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Anglo-amerikanisches Untersuchungskomitee

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Datei:Ben-Gurion at Anglo-American Committee.jpg
David Ben-Gurion bei einer Anhörung vor dem Komitee
Datei:ProvincialAutonomyPlan.png
Sogenannter Morrison-Grady-Plan

Das Anglo-Amerikanische Untersuchungskomitee ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), AACI) legte einen nicht implementierten Vorschlag der britischen und US-amerikanischen Regierungen vor, um den Konflikt zwischen Juden und Arabern im Mandatsgebiet Palästina diplomatisch zu lösen. Unter den Mitgliedern des Komitees entstanden starke Meinungsverschiedenheiten.<ref name=":2">Neil Caplan: The Israel-Palestine Conflict – Contested Histories. In: Contesting the Past. Wiley-Blackwell (John Wiley & Sons), Hoboken (New Jersey) 2010, ISBN 978-1-4051-7539-5, S. 106 f.</ref> Die Einsetzung des Komitees wurde am 13. November 1945 verlautbart. Anhörungen begannen am 7. Januar 1946<ref name=":0" /> in Washington und wurden am 25. Januar 1946<ref name=":0" /> in London fortgeführt. Nach einem Aufenthalt in Palästina und abschließenden Beratungen in Lausanne<ref name=":0" /> wurde der Vorschlag am 20. April 1946<ref name=":0" /> unterzeichnet und am 30. April 1946<ref name=":0" /> veröffentlicht. Die Jewish Agency stand dem Untersuchungskomitee distanziert<ref name=":0" /> gegenüber, ihre Mitglieder befürchteten, die Briten könnten diese und die Hagana verbieten wollen.<ref name=":0" />

Hintergrund

Bereits die Regierung Churchill sah die Mandatsverwaltung des umstrittenen Gebiets als undankbare Aufgabe ohne Nutzen für die Interessen des Vereinigten Königreichs. Die Nachfolgeregierung unter Clement Attlee versuchte die jüdische Einwanderung auf 1.500<ref name=":0">Joseph Heller: The Anglo-American Committee of Inquiry on Palestine (1945–1946): The Zionist Reaction Reconsidered. In: Jehuda Reinharz, Anita Shapira (Hrsg.): Essential Papers on Zionism. Cassell, London 1996, ISBN 0-304-33585-1, S. 689–723, hier S. 689, 693, 695 f., 697, 702 f., 705.</ref> Personen pro Monat zu beschränken. Die beiden kleineren jüdischen paramilitärischen Gruppen Irgun und Lechi forcierten daraufhin Gewalttaten und Terroranschläge gegen britische Ziele in Palästina. Die Jewish Agency reagierte mit verstärkter illegaler Einwanderung (Alija Bet) und einer öffentlichen Resolution, welche die sofortige Einwanderung für 100.000<ref name=":2" /> jüdische Displaced Persons aus Europa forderte. Der amtierende US-Präsident Harry Truman unterstützte nach der Vorlage des Harrison-Report über die unerträglichen Lebensbedingungen der Juden in den DP-Lagern die Forderung öffentlich und stellte sich somit gegen die Politik seines britischen Bündnispartners. Da die britische Regierung die guten Beziehungen zu den USA vor dem Hintergrund des sich abzeichnenden Kalten Krieges nicht gefährden wollte, suchte sie nach einer Möglichkeit, die USA in eine diplomatische Konfliktlösung einzubinden.<ref name="Morris3035">Benny Morris: 1948 – A History of the First Arab-Israeli War. New Haven 2008; S. 30–35.</ref>

Wirken und Mitglieder

Das Komitee wurde auf Betreiben des britischen Außenministeriums am 13. November 1945 eingesetzt. Den Vorsitz übernahm der britische Jurist John Singleton. Das Komitee umfasste zwölf Personen, paritätisch Briten und Amerikaner. Darunter Politiker, Diplomaten, Journalisten und Juristen:

