Anonyme Arbeitssüchtige
Anonyme Arbeitssüchtige (AAS, Eng.: Workaholics Anonymous) sind Selbsthilfegruppen für Menschen, die arbeitssüchtig (Workaholics) sind.<ref>Arbeitssucht: Gehören Sie zu den Betroffenen?, Schaumburger Nachrichten, 2. Mai 2012</ref> Das Zwölf-Schritte-Programm der AAS<ref>Die zwölf Schritte, Website AAS</ref> entstand in Anlehnung an das Programm der Anonymen Alkoholiker.<ref>Wulf Mirko Weinreich: Integrale Psychotherapie. Ein umfassendes Therapiemodell auf der Grundlage der Integralen Philosophie nach Ken Wilber, Araki Verlag, Leipzig 2005, S. 334 ff. Online</ref>
1983 wurde die erste Selbsthilfegruppe für Arbeitssüchtige als Workaholics Anonymous in New York City gegründet.<ref>John Naish: Genug: Wie Sie der Welt des Überflusses entkommen, Ehrenwirth, Bergisch Gladbach 2008, S. 132 Online</ref> In Deutschland existieren die Anonymen ArbeitsSüchtigen (AAS) bereits seit 1986,<ref>Julia Giertz: "Arbeitssucht das vergessene Leiden: Auch mal ne Pause einlegen" Artikel vom 6. August 1994 in Berliner Zeitung (online) aufgerufen am 2. August 2025</ref> im Jahr 2017 gab es 15 Meetings in Deutschland und 5 Meetings in Österreich, außerdem verschiedene Telefonmeetings.<ref>Stanley Vitte: Workaholics: Wenn Arbeit zur Sucht wird, Focus, 13. September 2007, abgerufen am 12. Dezember 2013</ref>
Laut der Präambel von AAS ist die einzige Voraussetzung für die Teilnahme an der Gruppe der Wunsch, mit zwanghaftem Arbeiten oder auch Nicht-Arbeiten aufzuhören. AAS erhebt keine Mitgliedsbeiträge, sie erhält sich durch eigene Spenden. Höchstes Gebot ist Anonymität, die Mitglieder müssen ihre Identität nicht offenlegen, Teilnahmelisten oder Mitgliederkarteien gibt es nicht.<ref>Laura Gitschier: Abhängigkeit: Süchtig nach Arbeit, Die Zeit, 26. Februar 2010</ref>
Auf den regelmäßigen Meetings haben die Betroffenen die Möglichkeit, über ihre Anliegen zu reden,<ref>Samuel Acker: Wie sich die Sucht nach Arbeit austreiben lässt, Die Welt, 15. Oktober 2013, abgerufen am 12. Dezember 2013</ref> wobei es keine Vorschriften bezüglich der Themen gibt. Niemand muss etwas sagen. An den Treffen nehmen nur Betroffene teil und keine Psychologen.<ref>Tobias Unger: Wenn man aus Sucht bis zur Erschöpfung arbeitet, Die Welt, 17. Oktober 2010, abgerufen am 12. Dezember 2013</ref>
Literatur
- Stefan Poppelreuter: Arbeitssucht, Beltz, Weinheim 1997, ISBN 9783621277419, S. 170 ff.
Weblinks
- Anonyme Arbeitssüchtige
- Workaholics Anonymous World Services
- Kolja Rudzio: Workaholic: Die unbekannte Sucht, Die Zeit, 12. Mai 2016
Einzelnachweise
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