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Anne und Hans kriegen ihre Chance

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Anne und Hans kriegen ihre Chance (Originaltitel: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist der bekannteste Comic des niederländischen Comiczeichners Theo van den Boogaard.<ref name="comlex">Andreas C. Knigge: Comic Lexikon. Ullstein, Frankfurt/Berlin/Wien 1988, ISBN 3-548-36554-X, S. 104</ref><ref>Theo van den Boogaard auf comicguide.de, abgerufen am 27. März 2008</ref>

Veröffentlichungen

Ans en Hans erschien 1969 zuerst als Fortsetzungsgeschichte in dem niederländischen Magazin Aloha und kurze Zeit später in der ebenfalls niederländischen pornographischen Kontaktzeitschrift Chick.<ref>Theo van den Boogaard auf lambiek.net (niederländisch), abgerufen am 25. März 2008</ref> Als Album erschien Ans en Hans im Jahr 1970 bei dem Amsterdamer Verlag P.J. Muller.<ref>Ans en Hans auf zilverendolfijn.nl (niederländisch), abgerufen am 22. Februar 2010</ref> Eine deutschsprachige Version erschien zuerst 1970 bei Brumm Comix im Melzer Verlag,<ref name="comicguide">Anne und Hans kriegen ihre Chance auf comicguide.de, abgerufen am 25. März 2008</ref> Der Volksverlag brachte 1980 unter dem Titel Anne und Hans eine Neuauflage heraus.<ref>Anne und Hans auf comicguide.de, abgerufen am 25. März 2008</ref>

Handlung

Der schüchterne und frustrierte Student Hans, der ein verkrampftes Verhältnis zu seinen Eltern hat, wird an seinem Studienort von seiner ehemaligen Schulkameradin Anne aufgesucht. Während er, der gerade bei der Masturbation gestört wurde, äußerst irritiert ist, gibt sie zu erkennen, dass ihre Absichten eindeutig sexueller Natur sind. Als Anne Hans’ Vorlage entdeckt, möchte er am liebsten vor Scham im Boden versinken, doch sie sieht es sehr gelassen. Hans’ Ängste und Sorgen, dass er sexuell versagen könnte, sind dabei das eigentliche Thema. Der folgende Liebesakt wird durch karikaturhafte Figuren am Bildrand beobachtet und der Voyeurismus der Leser kommentiert. Der Comic endet damit, dass Hans auf Heimatbesuch bei seinen Eltern, zu denen er nun ein entspanntes Verhältnis hat, Anne einen Besuch abstattet und sie dabei mit einem anderen Jungen im Bett antrifft.

Indizierung

Auf Antrag des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Sport der Landesregierung von Rheinland-Pfalz wurde der Comic 1973 von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften indiziert. In ihrer Antragsbegründung führte die Antragstellerin aus, dass „der dominierende Inhalt des Heftes […] absolut gesetzte Geschlechtsteile und Voyeurismus“ seien und „der sexuelle Akt […] als Volksbelustigung für ein lüsternes Publikum genommen“ würde. Darüber hinaus hieß es, dass der Comic „unter dem Deckmantel der Enttabuisierung eindeutig die Grenze des im Jugendschutz Tolerierbaren“ überschreite und „dem Heranwachsenden ein gefährliches Welt- und Menschenbild“ suggeriere. Mit der Begründung, dass „eine Reduzierung zwischenmenschlicher Beziehungen auf das Genitale vorgenommen“ sei und dass „der Inhalt der Schrift“ geeignet sei, „Kinder und Jugendliche sozialethisch zu verwirren, weil er pornographisch und damit unsittlich […] ist“, folgte die Bundesprüfstelle der Argumentation der Antragstellerin. Die Entscheidung Nr. 1035 erfolgte einstimmig am 4. Mai 1973. Sie wurde am 12. Mai 1973 im Bundesanzeiger veröffentlicht.<ref name="Jahrbuch 1988">Andreas C. Knigge: Comic Jahrbuch 1988. Ullstein, Frankfurt/Berlin/Wien 1988, ISBN 3-548-36548-5, S. 383</ref> Die Indizierung der Neuauflage Anne und Hans wurde am 11. März 1981 im Bundesanzeiger bekannt gegeben.<ref name="Jahrbuch 1988"/>

Durch eine Gesetzesänderung wurden die Indizierungen im Jahr 2003 aufgehoben.

Rezeption

Harald Havas bezeichnet Anne und Hans kriegen ihre Chance als eine „pornographische Emanzipationsstory“.<ref>Harald Havas & Gerhard Habarta: Comic Welten - Geschichte und Struktur der neunten Kunst. Edition Comic-Forum, Wien 1993, ISBN 3-900390-61-4, S. 223</ref> Für Andreas C. Knigge ist der Comic van den Boogaards „wichtigstes und populärstes Werk“,<ref name="comlex"/> dem er eine „historisch [...] wichtige Bedeutung“ beimisst.<ref>Andreas C. Knigge: Sex im Comic. Ullstein Verlag, Frankfurt/Berlin/Wien 1985, ISBN 3-548-36518-3, S. 174</ref> Laut Roland Seim stellt die damalige Indizierung eine „völlige Verkehrung der eigentlichen Aussage“ dar.<ref>Roland Seim: „No Sex, please!“ - Comic und Zensur auf telos-verlag.de (PDF; 67 kB), abgerufen am 23. Februar 2010</ref>

Literatur

  • Andreas C. Knigge: Sex im Comic. Ullstein, Frankfurt/Berlin/Wien 1985, ISBN 3-548-36518-3, S. 169–174

Fußnoten

<references />