Andreas Heinz (Mediziner)
Andreas Heinz (* 4. Februar 1960 in Stuttgart) ist ein deutscher Psychiater und tiefenpsychologischer Psychotherapeut<ref>Curriculum Vitae Andreas Heinz. (PDF) In: psychiatrie-psychotherapie.charite.de. Abgerufen am 31. März 2025.</ref>. Er war von 2002 bis 2025 Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Campus Charité Mitte in Berlin. Seit dem 1. April 2025 ist Andreas Heinz Senior Professor an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Tübingen.
Leben
Andreas Heinz studierte Medizin, Philosophie und Anthropologie an der Ruhr-Universität Bochum, an der Freien Universität Berlin und an der Howard University Washington DC. Er promovierte 1988 in Bochum zum Dr. med. mit einer Arbeit zum Thema Anthropologische und evolutionäre Modelle der Schizophrenieforschung. Nachfolgend arbeitete er als Postdoc am National Institute of Health, Bethesda MD. 1998 wurde er an der Freien Universität Berlin mit der Schrift Das dopaminerge Verstärkungssystem<ref name="books-A0fuHQkAycUC-" /> für Psychiatrie und Psychotherapie habilitiert. 2013 wurde Heinz an der Philosophischen Fakultät der Universität Potsdam mit der Arbeit Der Begriff psychischer Krankheit promoviert.<ref>DNB 1041344120</ref> 2022 habilitierte er sich an der Universität Potsdam mit der Schrift Das kolonisierte Gehirn und die Wege der Revolte<ref name=":0">Heinz, Andreas: Das kolonialisierte Gehirn und die Wege der Revolte. Suhrkamp Verlag, Berlin 2023.</ref> für Philosophie.
2002 wurde er Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Charité in Berlin. Von 2012 bis 2017 war er stellvertretender Vorsitzender der Aktion Psychisch Kranke, einer Vereinigung zur Psychiatriereform. Von 2010 bis 2014 war er Präsident der Deutschen Gesellschaft für Biologische Psychiatrie (DGBP). Von 2008 bis 2011 war er Sprecher der Ständigen Konferenz der Lehrstuhlinhaber für Psychiatrie in Deutschland. Seit 2009 ist er Beisitzer im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN)<ref>DGPPN: Vorstand. In: dgppn.de. Abgerufen am 7. Januar 2019.</ref> und war 2020 bis 2021 auch Präsident der Fachgesellschaft. Zudem war er Projektleiter im internationalen Forschungsprojekt „Seelische Gesundheit und Migration“.<ref>SeGeMi – Berlin. In: segemi.de. Abgerufen am 10. Januar 2015.</ref> Er vertritt eine personenzentrierte Ausrichtung und eine Öffnung der Psychiatrie.<ref name="lockeddoors">U. Lang, S. Hartmann, S. Schulz-Hartmann, Y. Gudlowski, R. Ricken, I. Munk, D. von Haebler, J. Gallinat, Andreas Heinz: Do locked doors in psychiatric hospitals prevent patients from absconding? In: European Journal of Psychiatry. Band 4/24, 2010, S. 199–204.</ref> 2011 wurde er auf Grund besonderer Forschungsleistungen zum Leibniz Chair am Leibniz-Institut für Neurobiologie Magdeburg ernannt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Andreas Heinz erhielt Leibniz Chair ( vom 14. Oktober 2013 im Internet Archive) In: nncn.uni-freiburg.de</ref> Für das Wintersemester 2014/2015 wurde er zum Karl-Jaspers-Gastprofessor an der Universität Oldenburg ernannt worden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />uni-oldenburg.de ( des Vorlage:IconExternal vom 9. April 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Heinz ist Leiter des Bereichs Migration, psychische und körperliche Gesundheit und Gesundheitsförderung am Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung.
Heinz ist Herausgeber des Lehrbuchs „Praxis der interkulturellen Psychiatrie & Psychotherapie. Migration und psychische Gesundheit“ und Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen zur Psychiatrie im Nationalsozialismus, kritischen Neurowissenschaft und Neurobiologie der Psychosen und Alkoholerkrankungen.
Andreas Heinz ist Standortsprecher im Deutschen Zentrum für Psychische Gesundheit.
Andreas Heinz ist ein Enkel des ehemaligen Präsidenten des Landesarbeitsamtes Baden-Württemberg Eugen Heinz.
