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Amt Jöllenbeck

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Wappen Deutschlandkarte
Datei:Wappen Amt Jöllenbeck.svg
Basisdaten (Stand 1972)
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:adm2nd(13559) 52° 6′ N, 8° 31′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:adm2nd(13559) 52° 6′ N, 8° 31′ O
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Bestandszeitraum: 1843–1972
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Kreis: Bielefeld
Fläche: 29,62 km²
Einwohner: 13.559 (27. Mai 1970)
Bevölkerungsdichte: 458 Einwohner je km²
Amtsgliederung: 3 Gemeinden

Das Amt Jöllenbeck war ein Amt im Kreis Bielefeld in Nordrhein-Westfalen. Es existierte von 1843 bis 1972. Sein Gebiet liegt heute im Bielefelder Stadtbezirk Jöllenbeck.

Geschichte

Bis 1806 gehörten die beiden Dörfer Niederjöllenbeck und Oberjöllenbeck, die zusammen das Kirchspiel Jöllenbeck bildeten, zur Vogtei Schildesche im Amt Sparrenberg der Grafschaft Ravensberg.<ref name="weddigen">Peter Florenz Weddigen: Topographie der Amtsdistrikte Schildesche und Werther. (Digitalisat) In: Westphälisches Magazin zur Geographie, Historie und Statistik. 1788, S. 236 f, abgerufen am 22. April 2010.</ref> Die Grafschaft Ravensberg gehörte seit dem 17. Jahrhundert zu Preußen. In der napoleonischen Zeit gehörten Nieder- und Oberjöllenbeck zunächst von 1807 bis 1810 zum Kanton Werther im Distrikt Bielefeld des Königreichs Westphalen.<ref>Eintheilung derjenigen Cantons des Districtes Bielefeld, im Weser-Departement, enthält, in welchen zwei Municipalitäten seyn sollen. 18. Mai 1808, S. 140 f, abgerufen am 23. April 2010 (Digitalisat).</ref> 1811 kam es zu umfangreichen Änderungen der Verwaltungsgliederung im Raum Bielefeld, da das Gebiet nördlich des Johannisbachs von Frankreich annektiert wurde. Von 1811 bis 1813 gehörten Nieder- und Oberjöllenbeck zum Kanton Enger des Arrondissements Minden im französischen Departement der Oberen Ems und bildeten zusammen die Mairie Jöllenbeck.<ref>Albrecht Lasius: Der französische Kayserstaat unter der Regierung des Kaysers Napoleon des Großen. (Digitalisat) 1812, S. 204, abgerufen am 21. April 2010.</ref>

Nach dem Ende der Franzosenzeit fiel das Ravensberger Land 1813 wieder an Preußen. Im Rahmen einer großen Verwaltungsreform wurde Preußen in neu eingerichtete Provinzen, Regierungsbezirke und Kreise gegliedert. 1816 wurde im Regierungsbezirk Minden der Provinz Westfalen der Kreis Herford gebildet, in dem Nieder- und Oberjöllenbeck zusammen mit Laar, Eickum, Diebrock und Stedefreund einen Verwaltungsbezirk bildeten.<ref name="topo1821">Statistisch-Topographische Uebersicht des Regierungs-Bezirks Minden 1821. In: Digitale Sammlungen ULB Münster. S. 39, abgerufen am 9. Januar 2025.</ref>

Zum 1. Januar 1832 wurden Nieder- und Oberjöllenbeck in den Kreis Bielefeld umgegliedert.<ref>Amtsblatt der Regierung Minden 1831, S. 383: Veränderung der Kreiseinteilung Westfalens</ref><ref name="kreis">Landkreis Bielefeld (Hrsg.): 150 Jahre Landkreis Bielefeld. 1966.</ref> Im Rahmen der Einführung der Westfälischen Landgemeindeordnung wurde im Dezember 1843 im Kreis Bielefeld das Amt Jöllenbeck gebildet, das aus den beiden Gemeinden Niederjöllenbeck und Oberjöllenbeck bestand.<ref>Verordnung Nr. 22. (Digitalisat) In: Amtsblatt der Regierung Minden. 3. Januar 1844, S. 360, abgerufen am 22. April 2010.</ref><ref>Landgemeindeordnung für die Provinz Westfalen. (Digitalisat; PDF; 1,6 MB) In: Gesetz-Sammlung für die Königlichen Preußischen Staaten. 31. Oktober 1841, abgerufen am 14. April 2010.</ref> Bis 1922 wurde das Amt vom Amtmann des benachbarten Amtes Schildesche in Personalunion mitverwaltet.<ref name="terri">Rolf Jehke: Territoriale Veränderungen in Deutschland. Abgerufen am 22. April 2010.</ref>

Datei:Kreis BI 1965-1969.svg
Das Amt Jöllenbeck im Kreis Bielefeld in den Grenzen von 1969

1930 kam es zu einer umfangreichen kommunalen Neuordnung des Raums Bielefeld.<ref>Gesetz über die Erweiterung des Stadtkreises Bielefeld. (PDF; 7 kB) In: Gesetz-Sammlung für die Königlichen Preußischen Staaten. 11. Juni 1930, S. § 1, abgerufen am 14. April 2010.</ref> Das Amt Schildesche wurde aufgelöst, da ein großer Teil von ihm nach Bielefeld eingemeindet wurde. Theesen und Vilsendorf aus dem aufgelösten Amt Schildesche kamen neu zum Amt Jöllenbeck. Nieder- und Oberjöllenbeck wurden am 10. August 1952 zur Gemeinde Jöllenbeck zusammengeschlossen.<ref name="kreis" /> Das Amt bestand seitdem aus drei Gemeinden:

  1. Jöllenbeck (Amtssitz)
  2. Theesen
  3. Vilsendorf

Durch das Gesetz zur Neugliederung des Raumes Bielefeld wurden zum 31. Dezember 1972 die drei Gemeinden des Amtes Jöllenbeck nach Bielefeld eingemeindet und das Amt aufgelöst. Rechtsnachfolger des Amtes wurde die vergrößerte Stadt Bielefeld. Jöllenbeck, Theesen und Vilsendorf bilden heute den Bielefelder Stadtbezirk Jöllenbeck.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner Quelle
1843 04.403 <ref name="seemann">Seemann: Geographisch-statistisch-topographische Übersicht des Regierungsbezirks Minden. 1843, abgerufen am 23. April 2024.</ref>
1864 03.838 <ref>Topographisch-statistisches Handbuch des Regierungs-Bezirks Minden. (Digitalisat) 1866, S. 10, abgerufen am 22. April 2010.</ref>
1885 03.745 <ref name="rademacher">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
1910 04.409 <ref>Landkreis Bielefeld. Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 6. April 2023;.</ref>
1925 04.599 <ref name="rademacher" />
1939 08.836 <ref name="isys" />
1950 11.832 <ref name="isys">Regionales Gemeindeverzeichnis-Informationssystem GV-ISys (mit historischen Bevölkerungszahlen)</ref>
1961 13.200 <ref name="isys" />
1966 13.410 <ref name="kreis" />
1970 13.599 <ref name="isys" />

Bis 1925 ohne Theesen und Vilsendorf

Wappen

Nach Einweihung des neuen Amtshauses am 16. Februar 1936 genehmigte der Oberpräsident der Provinz Westfalen am 31. Oktober 1936 die Führung eines Wappens, welches der Grafiker Waldemar Mallek in Münster entworfen hatte. Es zeigt im Hintergrund die drei Sparren der Grafschaft Ravensberg und eine Garnhaspel, wie sie von den Jöllenbecker Leinewebern verwendet wurde.

Kirchliche Zugehörigkeit

Das Amt Jöllenbeck war bis 1930 weitgehend deckungsgleich mit dem evangelischen Kirchspiel Jöllenbeck.<ref name="seemann" /> Die Jöllenbecker Marienkirche war die Pfarrkirche des Kirchspiels.

Literatur

  • Manfred Nolte: Jöllenbecker Kommunalpolitik zwischen Kaiserreich und Kommunaler Neuordnung. Bielefeld 2013 (Eigenverlag). Zum Wappen vgl. dort S. 53–54

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende