Zum Inhalt springen

Anne-Mie van Kerckhoven

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Anne-Mie van Kerckhoven (* 5. Dezember 1951 in Antwerpen) ist eine belgische Künstlerin. Ihr Werk umfasst Zeichnungen, Musik, Malerei, Computer- und Videokunst.

Leben

Kerckhoven (die sich mit AMVK abkürzt) studierte Grafikdesign an der Akademie der Schönen Künste in Antwerpen.<ref>Galerie Barbara Thumm: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Anne-Mie van Kerckhoven \ biography (Memento vom 14. Dezember 2009 im Internet Archive)</ref> In den 70er Jahren war sie Teil der belgischen Underground-Szene und testete in ihren Performances, Zeichnungen, Musik und Texten die Grenzen der aktuellen Kunst. Mit Danny Devos gründete sie 1981 die Industrial-Band Club Moral<ref>Club Moral Home</ref>. 2003 bekam sie die Auszeichnung Prize for Visual Arts sowie den Preis der Flämischen Gemeinschaft im Bereich Bildende Kunst.

Ab 2006 war sie Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD.<ref>Nele Hertling: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gäste des Berliner Künstlerprogramms 2006 (Memento vom 21. Juli 2007 im Internet Archive).</ref> 2007 setzte sie ihre musikalische Entwicklung im Rahmen des Projektes Bum Collar fort. Mit der Ausstellung Nothing More Natural war sie 2009 in Luzern, Brüssel, Carquefou und Nürnberg zu sehen.<ref name="kunsthallenuernberg">Kunsthalle Nürnberg: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Anne-Mie Van Kerckhoven. Nothing More Natural (Memento vom 9. Dezember 2010 im Internet Archive)</ref>

Kerckhoven lebt und arbeitet in Antwerpen und Berlin.

Werk

In ihrem großen zeichnerischen Werk steht oft der weibliche Körper im Mittelpunkt. In ihren Filmen verwendet sie häufig ihre Zeichnungen, aber auch Bilder von Pin-up-Girls, verfremdet Farben und collagiert. Andere Filme kombinieren verschiedene Blicke auf ein Geschehen (ein Tanz, ein Gang durch ein Haus) durch das Übereinanderkopieren von zwei oder drei getrennt aufgenommenen Filmen.

Eine wichtige Funktion in ihren Filmen spielen Musik und Geräusche. Häufig sind die Filme als Hintergrundprojektion für eine Performance oder für den Auftritt einer ihrer Musikgruppen (Club Moral, Bum Collar) gedacht und wurden in einer Schleife (Loop) gestaltet.

In ihren Arbeiten spiegeln sich philosophische, technologische und gesellschaftliche Konzepte und konfrontiert sie mit ihrer kritischen, vom Geist der 68er-Bewegung geprägten Position.<ref name="kunsthallenuernberg" />

Zuletzt arbeitete sie an einer Art visuellem Trialog, beeinflusst von der Mystikerin Marguerite Porete, dem Hermetiker Giordano Bruno – beide wegen ihrer Ideen zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt, und dem Philosophen Herbert Marcuse. Das Artforum erinnert ihre Arbeit des Kanalisierens divergierender Einflüsse und deren stilistische Verschmelzung an Valentine de Saint-Point, Autorin des Futurist Manifesto of Lust und sieht Van Kerckhoven als feministische Futuristin.<ref>Michelle Grabner: Anne-Mie Van Kerckhoven: THE RENAISSANCE SOCIETY. Artforum International Magazine, 1. Januar 2012, abgerufen am 24. Januar 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Einzelausstellungen (Auswahl)

Gruppenausstellungen (Auswahl)

  • 1992: Woord en Beeld, MuHKA, Antwerpen
  • 1999: Trouble spot.painting, MuHKA/NICC, Antwerpen
  • 2000: Die Verletzte Diva, Galerie im Taxispalais, Berlin
  • 2004: Dream Extensions, Stedelijk Museum voor Actuele Kunst (S.M.A.K.), Gent
  • 2004: Dear ICC, MuHKA, Antwerpen
  • 2005: Collectiepresentatie XI: de Zomer van Middelburg, MuHKA, Antwerpen
  • 2006: Extremities. Flemish art in Vladivostok, Museum Artetage, Wladiwostok
  • 2006: Collectiepresentatie XVI: Attributen en Substantie, MuHKA, Antwerpen
  • 2006: I Walk the Lines, Galerie Barbara Thumm, Berlin<ref name="Thumm" />
  • 2006: Manifesta 7 / ´THE SOUL (or, Much Trouble in the Transportation of Souls)´, Trient<ref>Manifesta 7: Artisti – ANNE-MIE VAN KERCKHOVEN, abgerufen am 23. Januar 2013</ref>

Filme (Auswahl)

  • Place is where the mind is (1982, Super8, 16 min) – eine Collage über die frühen Kunstaktionen
  • De 4 uitersten (1984, 6 min) – inspiriert von den Meditationsprinzipien der Jesuiten
  • In Here lives my house (1986, U-Matic, 23 min) – zwei Rundgänge durch das Haus ihrer Kindheit
  • Im Dance of the 7 Veils (Tanz der 7 Schleier) (1991, 7 min) – der Tänzer Marc Vanrunxt, in drei Einzelfilmen übereinanderkopiert
  • Achterover (2000, 5 min) – mit Bildbearbeitung verfremdetes Bild eines Monroe-artigen Pin-up-Girls
  • Overhanding dat geweer (2008, Computeranimation, 7 min) – einem schießenden Mann werden Bilder von Pin-ups gegenübergestellt

Weblinks

Einzelnachweise

<references responsive />

Vorlage:Hinweisbaustein