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Alpen-Gänsekresse

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Alpen-Gänsekresse
Datei:Arabis alpina.jpg

Alpen-Gänsekresse (Arabis alpina)

Systematik
Eurosiden II
Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)
Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Tribus: Arabideae
Gattung: Gänsekressen (Arabis)
Art: Alpen-Gänsekresse
Wissenschaftlicher Name
Arabis alpina
L.

Die Alpen-Gänsekresse<ref name="FloraWeb" /> (Arabis alpina) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Gänsekressen (Arabis) innerhalb der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae).

Beschreibung

Datei:195 Arabis alpina.jpg
Illustration
Datei:Arabis alpina3 Styria.jpg
Charakteristische Laubblätter
Datei:Arabis alpina L 01HD.jpg
Habitus und Blütenstände
Datei:Arabis alpina a2.jpg
Blüten und Früchte

Vegetative Merkmale

Die Alpen-Gänsekresse wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 40 Zentimetern. Sie besitzt einen meist verzweigten Stängel. Sie entwickelt meist zwei bis fünf ausläuferartig waagerecht kriechende Stängel sowie sterile Blattrosette.<ref name="FloraWeb" /> Es gibt aufrechte oder aufsteigende Stängel, die einfach oder verzeigt sind und von einfachen und von Sternhaaren rau und sind reich beblättert sind.<ref name="Hegi1958" />

Die Grundblätter sind kurz gestielt und in Rosetten angeordnet. Die Blattspreite der Grundblätter ist breit-oval und grob gezähnt. Die Stängelblätter sind wechselständig und herzförmig stängelumfassend.<ref name="Hegi1958" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von März bis Herbst, manchmal blüht sie auch im Winter.<ref name="Hegi1958" /> Die Blüten sind dicht in einem traubigen Blütenstand angeordnet. Die Blütenstiele sind 5 bis 12 Millimeter lang, aufrecht-abstehend und meist kahl.<ref name="Hegi1958" />

Die zwittrigen Blüten sind vierzählig. Es sind vier längliche, weiß hautrandige, 3 bis 4 Millimeter lange Kelchblätter vorhanden.<ref name="Hegi1958" /> Die vier weißen Kronblätter sind 6 bis 10 Millimeter lang, 2,5 bis 3,5 Millimeter breit und verschmälern sich allmählich in den Nagel (Unterscheidung zu ähnlichen Arten).<ref name="Hegi1958" /> Die längeren Staubblätter sind 6 Millimeter lang.<ref name="Hegi1958" />

Die Schoten sind 20 bis 60 Millimeter lang und 1,5 bis 2 Millimeter breit. Die Samen sind kreisrund, flach, glatt und braun und besitzen einen ziemlich breiten Flügelrand.<ref name="Hegi1958" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Die Alpen-Gänsekresse besitzt sackförmige seitliche Kelchblätter, in denen sich Nektar aus Drüsen des Blütenbodens sammelt. Bei Sonnenschein ist aber der Zugang zu ihnen durch die Staubbeutel versperrt, was eine bessere Bestäubung sichert<ref name="Hegi1958" />. Sie streut ihre Samen als Wintersteher auf den Schnee.<ref name="Hegi1958" />

An der Alpen-Gänsekresse wurde erstmals von Ernst Gäumann<ref name="Hegi1958" /> der Falsche Mehltau Hyaloperonospora arabidis-alpinae (Syn. Peronospora arabidis-alpinae) festgestellt, von dem auch andere Kreuzblütengewächse befallen werden. Diese Falsche Mehltauart steht auf der Roten Liste „Pilze“ des Landes Sachsen.<ref>Rote Liste "Pilze" des Landes Sachsen, als PDF-Datei.</ref> Die systematischen Stellung dieses Mehltaus wurde 2004 von Göker et al. revidiert.<ref name="Göker2004"> Markus Göker, Alexandra Riethmüller, Hermann Voglmayr, Michael Weiss and Franz Oberwinkler: Phylogeny of Hyaloperonospora based on nuclear ribosomal internal transcribed spacer sequences. In: Mycological Progress, Band 3, 2004, S. 83–94.</ref>

Inhaltsstoffe

Die Früchte enthalten Glucoarabin.<ref name="Hegi1958" />

Vorkommen

Die Alpen-Gänsekresse ist ein amphiatlantisches Florenelement. Arabis alpina ist in Europa, auf Grönland und im östlichen Nordamerika verbreitet. In Europa ist die Alpen-Gänsekresse aus Niederungen bis in Gebirgsregionen in Höhenlagen von etwa 3300 Metern (z. B. Kalkalpen) bekannt. In den Allgäuer Alpen steigt die Alpen-Gänsekresse am Nordgrat des Biberkopfs in Bayern in eine Höhenlage von bis zu 2420 Meter auf.<ref name="Dörr-Lippert2001" />

Standorte dieser kalkliebenden Pflanzenart sind meist Schutt, Geröll und Fels. Diese kälteliebende Pflanze ist als Relikt auch in Schluchten von Gebieten, die üblicherweise wärmeliebende Pflanzen beherbergen (Südharz, Fränkischer und Schwäbischer Jura) erhalten geblieben.<ref name="Hegi1958" /> Sie ist eine Klassencharakterart der Thlaspietea rotundifolii, kommt aber auch in feuchten Pflanzengesellschaften des Verbands Potentillion caulescentis vor.<ref name="Oberdorfer2001" />

Systematik

Die Erstveröffentlichung von Arabis alpina erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, Seite 664.<ref name="Euro+Med" />

Je nach Autor gibt es etwa drei Unterarten:<ref name="Euro+Med" />

  • Arabis alpina <templatestyles src="Person/styles.css" />L. subsp. alpina: Sie kommt in Europa, Afrika, Nordasien, Nordamerika und Grönland vor. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind für Arabis alpina subsp. alpina in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3 (mäßig feucht), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 5 (basisch), Temperaturzahl T = 2 (subalpin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 subozeanisch bis (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />
  • Arabis alpina subsp. brevifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />(DC.) Greuter & Burdet: Sie kommt im asiatischen Teil der Türkei vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Arabis alpina subsp. caucasica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Willd.) Briq. (Syn.: Arabis thyrsoidea <templatestyles src="Person/styles.css" />Sm., Arabis albida <templatestyles src="Person/styles.css" />J.Jacq., Arabis billardieri <templatestyles src="Person/styles.css" />DC., Arabis viscosa <templatestyles src="Person/styles.css" />DC., Arabis flaviflora <templatestyles src="Person/styles.css" />Bunge, Arabis flavescens <templatestyles src="Person/styles.css" />Griseb., Arabis albida <templatestyles src="Person/styles.css" />Steven ex Fisch. nom. inval.):<ref name="Euro+Med" /> Sie gilt bei manchen Autoren als Garten-Gänsekresse (Arabis caucasica <templatestyles src="Person/styles.css" />Willd.)

Einzelnachweise

<references> <ref name="FloraWeb"> Arabis alpina L. s. str., Alpen-Gänsekresse. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Arabis alpina L. subsp. alpina In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Hegi1958"> Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band IV/1 (2. Auflage), Carl Hanser Verlag München, 1958, S. 248–251.</ref> <ref name="Dörr-Lippert2001"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, IHW-Verlag, Eching bei München, 2001, ISBN 3-930167-50-6, S. 597. </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold (2011+): Brassicaceae: Datenblatt Arabis alpina In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> </references>

Literatur

  • Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band IV/1 (2. Auflage), Carl Hanser Verlag München, 1958, S. 248–251.

Weblinks

Commons: Alpen-Gänsekresse (Arabis alpina) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien