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Andrássy út

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Andrássy út
Datei:Coa Hungary Town Budapest big.svg
Wappen
Straße in Budapest
Datei:Andrássy út Budapest 1896.jpg
Andrássy út mit Staatsoper, um 1896
Datei:Placeholder.svg
Basisdaten
Ort  Budapest
Ortsteil  VI. Bezirk
Angelegt  1871–1876
Neugestaltet 
Hist. Namen  1876–1885: Sugárút (Radialstraße)
1949–1956: Sztálin út (Stalin-Straße)
1956–1957: Magyar ifjúság útja (Straße der Ungarischen Jugend)
1957–1990: Népköztársaság útja (Straße der Volksrepublik)
Name erhalten 
Anschluss­straßen 
Querstraßen 
Plätze  Oktogon, Kodály körönd
Nummern­system 
Bauwerke 
U-Bahn-Stationen
Nutzergruppen
Technische Daten
Straßengestaltung
Länge 2310 Meter

-

Karte
Vorlage:Maplink

Andrássy út ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist die berühmteste Prachtstraße in Ungarns Hauptstadt Budapest. Sie verbindet auf rund 2,3 Kilometern Länge die Innenstadt mit dem Heldenplatz bzw. dem Stadtwäldchen.

Angelegt wurde sie in den Jahren 1871–1876 auf Initiative Lajos Kossuths und Gyula Andrássys mit zahlreichen Palais und Villen im Stil der Neorenaissance. Der Straßenzug wurde zusammen mit der unter der Straße verlaufenden Földalatti, der ältesten U-Bahn auf dem europäischen Festland, 2002 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt.

Name

Nach Eröffnung am 20. August 1876<ref>Die Geschichte der BKV AG 1. Teil. Budapesti Közlekedési Zrt., abgerufen am 29. Oktober 2022.</ref> wurde die Straße Sugárút (deutsch: Radialstraße) genannt. Erst 1885 bekam sie noch zu Lebzeiten des Revolutionärs und späteren Ministerpräsidenten Gyula Andrássy (1823–1890) den heutigen Namen Andrássy út. Nach Entstehen der kommunistisch-sozialistischen Volksrepublik 1949 wurde sie nach Josef Stalin (1878–1953) in Sztálin út umbenannt. Im Zuge der Entstalinisierung erhielt sie 1956 für eine kurze Dauer den Namen Magyar ifjúság útja (Straße der Ungarischen Jugend) und wurde im Folgejahr in Népköztársaság útja (Straße der Volksrepublik) umbenannt. Nach der politischen Wende 1989 bekam die Straße wieder ihren alten, gewohnten Namen.

Geschichte

Datei:Budapest andrassy ut 1875.jpg
Andrássy út anno 1896. Die Bildüberschrift lautet: „Der Aristokrat der Straßen“.
Datei:Budapest, M1 metró (kisföldalatti), Andrássy út.png
Querschnitt durch die Straße mit darunter verlaufender Földalatti

Bis in das 19. Jahrhundert galt die parallel zur Andrássy út verlaufende Király utca als Hauptstraße des VI. Bezirks Terézváros von Budapest. Die relativ enge Király utca schaffte es jedoch ab Mitte des 19. Jahrhunderts nicht mehr, den anwachsenden Verkehr zu bewältigen.

In der Zeitung Pesti Hírlap erschien 1841 in Lajos Kossuths Aufsatz Was benötigt die Stadt Pest, um den Grundstein für eine Hauptstadt zu legen? die Idee einer mit Bäumen bepflanzten Allee zwischen Stadtzentrum und Stadtwäldchen. „Was wäre für die Budapester schöner und gemütlicher, als von der Kettenbrücke bis zum Stadtwäldchen zwischen schattigen Baumreihen wie in einem Park zu spazieren oder kutschenfahren und der engen Király utca mit ihrer langweiligen, nicht enden wollenden Häuserfront auszuweichen.“

Datei:Budapest metro Opera 2.jpg
Station Opera der Földalatti

Ministerpräsident Gyula Andrássy nahm die Idee erneut auf, wobei es jedoch wegen der fehlenden Anbindung zum höheren Straßennetz zu Widerstand im Parlament kam. Erst im Dezember 1870 konnte das Parlament im 60. Gesetzesblatt das notwendige Budget für die Errichtung der Straße beschließen. Die Verbindung mit der Kettenbrücke war jedoch nicht mehr möglich, da dazwischen die St.-Stephans-Basilika erbaut wurde, deren Abriss nicht in Frage kam.<ref>Száznegyven éves az Andrássy út. PestBuda, 19. August 2016, abgerufen am 2. März 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

