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Alpen-Bärentraube

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Alpen-Bärentraube
Datei:Arctostaphylos alpinus (Alpen-Bärentraube) IMG 4688.JPG

Alpen-Bärentraube (Arctostaphylos alpina)

Systematik
Asteriden
Ordnung: Heidekrautartige (Ericales)
Familie: Heidekrautgewächse (Ericaceae)
Unterfamilie: Arbutoideae
Gattung: Bärentrauben (Arctostaphylos)
Art: Alpen-Bärentraube
Wissenschaftlicher Name
Arctostaphylos alpina
(L.) Spreng.

Die Alpen-Bärentraube (Arctostaphylos alpina) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Bärentrauben (Arctostaphylos) innerhalb der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae).

Beschreibung

Datei:Arctostaphylos alpinus - autumn.jpg
Laubblätter in Herbstfärbung
Datei:Arctostaphylos alpinus (Alpen-Bärentraube) IMG 6690.JPG
Blüten mit weißlichen bis rosafarbenen Kronen
Datei:Arctostaphylos alpinus (Alpen-Bärentraube) IMG 29275.JPG
Steinfrüchte
Datei:Deutschlands flora in abbildungen nach der natur (13085522113).jpg
Illustration aus Deutschlands Flora in Abbildungen nach der Natur
Datei:Arctostaphylos alpina autumn.JPG
Habitus und Herbstfärbung im Habitat

Vegetative Merkmale

Die Alpen-Bärentraube ist ein sommergrüner Zwergstrauch, dessen kriechende Zweige bis zu 50 Zentimeter lang sind und sabei erreicht er aber nur Wuchshöhen von bis zu 10 Zentimetern mit kurz aufsteigenden Endtrieben.

Die einfachen Laubblätter sind bei einer Länge von bis zu 5 Zentimetern lang, verkehrt-eiförmig, fein gesägt, zum Grund hin lang bewimpert und haben eine etwas runzelige Oberseite mit eingeprägter Nervatur.

Generative Merkmale

Der traubige Blütenstand enthält nur zwei bis fünf Blüten. Der Blütenstiel ist etwas länger als die Blüte und steht in der Achsel eines Tragblatts.<ref name="Hegi1966" />

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der Kelch ist fünfzipflig und hat nur ein Viertel der der Länge der Krone. Die Kelchzipfel sind dreieckig und schwach bewimpert.<ref name="Hegi1966" /> Die rosafarbene bis grünlich-weiße Blütenkrone ist bei einer Länge von etwa 5 Millimetern kugelig-krugförmig, mit kleiner Öffnung und endet in fünf nach auswärts gebogenen Kronzipfeln. Die Blüte enthält zehn Staubblätter und ein verwachsenblättriges Gynoeceum.<ref name="NatureGate" /> Der Fruchtknoten ist kugelig und fünffächrig und am Grund von einem zehnwulstigen Nektarring umgeben.<ref name="Hegi1966" /> Der Griffel ist etwas länger als die Staubblätter.<ref name="Hegi1966" />

Die zunächst roten, ausgereift dann schwarzen Steinfrüchte weisen einen Durchmesser von etwa 9 Millimetern auf.

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 13.

Ökologie und Phänologie

Blüten und Laubblätter erscheinen gleichzeitig im Mai oder Juni. Im Herbst verfärben sich die Laubblätter sehr auffällig leuchtend purpurrot.

Die Alpen-Bärentraube kann ein hohes Alter erreichen, es wurden auf der Halbinsel Kola an einem Stämmchen mit 14 Millimeter Durchmesser 84 Jahresringe gezählt.<ref name="Hegi1966" /> Die Vermehrung erfolgt sowohl vegetativ als auch generativ.<ref name="NatureGate" /> Bei der Bestäubung scheint Selbstbestäubung vorzuherrschen.<ref name="Hegi1966" />

Die Laubblätter der Alpen-Bärentraube werden auch von Nacktbasidien besiedelt. Exobasidium vaccinii-myrtilli erzeugt einen weißmehligen Überzug auf der Blattunterseite.<ref name="Hegi1966" /> Exobasidium angustisporum erzeugt vergrößerte Blätter.

Vorkommen

Die Alpen-Bärentraube ist arktisch-alpin auf der Nordhalbkugel verbreitet. Sie hat Fundorte im gemäßigten Asien von Sibirien über den Altai bis zur Mongolei; in Europa kommt sie weit im Norden vor und in den Gebirgen mit einer südlichen Grenze in Italien, dem Balkan und in Spanien; von Grönland über den arktischen Norden bis zu den US-Bundesstaaten Maine und New Hampshire tritt Arctostaphylos alpina in Nordamerika auf. In Japan kommt Arctostaphylos alpina var. japonica <templatestyles src="Person/styles.css" />Hultén vor.<ref name="GRIN" />

Die Alpen-Bärentraube ist nicht häufig und wächst auf Feinerde und mäßig saurem feuchtem Humus in schattigen, lang schneebedeckten Zwergstrauchheiden und Legföhrengebüsch in subalpinen bis unteralpinen Höhenstufen. In den Allgäuer Alpen steigt sie von 820 Metern westlich des E-Werkes Bruck in Bayern bis über 2000 Meter auf.<ref name="Dörr-Lippert2004" /> Im Tessin erreicht sie eine Höhenlage von 2650 Meter, in Graubünden eine Höhenlage von 2660 Meter.<ref name="Hegi1966" /> Arctostaphylos alpina ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Arctostaphylo alpinae-Loiseleurietum, kommt aber auch im Erico-Rhododendretum hirsuti vor.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+ (feucht), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 1+ (unter-alpin, supra-subalpin und ober-subalpin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung erfolgte unter dem Namen (Basionym) Arbutus alpina durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, S. 395. Die Neukombination zu Arctous alpina <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Nied. wurde 1889 durch Franz Josef Niedenzu in Botanische Jahrbücher für Systematik, Pflanzengeschichte und Pflanzengeographie, Band 11, 2, S. 144 veröffentlicht.

Nutzung

Die Früchte werden roh oder gegart gegessen. Sie sind sehr saftreich, aber etwas bitter. Nach dem Garen schmecken sie viel besser. Die medizinischen Wirkungen wurden untersucht.<ref name="PFAF" />

Trivialnamen

Es gibt auch die Trivialnamen Galopsstaude und Garlobsstauden.<ref name="Pritzel1882" />

Literatur

  • Herbert Reisigl: Blumenwelt der Alpen. Pinguin-Verlag, Innsbruck 1990, ISBN 3-7016-2339-2.

Weblinks

Commons: Alpen-Bärentraube (Arctous alpina) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="PFAF"> Arctostaphylos alpina bei Plants For A Future, abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="InfoFlora"> Arctostaphylos alpina (L.) Spreng. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="NatureGate"> Datenblatt bei NatureGate. </ref> <ref name="Dörr-Lippert2004"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 305. </ref> <ref name="Pritzel1882"> Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 38, archive.org. </ref> <ref name="Hegi1966"> Gustav Hegi: S. 1661–1664. Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 3, Verlag Carl Hanser, München 1966. </ref> </references>