Werk
In seiner Besprechung psychiatrischer Theorien, die die Manifestation schizophrener Psychosen im 20. Jahrhundert erklären wollten, kritisierte Heinz<ref name="Anthropologische">Andreas Heinz: Anthropologische und evolutionäre Modelle in der Schizophrenieforschung. In: Das transkulturelle Psychoforum. Band 9. Verlag für Wissenschaft und Bildung, Berlin 2002.</ref> die Verwendung eurozentrischer Entwicklungsmodelle. Solche Modelle postulieren, dass die kulturelle Entwicklung unilinear verlaufe und der Hirnentwicklung entspräche, wobei Europäer die angeblich höchst entwickelte Stufe einnehmen sollen und andere Bevölkerungsgruppen „primitiveren“ Stadien der kulturellen wie der Hirnentwicklung zugeordnet wurden.<ref name="Anthropologische" /><ref name="Colonial">Andreas Heinz: Colonial perspectives in the construction of the schizophrenic patient as primitive man. In: Crit Anthropol. Band 18, 1998, S. 421–444.</ref> In solchen Entwicklungsmodellen wird Schizophrenie verstanden als ein Verlust höherer kognitiver Funktionen und als evolutionärer „Rückschritt“ bzw. als „Regression“ zu einem „primitiveren“ funktionellen Niveau, was vermeintliche Ähnlichkeiten zwischen psychotischen Erfahrungen und magischen oder „prälogischen“ Gedankengängen bei nicht-europäischen Populationen erklären sollen. Heinz<ref name="Anthropologische" /> zeigt, dass diese Theorien höchst widersprüchlich sind und ein zu vereinfachtes Modell der Hirnentwicklung auf soziale Interaktionen projizieren und dabei übersehen, dass die vermeintlichen „primitiven“ Populationen zu Beginn des 20. Jahrhunderts dem europäischen Imperialismus und Kolonialismus unterworfenen Bevölkerungen waren. Heinz<ref name="Colonial" /> kritisiert, dass solche uniformen Modelle die Diversität menschlicher Entwicklung vernachlässigen und zudem strukturell zu vereinfachte Modelle einer „top-down“-Kontrolle und einer „bottom-up“-Unterordnung auf Hirnregionen projizieren, womit die komplexen Interaktionen im menschlichen zentralnervösen System nicht adäquat abgebildet werden. Heinz verweist auf den Einfluss sozialpolitischer und rassistischer Vorstellung auf die Geschichte der Forschungsansätze und Theorien im Bereich psychischer Erkrankungen.<ref name=":0" />
In seiner empirischen Arbeit fokussierte sich Heinz auf „bottom-up“-Arten der Informationsweitergabe beim belohnungsabhängigen Lernen und auf die damit verbundenen Neurotransmittersysteme wie beispielsweise das dopaminerge und serotonerge System.<ref name="Dopaminergic">Andreas Heinz: Dopaminergic dysfunction in alcoholism and schizophrenia--psychopathological and behavioral correlates. In: Eur Psychiatry. Band 17, Nr. 1, 2002, S. 9–16, PMID 11918987.</ref><ref name="Cognitive">Adrienne J. Heinz, Anne Beck, Andreas Meyer-Lindenberg, Philipp Sterzer, Andreas Heinz: Cognitive and neurobiological mechanisms of alcohol-related aggression. In: Nat Rev Neurosci. Band 12, Nr. 7, 2011, S. 400–413, doi:10.1038/nrn3042.</ref> Er übertrug Ideen zur Funktion des Dopamins aus dem Bereich der Suchtforschung auf die Theorie der Entstehung schizophrener Psychosen und folgerte, dass eine chaotische oder stressinduzierte, kurzfristige (phasische) Erhöhung der Dopaminfreisetzung im Striatum dazu führt, dass anderweitig irrelevante Umweltreize als bedeutsam erlebt werden und so zur Wahnstimmung beitragen, eine Hypothese, die später auch von Shitij Kapur aufgenommen wurde.<ref name="Dopaminergic" /><ref>S Kapur: Psychosis as a state of aberrant salience: a framework linking biology, phenomenology, and pharmacology in schizophrenia. In: Am J Psychiatry. Band 160, Nr. 1, 2003, S. 13–23, PMID 1250579.