Anabar (Fluss)
Vorlage:Infobox Fluss Der Anabar (Vorlage:RuS) ist ein etwa 380 km<ref name="GwrRU" /> langer Fluss bzw. zusammen mit seinem auch Große Kuonamka (Vorlage:Lang; Bolschaja Kuonamka) oder Große Kuonapka (Vorlage:Lang; Bolschaja Kuonapka<ref name="GwrRU" />) genanntem Oberlauf rund 939 km<ref name="GwrRU" /> langer Strom im Nordwesten der Republik Sacha und im Norden von Sibirien und Russland (Asien) und zugleich Zufluss der Laptewsee, einem Teil des Nordpolarmeers. Sein Oberlauf (Große Kuonamka bzw. Kuonapka) wird oft als linker Anabar-Quellfluss bezeichnet.
Verlauf
Der Anabar entspringt als Große Kuonamka rund 325 km nördlich des nördlichen Polarkreises im Südteil<ref name="GSE" /> des Anabarplateaus, dem Nordteil des Mittelsibirischen Berglands. Seine Quelle liegt auf etwa Vorlage:Höhe Höhe unweit östlich der Grenze der Region Krasnojarsk östlich des Hauptkamms eines in dieser Nachbarregion gelegenen und im Berg „Wysoki“ (Vorlage:Coordinate) bis Vorlage:Höhe hohen Plateaubereichs.
Zunächst fließt der Anabar (Große Kuonamka) überwiegend ostwärts in den Süd- und Ostteilen des Anabarplateaus durch kaum besiedelte Landschaften, allerdings passiert er zum Beispiel die sehr weit voneinander entfernten Ansiedlungen Soika Sergeja und – nach einem nordwärts gerichteten Flussabschnitt – Staraja. Danach wendet er sich nach Osten und erreicht etwa 480 km nördlich des nördlichen Polarkreises nach rund 559 Flusskilometern, was der Gesamtlänge der Großen Kuonamka entspricht, die auf etwa Vorlage:Höhe Höhe gelegene Einmündung der von Süden heran fließenden Kleinen Kuonamka (oft als rechter Quellfluss bezeichnet), die 457 km lang ist.
Von dieser Einmündung verläuft der nur noch Anabar genannte Strom, allmählich das Mittelsibirische Bergland verlassend, in seinem Mittellauf in Richtung Norden weiterhin durch fast unbewohnte Landschaften, jedoch tangiert er das an seinem Ostufer liegende Dorf Saskylach; etwa dort erreicht der Fluss das Nordsibirische Tiefland, dass er in seinem Unterlauf durchfließt. Viel weiter nördlich tangiert er zudem das etwas oberhalb der linksseitigen Charabyl-Mündung und auch am Anabar-Ostufer gelegene Dorf Jurjung-Chaja, wo künftig der Endpunkt der in Bau befindlichen Anabar-Fernstraße liegen wird.
Etwa 56 Flusskilometer unterhalb von Jurjung-Chaja mündet der Anabar – nach Einmünden der von Westen heran fließenden Suolema – auf Vorlage:Höhe Höhe<ref name="TopoKar87MüSü" /> in den Südteil seines Anabarbucht genannten Ästuars (Trichtermündung), um nach dessen Durchfließen in den Anabargolf, einem Golf der zum Nordpolarmeer gehörenden Laptewsee, zu fließen. Die Anabar-Mündung liegt zwischen jenen der Ströme Chatanga (Chatangagolf) im Westen und Olenjok (Olenjokgolf) im Osten.<ref name="TopoKar87Mü" />
Einzugsgebiet und Nebenflüsse
Das Einzugsgebiet des Anabar, das fast ausschließlich in der Republik Sacha liegt, aber im Rahmen seines westlichen Nebenflusses Suolema Anteil am Nordostteil der Region Krasnojarsk hat, ist etwa 100.000 km²<ref name="GwrRU" /> groß. Innerhalb dieses Gebiets gibt es Vorkommen an Diamanten.
Zu den Nebenflüssen des Anabar gehören flussabwärts betrachtet (bis zum Einfluss der Kleinen Kuonamka sind es jeweils Zuflüsse der Großen Kuonamka): Delinde, Chochoi, Djuken, Aryy-Mastaach, Nebaibyt, Kleine Kuonamka, Ebeljach, Majat, Udja, Doruocha, Konnies, Charabyl, Suolema und Uele, wobei die beiden zuletzt genannten Flüsse in die Anabarbucht münden.
Klima, Hydrologie und Hydrographie
Die Anabar fließt durch Landschaften aus Frostschuttwüsten und Tundra mit Moosen und Flechten. Die Winter sind lang und extrem kalt, die Sommer kurz und kalt. Der Fluss ist etwa von Ende September bis Anfang Juni<ref name="GSE" /> von Eis bedeckt. Wenn im Sommer der Permafrostboden antaut und Eis und Schnee schmelzen, entstehen oft starke Hochwasser, die der Fluss durch die Anabarbucht in den Golf treibt. Der mittlere jährliche Abfluss (MQ) liegt bei 498 m³/s.<ref name="GSE" />
Geschichte
Ursprünglich besiedelten Ewenken das Einzugsgebiet des Anabar, und Wassili Sychev war 1643 der erste Russe, der an den Fluss kam.
Einzelnachweise und Quellen
<references> <ref name="GwrRU">Vorlage:GVR</ref>
<ref name="RArcticNET">Vorlage:RArcticNET</ref>
<ref name="GSE">Vorlage:GSE</ref>
<ref name="TopoKar86Qu">Topographische Karte (1:200.000, Bl. R-48-XXIII,XXIV, Ausg. 1986), Anabar-Quelle (Große Kuonamka; links unten) u. a. mit nach Osten fließendem Anabar (Große Kuonamka; rechts unten) und Ilja (diagonal, oben mittig; in Region Krasnojarsk) auf mapr48.narod.ru (mit Höhen über Meer)</ref>
<ref name="TopoKar87MüSü">Topographische Karte (1:200.000, Bl. S-49-XXIX,XXX, Ausg. 1987), Anabarbucht-Südteil (rechts oben) u. a. mit Mündungen der Anabar (Vorlage:Höhe Höhe; Vorlage:Coordinate; rechts oben; von Süden heran fließend), Suolema (rechts oben; von Westen) und Uele (ganz oben rechts; von Osten) auf maps49.narod.ru (mit Höhen über Meer)</ref>
<ref name="TopoKar87Mü">Topographische Karte (1:1.000.000, Bl. S-49,50, Ausg. 1987), Anabar-Mündung (Anabarbucht; mittig) mit dortigem Anabargolf (Laptewsee; direkt nördlich davon) und u. a. mit Nordwikhalbinsel und Groß-Begitschew-Insel (auch mittig), Chatangagolf (links), Byrrangagebirge (Taimyrhalbinsel; links oben), Laptewsee (Nordpolarmeer; rechts oben) und Olenjok-Mündung (rechts), auf mapr49.narod.ru (mit Höhen über Meer)</ref> </references>
Weblinks
Vorlage:Commonscat Vorlage:Wiktionary
- Anabar und Anabarplateau, auf anabar.ru (russisch)