Anders Bjørn Drachmann
Anders Bjørn Drachmann, meist nur A. B. Drachmann (* 27. Februar 1860 in Kopenhagen; † 22. August 1935 in Bagsværd) war ein dänischer klassischer Philologe.
Leben
Der Sohn des Arztes Andreas Georg Drachmann und Halbbruder des Dichters Holger Drachmann studierte von 1877 bis 1884 in Kopenhagen und Deutschland klassische Philologie. 1887 scheiterte er bei der Bewerbung auf eine Professur in Christiania (Oslo) und war anschließend als Lehrer an Schulen in Kopenhagen tätig. 1891 wurde er zum Dr. phil. promoviert und ein Jahr später Dozent an der Universität Kopenhagen. 1905 wurde er dort außerordentlicher Professor für klassische Philologie, ab 1917 ordentlicher Professor.
1933 wurde Drachmann zum auswärtigen Mitglied der Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen gewählt.<ref>Nachrichten der Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen, Jahresbericht 1935-36, S. 9–11.</ref><ref>Mitglieder: Anders Bjørn Drachmann. Niedersächsische Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, abgerufen am 22. August 2025.</ref> Die Académie royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique nahm ihn 1934 als assoziiertes Mitglied auf.<ref>Académicien décédé: Anders Bjoern Drachmann. Académie royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique, abgerufen am 9. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Drachmann beschäftigte sich wissenschaftlich u. a. mit griechischer (Pindar) und römischer (Catull, Vergil) Dichtung. Daneben gab er auch die Werke des Philosophen Sören Kierkegaard heraus.
Für den Teubner-Verlag betreute er die Ausgabe der griechischen Lexikographen, für die u. a. die Hesych-Edition Kurt Lattes vorgesehen war.<ref>Carl Joachim Classen: Kurt Latte. Professor der Klassischen Philologie 1931–1935; 1945–1957. In: Die klassische Altertumswissenschaft an der Georg-August-Universität Göttingen. Vandenhoeck u. Ruprecht, Göttingen 1989, ISBN 3-525-35845-8, S. 205.</ref> Drachmann beschäftigte sich in diesem Zusammenhang u. a. mit dem sog. Kyrill-Glossar.<ref>Herbert Hunger: Die hochsprachliche profane Literatur der Byzantiner. 2. Band. Philologie, Profandichtung, Musik, Mathematik und Astronomie, Naturwissenschaften, Medizin, Kriegswissenschaft, Rechtsliteratur. Beck, München 1978, ISBN 3406014283, S. 37–39.</ref>
Sein Sohn war der Althistoriker und Bibliothekar Aage Gerhardt Drachmann.
(Auswahl)
- Catuls Digtning. 1887. (Digitalisat)
- Guderne hos Vergil. 1887. (Digitalisat)
- De recentiorum interpretatione Pindarica. 1891. (Digitalisat)
- Scholia vetera in Pindari carmina. 3 Bände. Teubner, Leipzig 1903–1927.
- Atheisme i det antike hedenskab Kopenhagen 1919. Englische Übersetzung: Atheism in pagan antiquity. Gyldendal, London u. a. 1922 (online).
- Sagunt und die Ebro-Grenze in den Verhandlungen zwischen Rom und Karthago 220–18. Høst & Søn, Kopenhagen 1920.
- Isaac Tzetzae De metris Pindaricis commentarius. Kopenhagen 1925.
- Die Überlieferung des Cyrillglossars. Levin & Munksgaard, Kopenhagen 1936.
Literatur
- M. Cl. Gertz: Drachmann, Anders Bjørn. In: C. F. Bricka (Hrsg.): Dansk biografisk Lexikon. Gyldendal, Kjøbenhavn 1887–1905.
Weblinks
- Werke von Anders Bjørn Drachmann im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Drachmann, Anders Bjørn |
| ALTERNATIVNAMEN | Drachmann, A. B. |
| KURZBESCHREIBUNG | dänischer klassischer Philologe |
| GEBURTSDATUM | 27. Februar 1860 |
| GEBURTSORT | Kopenhagen |
| STERBEDATUM | 22. August 1935 |
| STERBEORT | Bagsværd |
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- Altphilologe (19. Jahrhundert)
- Altphilologe (20. Jahrhundert)
- Mitglied der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
- Mitglied der Königlichen Akademie der Wissenschaften und Schönen Künste von Belgien
- Präsident der Königlich Dänischen Akademie der Wissenschaften
- Hochschullehrer (Universität Kopenhagen)
- Däne
- Geboren 1860
- Gestorben 1935
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