So begannen bereits 1871 die Bauarbeiten, die von Frigyes Podmaniczky, dem Vizepräsidenten des Fővárosi Közmunkák Tanácsa (Hauptstädtischer Baurat), geleitet wurden.<ref>Gyula Krúdy: Milyen volt az Andrássy út? In: Egy krónikás könyvéből. Budapest 1987 (arcanum.com).</ref> Im selben Jahr beschloss die Regierung auch die Errichtung der Großen Ringstraße (Nagykörút). Beide großen Prachtstraßen sollten sich am achteckigen, weit öffnenden Platz Oktogon schneiden.

Der Straßenverlauf war bald hergestellt, die Errichtung der Häuser ging schleppend voran. Viele alte bestehende Gebäude mussten zu Beginn der Bauarbeiten abgerissen werden, weshalb rund 10.000 Bewohner zwischenzeitlich obdachlos wurden. Nach den ursprünglichen Plänen sollte die Errichtung der Straße von 1872 an binnen 5 Jahren fertiggestellt sein, den umliegenden Häusern gab man eine Zeit von 10 Jahren für den Aufbau.

Als Planer und Architekten beauftragte man Miklós Ybl und István Linczbauer. Den einheitlichen Stil verdankt die Straße der gerade zu dieser Zeitepoche aufkommenden eklektischen Neorenaissance.

Die Wirtschaftskrise von 1873 verlangsamte die Bauarbeiten. Zusätzlich gaben 1876 mehrere Unternehmen ihre erworbenen Gründe zurück an die Stadt, da sie innerhalb der vertraglich festgesetzten Fristen ihre Bauten nicht errichten konnten. Eine neue breite Bauwelle begann, wobei es sich hierbei nicht mehr um Finanzunternehmer handelte, sondern vielmehr um die Mittel- und Oberschicht sowie den Hochadel. Sie bauten besonders im äußeren Teil jenseits der Ringstraße, der mit Villen locker verbaut wurde.

In der Höhe der heutigen Oper stand auf sumpfigem Grund eine Csárda mit zweifelhaftem Ruf, welche die Bauarbeiten für die Straße lange behinderte. Es gelang schließlich auch jenes Grundstück für die Errichtung der Straße zu enteignen.

Der ursprüngliche Straßenbelag bestand aus Holzpflaster, um die Hufe der Pferde zu schonen.

Mit den herannahenden Millenniumsfeierlichkeiten im Jahre 1896 kam die Frage nach einem Massenverkehrsmittel zwischen dem Stadtzentrum und dem Stadtwäldchen auf, wo im Rahmen der Feiern neue Bauobjekte errichtet wurden und mit größerem Besucheransturm gerechnet wurde. Man entschloss sich aufgrund der Anregung des Generaldirektors der Straßenbahngesellschaft Budapesti Villamos Városi Vasút (BVVV), Mór Balázs, für die Errichtung einer unterirdischen Bahn, die innerhalb von einer Rekordzeit von zwei Jahren errichtet wurde.

Gliederung

Datei:Map hungary budapest andrassy avenue.svg
Gliederung

Die Andrássy út lässt sich in drei Abschnitte gliedern:

  • Deák Ferenc térOktogon: Allee mit Boulevardcharakter, geschlossene Bauweise mit drei- bis vierstöckigen Zinshäusern.
  • Oktogon – Kodály körönd: Geschlossene Bauweise, aber nicht mehr so hoch. Hier befinden sich auch zwei mit Bäumen gesäumte Nebenfahrbahnen.
  • Kodály körönd – Hősök tere: Die Straße wird noch breiter und ist von Palästen und Villen sowie Gärten in offener Bauweise umgeben.

Bedeutende Gebäude

Galerie

Literatur

  • Annamária Végváry: A Sugárút és a Körút története. In: Ferenc Szabó: Terézváros Budapest szívében. (Fényképek és tényképek a világvárosból.) Terézvárosi Művelődési Közalapítvány, Budapest 1998, S. 37–44, ISBN 963-03-5577-9.
  • Ferenc Szabó: Terézváros Budapest szívében. (Fényképek és tényképek a világvárosból.) Terézvárosi Művelődési Közalapítvány, Budapest 1998, ISBN 963-03-5577-9.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 47° 30′ 38″ N, 19° 4′ 16,7″ O

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