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Amt Rahden (Kreis Lübbecke)

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Wappen Deutschlandkarte
Datei:DEU Rahden COA.svg
Basisdaten (Stand 1972)
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:adm2nd(14892) 52° 26′ N, 8° 37′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:adm2nd(14892) 52° 26′ N, 8° 37′ O
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Bestandszeitraum: 1843–1972
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Kreis: Lübbecke
Fläche: 144,18 km²
Einwohner: 14.892 (31. Dez. 1972)
Bevölkerungsdichte: 103 Einwohner je km²
Amtsgliederung: 7 Gemeinden
Lage des Amtes Rahden im Kreis Lübbecke
Datei:Amt Rahden in Kreis Lübbecke 1971.svg
Karte

Das Amt Rahden war ein Amt im Kreis Lübbecke in Nordrhein-Westfalen mit Sitz in Rahden. Durch das Bielefeld-Gesetz wurde das Amt zum 31. Dezember 1972 aufgelöst. Rechtsnachfolgerin des Amtes ist die Stadt Rahden im Kreis Minden-Lübbecke.

Geographie

Das Amt lag nördlich des Mittellandkanals und grenzte im Norden und Osten an das Land Niedersachsen. Es wurde von der Großen Aue durchflossen.

Geschichte

Datei:Rathaus-rahden.jpg
Das ehemalige Amtshaus und heutige Rathaus in Rahden

Ein Amt Rahden existierte bereits bis 1807 im Fürstentum Minden. Nachdem dieses 1807 an den napoleonischen Satellitenstaat Königreich Westphalen gefallen war, wurde in dessen Distrikt Minden des Departements der Weser der Kanton Rahden eingerichtet. Dieser Kanton umfasste im Wesentlichen das Gebiet des späteren Amtes Rahden sowie der heutigen niedersächsischen Gemeinde Wagenfeld und hatte im Jahr 1808 8.402 Einwohner.<ref name="LWL">Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.); Projekt Westfälische Geschichte : "Königliches Decret, wodurch die Eintheilung des Königreichs in acht Departements angeordnet wird", mit: "Verzeichniß der Departements, Districte, Cantons und Communen des Königreichs" (PDF; 5,1 MB)</ref><ref>Johann Georg Hassel: Geographisch-statistischer Abriß des Königreichs Westphalen. Verlag des Landes-Industrie-Comptoirs, Weimar 1809 Volltext bei Google Books, S. 243</ref> Mit der Annexion großer Teile Norddeutschlands durch Napoleon Bonaparte fiel 1811 auch das gesamte Gebiet des Kantons Rahden an Frankreich. Im Arrondissement Minden des französischen Départements der oberen Ems wurde ein neu abgegrenzter Kanton Rahden gebildet, der in die fünf Mairien (Bürgermeistereien) Auburg, Diepenau, Warmsen, Ströhen und Rahden unterteilt wurde. Die Mairie Rahden umfasste das Gebiet des späteren Amtes Rahden.<ref>Albrecht Friedrich Ludolph Lasius: Der Französische Kayser-Staat unter der Regierung des Kaysers Napoleon des Grossen im Jahre 1812. Kißling, Osnabrück 1813, S. 208 (google.de).</ref>

Nach der napoleonischen Niederlage fiel ganz Minden-Ravensberg 1813 zurück an Preußen. Bei der Kreiseinteilung der neuen Provinz Westfalen im Jahr 1816 kam die Mairie Rahden zum neuen Kreis Rahden und bildete einen seiner Verwaltungsbezirke.<ref>Amtsblatt der Regierung Minden 1816, S. 171 f.</ref> Der Kreis Rahden hieß ab 1832 Kreis Lübbecke.<ref>Amtsblatt der Regierung Minden 1831, S. 383: Veränderung der Kreiseinteilung Westfalens</ref>

Bei der Einführung der westfälischen Landgemeinde-Ordnung von 1841 wurde 1843 im Kreis Lübbecke aus dem Verwaltungsbezirk Rahden das Amt Rahden gebildet, das zunächst in die fünf Landgemeinden Großendorf, Kleinendorf, Ströhen, Varl und Wehe gegliedert war.<ref>Amtsblatt der Regierung Minden 1843: Bildung des Amtes Rahden</ref> Der Flecken Rahden, Sitz des Amtes, war zunächst keine eigene Gemeinde, sondern Teil der Gemeinde Großendorf.

Am 1. Januar 1849 wurde Sielhorst aus der Gemeinde Varl herausgelöst und bildete seitdem eine eigene Gemeinde.<ref>Zur Geschichte der Gemeinde Sielhorst. In: Willkommen in Sielhorst. 16. April 2016, abgerufen am 4. April 2025.</ref> Am 1. Mai 1858 wurde Tonnenheide von Wehe abgetrennt und bildete ebenfalls eine eigene Gemeinde.<ref></ref> Am 1. April 1910 wurde Großendorf in die beiden Gemeinden Espelkamp und Rahden aufgeteilt.<ref name="Reekers"></ref> Das Amt umfasste seitdem bis 1965 acht Gemeinden:

Die Gemeinde Espelkamp erhielt 1959 das Stadtrecht, verblieb aber zunächst im Amt. Am 1. Januar 1966 schied die Stadt aus dem Amt Rahden aus und wurde amtsfrei.

Durch das Bielefeld-Gesetz wurde das Amt Rahden zum 31. Dezember 1972 aufgelöst. Seine Gemeinden wurden zur neuen Stadt Rahden zusammengeschlossen, die Teil des neuen Kreises Minden-Lübbecke wurde.

Einwohnerentwicklung

Jahr Amt Rahden Quelle
1818 06.144 <ref name="nrw1">Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen: Gemeindestatistik des Landes Nordrhein-Westfalen: Bevölkerungsentwicklung 1816–1871. Düsseldorf 1966</ref>
1843 08.617 <ref name="nrw1" />
1864 10.194 <ref name="handbuch1866">Topographisch-statistisches Handbuch des Regierungs-Bezirks Minden, 1866</ref>
1871 10.151 <ref name="nrw1" />
1885 10.120 <ref>Gemeindelexikon für die Provinz Westfalen 1885</ref>
1910 10.972 <ref>Landkreis Lübbecke. Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 5. Dezember 2023;.</ref>
1925 11.243 <ref name="demand">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
1939 11.943 <ref name="demand"/>
1950 17.035 <ref name="isys">Regionales Gemeindeverzeichnis-Informationssystem GV-ISys (mit historischen Bevölkerungszahlen)</ref>
1961 23.819 <ref name="isys" />
Amt Rahden Espelkamp
1970 14.264 12.709 <ref name="isys" />
1972 14.892 13.236 <ref name="isys" />

Einzelnachweise

<references /> Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende Vorlage:Hinweisbaustein