im Zentrum besitzen. Dies sind über ihre Ecken miteinander verknüpft. Die Schichten sind untereinander über die dreiwertigen Antimonatome verknüpft.<ref name="HoWi"/>

Löslich ist Diantimontetroxid in konzentrierter Schwefelsäure und Salzsäure. Dagegen löst sich die Verbindung nicht in Wasser und verdünnten Säuren und Laugen.<ref name="Römpp"/>

Einzelnachweise

<references/>