Allerburg (Dautphetal)
| Allerburg | ||||||
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Blick vom Sporn, auf dem die Burgreste vermutet werden, zum Hünsteinturm | ||||||
| Alternativname(n) | Alte Schanze | |||||
| Staat | Deutschland | |||||
| Ort | Dautphetal-Holzhausen | |||||
| Burgentyp | Höhenburg, Spornlage | |||||
| Erhaltungszustand | Burgstall, Grabenspuren | |||||
| Geographische Lage | 50° 48′ N, 8° 32′ O
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| Höhenlage | 503 m ü. NHN | |||||
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Die Allerburg, auch Alte Schanze genannt, ist eine vermutete abgegangene Spornburg, die aber nicht auf dem naheliegenden Allerberg<ref>Heinrich Janke: Inventar der Vor- und frühgeschichtlichen Denkmäler von Hessen, Band II, Der Kreis Biedenkopf, R. Habelt Verlag, Bonn 1973, S. 18</ref>, sondern wenige Dutzend Meter nördlich davon auf dem Hünstein<ref>Auch der Artikel im Historischen Ortslexikon Hessen (vgl. Weblinks) legt die Burg auf den Allberg, verlinkt aber die Position korrekt auf den Hünsteinsporn.</ref> bei etwa 503 m über NN im Oberen Lahntal südöstlich des Ortsteils Holzhausen der Gemeinde Dautphetal im Landkreis Marburg-Biedenkopf in Hessen liegt.
Geschichte
Bei der ehemaligen Burg handelt es sich vermutlich um eine später entstandene mittelalterliche Burganlage, errichtet auf der vorgelagerten Spornkuppe (auch Hünsteinklippe oder Hunnenstein genannt) inmitten einer vorgeschichtlichen Wehranlage, dem Ringwall Hünstein. Heute sind noch Spuren eines Halsgrabens zu sehen.<ref>Allerburg in der privaten Datenbank Alle Burgen.Vorlage:Abrufdatum</ref>
Eine Überlappung mit dem genannten Ringwall Hünstein kann nicht ausgeschlossen werden, da bisher keine Befunde vorliegen. Schon bei Georg Landau wurde 1858 Allerburg und Hünstein gleichgesetzt.<ref>Georg Landau: Historisch-topographische Beschreibung der wüsten Ortschaften im Kurfürstenthum Hessen und in den großherzoglich hessischen Antheilen am Hessengaue, am Oberlahngaue und am Ittergaue. In: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde - Siebtes Supplement; Verlag Fischer, Kassel 1858, S. 196</ref> Auch Georg Wilhelm Justin Wagner schrieb über den Hünstein „… auch befindet sich daselbst noch eine weitere Verschanzung, welche, aus Wall und Graben bestehend, einen stumpfen Winkel bildet. Ob an diesen Stellen Gebäude, namentlich eine Burg, gestanden, ist zweifelhaft.“<ref>Georg Wilhelm Justin Wagner: Die Wüstungen im Großherzogtum Hessen: Provinz Oberhessen, Band 1, Darmstadt 1854, Anmerkungen auf S. 394</ref> Nach Überlieferung soll Landgraf Heinrich II. von Hessen in Folge der Dernbacher Fehde im 14. Jahrhundert mit dem Bau einer Feste begonnen haben, die aber nach kurzer Zeit von den Herren von Nassau zerstört wurde.<ref>Knappe: Zweiter Nachtrag, S. 98</ref>
Das Gebiet (Hessisches Hinterland) gehörte als Landkreis Biedenkopf bis 1866 zum Hessen-Darmstädter Territorium und ab 1867 zum Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden. Es wurde am 1. Juli 1974 mit dem Landkreis Marburg am zum neuen Landkreis Marburg-Biedenkopf zusammengelegt. Infolge der wechselnden Zuständigkeiten wurde das Gebiet, aus welchen Gründen auch immer, archäologisch kaum untersucht. Es ist bis heute archäologisch gesehen ein „weißer Fleck“.
Anmerkungen
Auch eine Verwechslung mit der noch nicht erforschten, vermutlich keltischen Ringwallanlage Daubhaus auf dem 800 m südlich gelegenen Berg Daubhaus kann nicht ausgeschlossen werden.
Möglicherweise wurde die Anlage aber auch in der beginnenden Neuzeit mit dem Beginn der Mittelhessischen Landheege verwechselt, die aus zwei Landwehren besteht und deren Innenheege im Bereich des Allerbergs beginnt (nördlichster Punkt der Innenheege), und zwar an der Gemarkungsgrenze Holzhausen/Rachelshausen. Hier stand auch ein zugehöriger Wartturm, dessen Reste an einem Sporn liegen.
Einzelnachweise
<references />
Literatur
- Rudolf Knappe: Zweiter Nachtrag zum Handbuch "Mittelalterliche Burgen in Hessen". In: Marburger Correspondenzblatt zur Burgenforschung, Jahrbuch des Marburger Burgen-Arbeitskreises, Band 3, Verlag des Arbeitskreises für Europäische Burgenforschung, Marburg 2003, S. 98.
Weblinks
- Stefan Eismann: Allerburg bei Holzhausen in der wissenschaftlichen Datenbank „EBIDAT“ des Europäischen BurgeninstitutsVorlage:Abrufdatum
- Allerburg, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen (Stand: 12. Juni 2014). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Institut für Landesgeschichte, abgerufen am 27. November 2014.
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