UK-Mitglieder:<ref name=":0" />

  • Sir John Singleton, Richter (Vorsitzender)
  • Wilfrid F. Crick, Berater der Midland Bank
  • Richard Crossman, British Labour Party MP (tendenziell pro-zionistisch<ref name=":0" />)
  • Sir Frederic Leggett, ehemaliger Staatssekretär
  • Reginald E. Manningham-Buller, British Conservative Party MP
  • Lord Robert Morrison, Peer der British Labour Party

US-Mitglieder:<ref name=":0" />

  • Joseph C. Hutcheson, Richter in Texas (Vizevorsitzender, Befürworter einer binationalen Lösung<ref name=":0" />)
  • Frank Aydelotte, Geschichtsprofessor in Princeton
  • Frank G. Buxton, Verleger des Boston Herald (pro-zionistisch<ref name=":0" />)
  • Bartley C. Crum, Senator der Demokraten (pro-zionistisch<ref name=":0" /><ref name=":1" />)
  • James G. MacDonald, Diplomat beim Völkerbund (pro-zionistisch<ref name=":0" /><ref name=":1">Thomas G. Fraser: Contested Lands – A History of the Middle East since the First World War. Haus Publishing, London 2021, ISBN 978-1-913368-24-1, S. 98.</ref>)
  • William Philips, Botschafter in Indien

Die Arbeit des Komitees bestand aus Besuchen in Lagern für Displaced Persons in Europa (Deutschland, Österreich, Italien, Schweiz, Griechenland, Polen und Tschechoslowakei),<ref name=":0" /> Konsultationen mit arabischen Staatschefs und Inspektionen und Anhörungen der beiden Seiten in Palästina.<ref name="Morris3035" /> Am 12. Mai 1946 veröffentlichte das Komitee seinen Abschlussbericht. Darin folgte es der Forderung der Jewish Agency, schnellstmöglich 100.000 Einwanderer zuzulassen. Ebenso riet es zu einer Umwandlung des britischen Mandats in ein UN-Protektorat unter internationaler Aufsicht. Als Fernziel zur Lösung des Konflikts wurde eine weitgehende Autonomie der beiden Volksgruppen in einem einheitlichen Staat angedacht. Eine Teilung des Staatsgebiets lehnte das Komitee ab.<ref name="Morris3035" />

Angehörte Personen in Washington

Antizionistische Juden und weitere Sprecher:<ref name=":0" />

Pro-zionistische Sprecher:<ref name=":0" />

Angehörte Personen in London

Pro-zionistische Sprecher:<ref name=":0" />

  • Leo Amery, ehemaliger Staatssekretär für Indien

Antizionistische Juden und weitere Sprecher:<ref name=":0" />

Reaktionen

Die Jewish Agency begrüßte die Zustimmung des Komitees zur Zahl der Einwanderer, lehnte aber die darüber hinausgehenden Forderungen ab. Nach Veröffentlichung des Abschlussberichts intensivierte die Palmach, Elitetruppe der von der Jewish Agency kontrollierten Haganah Angriffe auf britische Ziele. Die Arabische Liga verurteilte das Komitee öffentlich im Juni 1947 und lehnte alle Ratschläge des Komitees ab. Jamal Husseini, ein führender Funktionär des Arabischen Hohen Komitees und Neffe von Mohammed Amin al-Husseini, drohte dem britischen Regierungschef in einem Brief mit Dschihad, sollten die Vorschläge des Komitees umgesetzt werden. Darüber hinaus kam es zu gewalttätigen Protesten in Bagdad, Palästina und Beirut. Der US-Präsident Truman fasste infolgedessen eine Teilung des Mandatsgebiets ins Auge,<ref name=Morris3035 /> verwarf diese aber am 7. August 1946.<ref name=":1" />

Weblinks

Commons: Anglo-American Committee of Inquiry – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />