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Anna Maria Braun (Medailleurin)

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Anna Maria Braun (geb. Pfründt; Signum A.M.P. und A.M.B; * 1642 in Lyon; † 13. August 1713 in Frankfurt am Main<ref></ref>) war eine deutsche Malerin, Medailleurin und Wachsbossiererin.

Leben

Anna Maria Pfründt wurde 1642 in Lyon geboren, sie stammte aus der Familie des Wachsbossierers und Medailleurs Georg Pfründt (1603–1663). Im Jahre 1659 heiratete sie den Medailleur Johann Bartholomäus Braun (gest. 1684) aus Nürnberg. Sie signierte ab 1659 ihre Arbeiten mit A.M.B., vorher war das Signum A.M.P. In ihrer Arbeit erreichte sie eine große Meisterschaft mit ihren farbigen Wachsbossierungen, die Anklänge an Antonio Abondio zeigen.<ref>L. Forrer: Braun, Maria Anna. In: Biographical Dictionary of Medallists. Band 1: A–D. Spink & Son Ltd, London 1904, S. 270 (Textarchiv – Internet Archive).</ref>

Zweimal wurde sie an den kaiserlichen Hof nach Wien berufen. Man könnte sie in eine Reihe mit den Arbeiten von Christian Wermuth setzen. Auch durch ihre Blumenmalereien wurde sie in ihrer Zeit bekannt. Sie starb 1713 in Frankfurt am Main. Arbeiten von ihr befinden sich in den Sammlungen in Braunschweig im Herzog Anton Ulrich-Museum, in Kassel im Hessischen Landesmuseum, in der Kunstkammer des Schlossmuseums Gotha und in Wien im Museum für Kunst und Kunstgewerbe.

1906 wurden von ihr auf der Kunstausstellung in Dresden zwei Medaillen gezeigt: Friedrich I, Herzog von Sachsen-Gotha-Altenburg und Johann Friedrich, Markgraf von Brandenburg-Ansbach.<ref>L. Forrer: Anna Maria Braun. In: Biographical Dictionary of Medallists. Band 7: Supplement A–L. Spink & Son Ltd, London 1923, S. 116 (Textarchiv – Internet Archive – Unter Braun, Johann Bartholomäus).</ref>

Wachsporträts der Gothaer Herzogsfamilie

Datei:Wachsporträt der Magdalena Sybilla von Sachsen-Gotha-Altenburg.jpg
Anna Maria Braun, Magdalena Sybilla von Sachsen-Gotha-Altenburg (1648–1681), Wachsporträt, 66,8 × 53,5 × 17,0 cm, 1681

Im Zuge ihrer Tätigkeit am Gothaer Hof in den 1670er und 1680er Jahren schuf Anna Maria Braun unter anderem ein Wachsporträt der Magdalena Sybilla von Sachsen-Gotha-Altenburg (1648–1681).<ref>Eberle, Martin und Wallenstein, Uta (Hrsg.): Gothas Gold - 300 Jahre Münzkabinett. Gotha 2012, S. 89 ff.</ref>

Die Herzogin wird in dem Wachsrelief als Ganzkörperfigur zwischen jeweils einer Säule auf der linken und einem Tisch mit Blumenvase auf der rechtens Seite dargestellt dargestellt, welche von einem geöffneten Vorhang überspannt werden. Zur Fertigung dieser Bildelemente verwendete Anna Maria Braun neben Wachs verschiedene weitere Materialien, darunter Perlen, Samt, Brokat, Seidenstoff, Drähte, Schildpatt sowie Holz, aus dem ebenso der die Szene einfassende Goldrahmen besteht.<ref name=":0">Theuerkauff, Christian: ‚Historien, Sinnbilder‘ und Bildnisse von Anna Maria Braun (1662–1713) - ‚eine im Wachs-poussiren unvergleichlich geübte Künstlerin‘. In: Jahrbuch der Staatlichen Kunstsammlungen in Baden-Württemberg. Band 43, 2006, S. 44.</ref>

Das Werk gehört zu einer Reihe von Wachsporträts der Gothaer Herzogsfamilie, welche Anna Maria Braun im Auftrag des Herzogs Friedrich I. von Sachsen-Gotha-Altenburg anfertigte. Der Auftrag für das Wachsporträt der Magdalena Sybilla erfolgte dabei wohl erst nach deren Tod 1681. Laut den Kammerrechnungen des Gothaer Hofes erfolgte am 22. Juni 1681 eine Zahlung für „7 fürstl. Contrafaiten, der fürst. Frau Witwen und 6 fürstl. Kinder“, sowie eine Zahlung am 12. März 1681 für „drei fürstl. Contrafait als zwei Herrn Friedrichs zu Sachsen … Gemahlin und 1 der hochseel. Frau Witwe in beiderseitig höchstseel. Andenkens. [sic]“ Neben der ganzfigurigen Darstellung der verstorbenen Herzogin, welche das Pendant zu einem bereits früher entstandenen Porträt des Herzogs im gleichen Typus darstellt, handelt es sich bei den letzteren wohl um zwei Sargporträts der verstorbenen Herzogin sowie der im selben Jahr verstorbenen Mutter des Herzogs, Elisabeth Sophie. Die beiden Sargporträts werden 1717 im Inventar der Kunstkammer erwähnt und können ebenfalls Anna Maria Braun zugeschrieben werden.<ref>Judith Thomann: Wachskunstwerke der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha. Erfurt 2018.</ref>

Zu dem Ganzfigurbildnis der Magdalena Sybilla lautet der Eintrag im Inventar der Kunstkammer sowohl im Jahr 1717 als auch in einer neueren Ausgabe von 1764: „2.) Ihro hochsee. Dh. dero Verstorbenen ersteren Gemahlin, Frau Magdalena Sybillen gebohrene und Vermählte herzogin Zu Sachßen Contrefait in gantzer Statur, bey welcher ein klein [Blumen] Geschirr auf einem Tischgen stehet, in einem gleichmäßig durchbrochenen Rahmen mit dem Fürsten-huth gefaßt und mit Glas bedeckt. [sic]“<ref>Dettmann, Ingrid; Strehlau, Agnes (Hrsg.): Die Herzogliche Kunstkammer in Gotha. Band 1. Petersberg 2021, S. 162, 273.</ref>

Neben den Wachsporträts des Herzogs Friedrich I. und seiner Frau Magdalena Sybilla sowie einem weiteren Wachsporträt der Mutter des Herzogs, Elisabeth Sophia, in Witwentracht befindet sich in der Kunstkammer ein nach 1681 entstandenes Wachsporträt der Christina von Sachsen-Gotha-Altenburg, die Friedrich I. nach dem Tod der Magdalena Sybilla heiratete.<ref name=":0" />

Literatur

Einzelnachweise

<references />

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