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Alles ist erleuchtet (Film)

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Vorlage:Medienbox/Kopf
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Russisch, Englisch, Ukrainisch
Erscheinungsjahr 2005
Länge 105 Minuten
Altersfreigabe

</ref>

Produktions­unternehmen
Stab
Regie Liev Schreiber
Drehbuch Liev Schreiber
Produktion
Musik
Kamera Matthew Libatique
Schnitt
Besetzung
Besetzung

Alles ist erleuchtet ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 2005 mit Elijah Wood und Eugene Hütz in den Hauptrollen. Das Comedy-Drama basiert auf dem gleichnamigen Roman von Jonathan Safran Foer und ist das Regiedebüt von Liev Schreiber.

Handlung

Der amerikanische Jude Jonathan ist mit ganzer Seele ein Sammler. Alles, was ihm lieb ist, kommt in kleinen Plastiktüten in seine bestens sortierte Sammlung. Mit dem Tod seiner Großmutter erhält er ein Foto, das seinen Großvater mit einer unbekannten Frau zeigt. Diese soll ihm während des Holocaust das Leben gerettet haben. Auf der Rückseite der Fotografie findet sich der Vermerk „Trachimbrod 1940“.

Er beschließt, sich auf die Reise in die Ukraine zu machen, um das Dorf Trachimbrod zu suchen. Dort hofft er, die Frau zu finden. Um für die Reise in das fremde Land gut gerüstet zu sein, mietet Jonathan ein Team von Helfern von der „Jewish Heritage Tours“, welche sich darauf spezialisiert haben, amerikanische Juden durch das Land ihrer Vorfahren zu chauffieren.

Das Team besteht aus einem angeblich blinden Großvater, der aber trotzdem sehr gut Auto fährt, und dessen Enkel Alex. Dieser soll Jonathan als Dolmetscher dienen und erweist sich dabei als sehr kreativ im Umgang mit der englischen Sprache. Außerdem begleitet sie der Hund Sammy Davis Jr. Jr., was Jonathan missfällt, da er Angst vor Hunden hat. Mit dieser Situation hatte er zwar nicht gerechnet, trotzdem beginnt er mit der Suche. Diese stellt sich als sehr schwierig heraus, da der gesuchte Ort während des Zweiten Weltkrieges von der Wehrmacht niedergebrannt wurde und seitdem auf keiner Karte mehr verzeichnet ist.<ref>Alles ist erleuchtet. In: fernsehserien.de. imfernsehen, abgerufen am 9. Februar 2026.</ref>

Produktion

Vorlage und Dreharbeiten

Datei:Liev Schreiber by Gage Skidmore.jpg
Regisseur Liev Schreiber (2010)
Datei:Elijah Wood 2.jpg
Elijah Wood (2006) spielt Jonathan
Datei:Eugene Hütz, Gogol Bordello en el Festival Sonorama.jpg
Eugene Hütz (2008) spielt Alex

Der Film ist Liev Schreibers Regie- und Drehbuchdebüt. Das Drehbuch adaptierte er lose von Jonathan Safran Foers Roman Alles ist erleuchtet, nachdem er einen Auszug des Buches im New Yorker gelesen hatte.

Die Dreharbeiten fanden zwischen dem 14. Juni und 12. August 2004 statt. Obwohl der Film größtenteils in der Ukraine spielt, wurden nur wenige Szenen dort gedreht. Nach einigen Tagen in Odesa wechselte die Produktion nach Prag, Tschechien, und drehte ebenda in der Stadt sowie dem umliegenden Land.<ref>Shining some light on Everything. In: Czech Film Commission. 19. August 2004, abgerufen am 9. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Alles ist erleuchtet – Dreharbeiten und Produktion. In: IMDb. Abgerufen am 9. Februar 2026.</ref>