</ref> Weitere empirische Studien von Heinz und anderen zeigten, dass einfache Modelle einer „top-down“-Fehlfunktion vermeintlich höherer Hirnzentren bei psychotischen Erkrankungen nicht zutreffen; stattdessen verweisen seine Befunde auf komplexe Interaktionen zwischen Hirnzentren, die Fehler in der Vorhersage von Belohnung berechnen, appetitive und bedrohliche Reize verarbeiten und zur fluiden Intelligenz beitragen.<ref name="Cognitive" /><ref>F Schlagenhauf, MA Rapp, QJ Huys, A Beck, T Wüstenberg, L Deserno, HG Buchholz, J Kalbitzer, R Buchert, M Bauer, T Kienast, P Cumming, M Plotkin, Y Kumakura, AA Grace, RJ Dolan, A Heinz: Ventral striatal prediction error signaling is associated with dopamine synthesis capacity and fluid intelligence. In: Hum Brain Mapp. Band 34, Nr. 6, 2013, S. 1490-9, doi:10.1002/hbm.22000.</ref>
Die komplexen Interaktionen zeigen sich beispielsweise bei schizophrenen Psychosen und der Wahnbildung, bei der eine verminderte Stabilität von Bildreizen im visuellen Kortex dann mit individueller Wahnbildung einhergeht, wenn ein verstärktes (und eben kein vermindertes) Zusammenspiel mit dem frontalen Kortex gegeben ist.<ref name="Cognitive" /><ref>K Schmack, A Gòmez-Carrillo de Castro, M Rothkirch, M Sekutowicz, H Rössler, JD Haynes, A Heinz, P Petrovic, P Sterzer: Delusions and the role of beliefs in perceptual inference. In: J Neurosci. Band 33, Nr. 34, 2013, S. 13701-12, doi:10.1523/JNEUROSCI.1778-13.2013.</ref> Moderne Computersimulationen der schizophrenen Funktionsstörungen im Gehirn sind mit dieser Befundlage vereinbar.<ref>Edmund T. Rolls, Marco Loh, Gustavo Deco, Georg Winterer: Computational models of schizophrenia and dopamine modulation in the prefrontal cortex. (pdf) In: Nature reviews | Neuroscience. Abgerufen am 8. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Dies wiederum steht mit der ebenfalls umfassend belegten evolutionären Entwicklung des Gehirns bis hin zu den Primaten in Einklang, wonach das Gehirn in Regelkreisen und Netzwerken komplex organisiert ist.<ref name="Cognitive" /><ref>EM Gordon, TO Laumann, S Marek, DJ Newbold, JM Hampton, NA Seider, DF Montez, AM Nielsen, AN Van, A Zheng, R Miller, JS Siegel, BP Kay, AZ Snyder, DJ Greene, BL Schlaggar, SE Petersen, SM Nelson, NUF Dosenbach: Individualized Functional Subnetworks Connect Human Striatum and Frontal Cortex. In: Cereb Cortex. Band 32, Nr. 13, 2023, S. 2868-84, doi:10.1093/cercor/bhab387.</ref> So ist die Aktivität des präfrontalen Kortex (Stirnhirns) bei sogenannten exekutiven Funktionen wie der aufmerksamen Fokussierung, dem Arbeitsgedächtnis, der Planung und Strategie sowie der Verarbeitung von Emotionen, mit dem dopaminergen System und Aktivierungen im ventralen und dorsalen Striatum, dem limbischen System und weiteren Regionen der Hirnrinde verbunden.<ref>Pasko Rakic: Evolution of the neocortex: Perspective from developmental biology</ref><ref name="Cognitive" /><ref>A Heinz, RC Saunders, BS Kolachana, DW Jones, JG Gorey, J Bachevalier, DR Weinberger: Striatal dopamine receptors and transporters in monkeys with neonatal temporal limbic damage. In: Synapse. Band 32, Nr. 2, 1999, S. 71-9, doi:10.1002/(SICI)1098-2396(199905)32:2<71::AID-SYN1>3.0.CO;2-Q.</ref><ref>A Diamond: Consequences of variations in genes that affect dopamine in prefrontal cortex. In: Cereb Cortext. Band 17, Suppl 1, 2007, S. i161–70, doi:10.1093/cercor/bhm082.</ref><ref>Michelle Yarwood: Prefrontal Cortex. (unizin.org [abgerufen am 31. Mai 2025]).</ref>