Musik

Die Filmmusik von Alles ist erleuchtet verbindet einen eigens von Paul Cantelon komponierten Score mit bereits existierenden Musikstücken. Im Score kommen unter anderem Zither, Klarinette, Streicher und weitere akustische Instrumente zum Einsatz. Stilistisch könnte man die Musik zwischen Klezmer-, Folk- und osteuropäischen Klängen einordnen, ergänzt durch moderne Einflüsse. Neben der Filmmusik werden im Film zahlreiche Songs verschiedener Künstler verwendet. Im Film selbst tritt außerdem die Band Gogol Bordello als Bahnhofskapelle auf. Der Frontmann der Band, Eugene Hütz, spielt den Dolmetscher Alex im Film.<ref>Tobias Kurzweg: Alles ist erleuchtet – Komposition und Analyse. In: Hochschule der Medien Stuttgart. 14. Juli 2019, abgerufen am 9. Februar 2026.</ref><ref>Alles ist erleuchtet – Soundtracks. In: IMDb. Abgerufen am 9. Februar 2026.</ref>

Besetzung

  • Elijah Wood als Jonathan Safran Foer; ein junger jüdisch-amerikanischer Sammler von Erinnerungsstücken, der sich nach dem Tod seiner Großeltern auf eine Reise in die Ukraine begibt. Er trägt meist einen schwarzen Anzug mit Krawatte und eine große Brille.
  • Eugene Hütz als Alex Perchov; ein junger Ukrainer, der als Reiseleiter und Dolmetscher für Jonathan arbeitet. Er spricht ein eigenwilliges, fehlerhaftes Englisch. Er kleidet sich auffällig und ist stark von westlicher Popkultur beeinflusst.
  • Boris Leskin als Großvater; Alex’ Großvater und Fahrer der Reisegruppe. Er gibt sich zunächst als blind aus und zeigt eine raue, scheinbar antisemitische Persönlichkeit. Seine Vergangenheit ist enger mit der Geschichte des Zweiten Weltkriegs verbunden, als zuerst angenommen wird.
  • Mikki und Mouse als Sammy Davis Jr. Jr.; der Hund von Alex’ Großvater, der die Gruppe auf ihrer Reise begleitet.
  • Tereza Veselkova als Augustine; die Frau auf dem Foto neben Jonathans Großvater.
  • Laryssa Lauret als Lista; Augustines Schwester, und mittlerweile eine ältere Frau. Sie lebt als Hüterin der Erinnerungen an Trachimbrod. Sie hilft Jonathan bei seinen Nachforschungen.

Veröffentlichung

Der Film feierte beim Telluride Film Festival 2005 Premiere.<ref>Todd McCarthy: Everything Is Illuminated. In: Variety. Penske Media Corporation, 4. September 2005, abgerufen am 9. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Everything is Illuminated. In: BigBeach.com. Abgerufen am 9. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der deutsche Kinostart folgte am 15. Dezember 2005, mit einer FSK-12 Freigabe.<ref>Alles ist erleuchtet. In: Filmstarts. Webedia, abgerufen am 9. Februar 2026.</ref><ref name="FSK" /> Bei einem geschätzten Budget von 7 Millionen US-Dollar spielte der Film etwas mehr als 3,6 Millionen US-Dollar an den weltweiten Kinokassen ein.<ref>Kristin Hohenadel: His work illuminated. In: Los Angeles Times. 16. Januar 2005, abgerufen am 9. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Everything Is Illuminated. In: Box Office Mojo. Abgerufen am 9. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Rezeption

Presse-Kritik

Quelle Bewertung
Rotten Tomatoes (Tomatometer) 65 %<ref name="rotten tomatoes">Alles ist erleuchtet. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen am 10. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Metacritic (Metascore) 58/100<ref name="metacritic">Alles ist erleuchtet. In: Metacritic. Abgerufen am 10. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Prädikat der FBW wertvoll<ref>Alles ist erleuchtet. In: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW). 21. April 2006, abgerufen am 10. Februar 2026.</ref>
Filmstarts SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol<ref name="Filmstarts" />
Roger Ebert SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol<ref name="RogerEbert" />
The New York Times 50/100<ref name="NYT" />
Empire SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol<ref name="Empire" />
The Guardian SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol<ref name="The Guardian" />