Bezüglich kognitiver Kapazitäten und der Intelligenz betont Heinz die Bedeutung stress-assoziierter Veränderungen bei der dopaminergen Neurotransmission für die neurobiologischen Korrelate der fluiden Intelligenz.<ref>E Friedel, F Schlagenhauf, A Beck, RJ Dolan, QJ Huys, MA Rapp, A Heinz: The effects of life stress and neural learning signals on fluid intelligence. In: Eur Arch Psychiatry Clin Neurosci. Band 265, Nr. 1, 2015, S. 35–43, doi:10.1007/s00406-014-0519-3.</ref> Er benennt Stresserfahrungen, soziale Isolation und Diskriminierung als wesentliche Faktoren, die basale kognitive Funktionen sowie die seelische Gesundheit generell beeinflussen.<ref>A Heinz, L Deserno, U Reininghaus: Urbanicity, social adversity and psychosis. In: World Psychiatry. Band 12, Nr. 3, 2013, S. 187–197, doi:10.1002/wps.20056.</ref><ref name="poverty">MA Rapp, U Kluge, S Penka, A Vardar, MC Aichberger, AP Mundt, M Schouler-Ocak, M Mösko, J Butler, A Meyer-Lindenberg, A Heinz: When local poverty is more important than your income: Mental health in minorities in inner cities. In: World Psychiatry. Band 14, Nr. 2, 2015, S. 249–250, doi:10.1002/wps.20221.</ref> Basierend auf Studien, die die Rolle sozialer Ausschließung betonen, vertritt Heinz eine gemeindenahe psychiatrische Versorgung, die Öffnung zuvor geschlossener Stationen und die Inklusion von Menschen mit psychischen Erkrankungen auf allen gesellschaftlichen Ebenen.<ref>A Heinz, L Deserno, U Reininghaus: Urbanicity, social adversity and psychosis. In: World Psychiatry. Band 12, Nr. 3, 2013, S. 187-97, doi:10.1002/wps.20056.</ref><ref name="poverty">MA Rapp, U Kluge, S Penka, A Vardar, MC Aichberger, AP Mundt, M Schouler-Ocak, M Mösko, J Butler, A Meyer-Lindenberg, A Heinz: When local poverty is more important than your income: Mental health in minorities in inner cities. In: World Psychiatry. Band 14, Nr. 2, 2015, S. 249–250, doi:10.1002/wps.20221.</ref>
Bezüglich der Begriffe psychischer Gesundheit und Krankheit kritisiert Heinz die Ansicht, dass seelische Störungen als Abweichung von einem Zustand der „Normalität“ definiert werden können. Heinz betont, dass die Häufigkeit, in der psychische Erkrankungen auftreten, kein valides Kriterium sind, um zu entscheiden, ob ein bestimmter Zustand als Krankheit verstanden werden kann oder nicht, denn sonst wäre angesichts der zunehmenden Zahl von Demenzerkrankungen im höheren Lebensalter die Demenz irgendwann als Zustand der „Normalität“ zu verstehen, was unsinnig sei. Stattdessen schlägt Heinz vor, dass Diskussionen über klinisch relevante psychische Erkrankungen unterscheiden sollten zwischen dem medizinischen Aspekt einer Störung, der im Englischen unter dem Begriff „disease“ verhandelt wird, der subjektiven Krankheitserfahrung, die im Englischen unter dem Begriff der „illness“ erfasst wird sowie Einschränkungen der sozialen Teilhabe, die im Englischen unter dem Aspekt der „sickness“ beschrieben werden. Heinz<ref>Andreas Heinz: Der Begriff der psychischen Krankheit. Suhrkamp taschenbuch wissenschaft, Berlin 2014.</ref> schlägt vor, dass eine klinisch relevante psychische Erkrankung nur dann diagnostiziert werden sollte, wenn Kriterien des Vorliegens einer medizinisch relevanten Erkrankung („disease“) ebenso erfüllt sind wie entweder jene des Vorliegens einer subjektiven Beeinträchtigung („illness“) oder einer Einschränkung der sozialen Teilhabe („sickness“). Bezüglich des medizinischen Aspekts der Krankheitsdiagnose postuliert Heinz, dass das medizinische Krankheitskriterium nur dann erfüllt wäre, wenn eine mentale Funktion beeinträchtigt ist, die generell für das Überleben des Individuums oder zumindest das Leben mit anderen Personen in der Mitwelt von entscheidender Bedeutung ist. Mit Bezug auf die klinische Praxis geht Heinz davon aus, dass medizinisch relevante Symptome psychischer Erkrankungen wie die eines Deliriums oder einer Demenzerkrankung generell lebensbedrohlich sind, während die Leitsymptome von Psychosen und schweren affektiven Erkrankungen eher die Fähigkeit der betroffenen Person beeinträchtigen, mit anderen zu leben, zum Beispiel weil die Intentionen und Handlungen äußeren „Kräften“ wie zum Beispiel imperativen akustischen Halluzinationen oder von außen „eingegebenen“ Gedanken zugeschrieben werden. Heinz betont, dass solche medizinisch relevanten Symptome und damit Hinweise für eine psychische Erkrankung für sich allein genommen aber nicht ausreichen, um eine klinisch relevante Erkrankung zu diagnostizieren, da Menschen akustische Halluzinationen erleben können (und damit das medizinische Krankheitskriterium erfüllen), aber weder darunter leiden noch davon in ihrer sozialen Teilhabe beeinträchtigt werden. Heinz postuliert, dass in diesen Fällen keine klinisch relevante psychische Erkrankung diagnostiziert werden sollte. Heinz empfiehlt die Fokussierung des Gesundheitssystems auf Personen mit klinisch relevanten psychischen Erkrankungen, um den schwer erkrankten Menschen gerecht zu werden und deren Inklusion in die Arbeitswelt und die Gemeinde zu fördern.<ref>Andreas Heinz, Katrin Charlet, Michael A. Rapp: Public mental health: a call to action. In: World Psychiatry. Band 14, Nr. 1, 2015, S. 49–50, doi:10.1002/wps.20182.</ref>
Mitgliedschaften
- Stellvertretender Vorsitzender der Aktion Psychisch Kranke, Mitglied seit 2007 und Vorstandsmitglied 2012–2017.
- Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde, seit 2009. Präsident 2019–2020
- Vorstandsmitglied der European Psychiatric Association, 2013–2016.
- Präsident der Deutschen Gesellschaft für Biologische Psychiatrie, 2010–2014.
- Sprecher der ständigen Konferenz der Lehrstuhlinhaber für Psychiatrie in Deutschland, 2008–2011.
Berufsverbände
- Mitglied in der Society for Neuroscience, seit 1995.
- Mitglied in der Berlin Society for Philosophy and the Science of Psychiatry, Organisator des Seminars „Schizophrenia and language“, seit 1994
- Mitglied in der European Psychiatric Association die bis 2010 Association of European Psychiatrists hieß seit 2000
- Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates des Leibniz-Institut für Neurobiologie Magdeburg, seit 2010
Reviewtätigkeit
- Mitglied im Fachbeirat von Der Nervenarzt, der Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde, der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft, seit 2003.
- Mitglied im International Board von Psychiatrie & Psychotherapie,<ref>Psychiatrie und Psychotherapie. In: springer.com. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. Mai 2014; abgerufen am 10. Januar 2015.</ref> der Zeitschrift der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, seit 2006.
- Mitglied im Fachbeirat des Deutschen Ärzteblattes, seit 2009.
- Mitglied im Editorial Board der Zeitschrift Journal of Dual Diagnosis, seit 2012.
- Mitglied im Editorial Board der Zeitschrift Biological Psychiatry: GOS, seit 2020.
Schriften (Auswahl)
- Andreas Heinz: Das dopaminerge Verstärkungssystem: Funktion, Interaktion mit anderen Neurotransmittersystemen und psychopathologische Korrelate. In: Monographien aus dem Gesamtgebiete der Psychiatrie. Band 100. Steinkopff Verlag, Darmstadt 1998 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).<ref name="books-A0fuHQkAycUC-">Andreas Heinz: Das dopaminerge Verstärkungssystem. Steinkopff, 2000, ISBN 978-3-7985-1248-1 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>
- Andreas Heinz: Colonial practices in the construction of the schizophrenic patient as primitive man. In: Critique of Anthropology. Nr. 18, 1998, S. 421–444 (charite.de [PDF; 1,5 MB]).
- Andreas Heinz: Anthropologische und evolutionäre Modelle in der Schizophrenieforschung. In: T. Heise, J. Schuler (Hrsg.): Das transkulturelle Psychoforum. Band 9. Verlag für Wissenschaft und Bildung, Berlin 2002 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).
- Andreas Heinz, D. F. Braus, M. N. Smolka, J. Wrase, I. Puls, D. Hermann, S. Klein, S. M. Grüsser, H. Flor, G. Schumann, K. Mann, C. Büchel: Amygdala-prefrontal coupling depends on a genetic variation of the serotonin Transporter. In: Nature Neuroscience. Nr. 8, 2005, S. 20–21, doi:10.1038/nn1366 (nature.com).
- Andreas Heinz, Wielant Machleidt (Hrsg.): Praxis der interkulturellen Psychiatrie und Psychotherapie: Migration und psychische Gesundheit. Urban & Fischer Verlag/Elsevier, München 2010, ISBN 978-3-437-24570-1 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).
- A. J. Heinz, A. Beck, A. Meyer-Lindenberg, P. Sterzer, Andreas Heinz: Cognitive and neurobiological mechanisms of alcohol-related Aggression. In: Nature Review Neuroscience. Nr. 12, 2011, S. 400–413, doi:10.1038/nrn3042 (nature.com).
- U. Lang, S. Hartmann, S. Schulz-Hartmann, Y. Gudlowski, R. Ricken, I. Munk, D. von Haebler, J. Gallinat, Andreas Heinz: Do locked doors in psychiatric hospitals prevent patients from absconding? In: European Journal of Psychiatry. Nr. 4/24, 2010, S. 199–204, doi:10.4321/S0213-61632010000400001 (isciii.es [PDF; 55 kB]).
- Andreas Heinz, Ulrike Kluge (Hrsg.): Einwanderung - Bedrohung oder Zukunft Mythen und Fakten zur Integration. Campus Verlag, 2012 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).
- Andreas Heinz, Gernot Ernst (Hrsg.): Die widerspenstige Materie Neues aus der Naturwissenschaft und Konsequenzen für linke Theorie und Praxis. Schmetterling Verlag, 2013 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).
- Andreas Heinz (Hrsg.): Der Begriff der psychischen Krankheit. Suhrkamp/Insel Verlag, 2014, ISBN 978-3-518-29708-7 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).
- Andreas Heinz (Hrsg.): A New Understanding of Mental Disorders - Computational Models for Dimensional Psychiatry. MIT Press, 2017 (oup.com).
- Andreas Heinz: Das kolonialisierte Gehirn und die Wege der Revolte. Suhrkamp, 2023, ISBN 978-3-518-30003-9. (suhrkamp.de)
Auszeichnungen
- 2000: Wilhelm-Feuerlein-Forschungspreis, Bereich Grundlagenforschung, Thema: Die Rolle der serotonergen Funktionsstörung in der Entstehung und Aufrechterhaltung der Alkoholabhängigkeit
- 2011: „Leibniz Chair“ des Leibniz-Instituts für Neurobiologie (LIN) für exzellente Forschungsleistungen im Bereich der Neurowissenschaften
- 2011: Hans-Heimann-Preis der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) (zusammen mit Dr. Anne Beck); 2014: Hans-Heimann-Preis der DGPPN (zusammen mit Dr. Lorenz Deserno)
- 2013: Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz<ref>adwmainz.de</ref>
- 2015: Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina<ref>Mitgliedseintrag von Prof. Dr. Dr. Andreas Heinz (mit CV) bei der Deutschen Akademie der Naturforscher LeopoldinaVorlage:Abrufdatum</ref>
- 2019–2023: Sprecher des Sonderforschungsbereich Transregio 265
Weblinks
- Lebenslauf & Publikationen von Andreas Heinz (PDF; 2,5 MB) auf der Website der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité
- Andreas Heinz auf der Website von Internet and Psychiatry
- Berlin School of Mind and Brain
- Häufigkeit, Ursachen, Risikofaktoren und Therapiemöglichkeiten Interferon-alpha assoziierter Depressionen (PDF)
- Bernstein Center for Computational Neuroscience Berlin
- Andreas Heinz auf der Website von NeuroCure
- Andreas Heinz auf der Website des Berliner Instituts für Integrations- und Migrationsforschung
- Charité - Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Heinz, Andreas |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Psychiater und Psychotherapeut |
| GEBURTSDATUM | 4. Februar 1960 |
| GEBURTSORT | Stuttgart |