Der Film bekam ein überwiegend positives Echo. Stand Februar 2026 verzeichnet Rotten Tomatoes eine Zustimmungsrate von 65 %, basierend auf 116 ausgewerteten Rezensionen. Der Metascore liegt bei 58/100. Zuschauer vergaben bei IMDb eine durchschnittliche Bewertung von 7,4/10 Punkten.<ref name="IMDb">Vorlage:IMDb/1</ref>

Der Filmkritiker Roger Ebert beschreibt Alles ist erleuchtet als einen Film, „der durch Reflexion an Bedeutung gewinnt“, und hebt insbesondere den Übergang von komödiantischen zu düsteren Tonlagen hervor.<ref name="RogerEbert">Roger Ebert: An illuminating journey. In: RogerEbert.com. 22. September 2005, abgerufen am 10. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das von Liev Schreiber adaptierte Drehbuch erhielt jedoch auch gemischte Kritiken. Während einzelne Kritiker es als eine durchdachte Adaption lobten, bemängelten andere, dass es der historischen und kulturellen Dimension der Vorlage nicht gerecht werde. So meinte beispielsweise Anthony Scott in den New York Times, der Film wirke „oberflächlich und kraftlos, skurril, wo er schwarzhumorig sein sollte, und ergreifend, wo er herzzerreißend sein sollte.“<ref name="Empire">Damon Wise: Everything Is Illuminated Review. In: Empire. Bauer Media Group, abgerufen am 10. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="The Guardian">Peter Bradshaw: Everything Is Illuminated. In: The Guardian. 25. November 2005, abgerufen am 10. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="NYT">A. O. Scott: A Journey Inspired by Family Becomes One of Forgiveness. In: The New York Times. 16. September 2005, abgerufen am 10. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Aber auch in deutschsprachigen Medien wurde Alles ist erleuchtet häufig positiv besprochen. Der Filmdienst (25/2005) bezeichnete den Film als „[g]roßartige Romanverfilmung“. Herausgekommen sei ein „intelligent-absurd erzählte[s] Road Movie“, das „zwar die Erzählstruktur der komplexen Vorlage“ glätte, „aber durch Situationskomik sowie pointierte Dialoge das Spannungsverhältnis in der Begegnung der Kulturen beispielhaft“ herausarbeite.<ref>Alles ist erleuchtet. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 2. März 2017.</ref> Laut Björn Helbig von Filmstarts löst Schreibers Debütdrehbuch das Potenzial des Vorlagenromans nicht ein, sondern verfehle häufig die poetische Tiefe und thematische Komplexität. Nichtsdestotrotz mache die gelungene Kameraarbeit und Schauspielleistung den Film sehenswert.<ref name="Filmstarts">Björn Helbig: Alles ist erleuchtet. In: Filmstarts. Webedia, abgerufen am 10. Februar 2026.</ref>

Kritik an Stereotypen

In einem Artikel der ukrainischen BBC wurde der Film dafür kritisiert, die Ukraine vorwiegend mithilfe vereinfachender und teils veralteter Stereotype darzustellen. Demnach zeige der Film ukrainische Figuren häufig als rückständig, grotesk oder latent antisemitisch, ohne diese Zuschreibungen historisch einzuordnen oder zu hinterfragen. Auch die visuelle Gestaltung und zahlreiche Details, wie etwa Architektur, Fahrzeuge oder Alltagsdarstellungen, entsprächen laut der Kritik eher westlichen Klischeevorstellungen als der tatsächlichen ukrainischen Realität. Zudem wird bemängelt, dass komplexe historische Hintergründe, insbesondere im Hinblick auf den Holocaust in der Region, verkürzt oder verzerrt wiedergegeben würden, was zu einem einseitigen und problematischen Bild der Ukraine beitrage.<ref>Марта Шокало, Світлана Пиркало: Everything Is Illuminated: набір кіно-стереотипів. In: BBC. 9. November 2005, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 11. Januar 2016; abgerufen am 10. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein