Alfried-Krupp-Förderpreis
Der Alfried-Krupp-Förderpreis (Eigenschreibweise: Alfried Krupp-Förderpreis) ist ein Wissenschaftspreis, der seit 1986 von der gemeinnützigen Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung vergeben wird.<ref>Andreas Wildhagen: Das typische Germania-Gen: Das Erbe von Krupp ist eine Mischung aus Wohltat und Macht. In: Wirtschaftswoche. 13. Februar 2012, S. 47.</ref> Er würdigt junge Professoren der Natur- und Ingenieurwissenschaften an einer Universität in Deutschland. Der Alfried-Krupp-Förderpreis ist mit 1,1 Mio. Euro dotiert.<ref name=":3">Krupp-Stiftung schreibt den Alfried-Krupp Förderpreis 2025 aus und erhöht das Preisgeld auf 1,1 Mio. €. Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, 7. November 2024, abgerufen am 9. Dezember 2024.</ref>
Geschichte
Im Januar 1968 nahm die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung ihre Tätigkeit auf. Von Beginn an waren die Förderung wissenschaftlicher Einrichtungen, Forschungsvorhaben und Publikationen sowie die Aus- und Weiterbildung wichtige Arbeitsfelder. Um vielversprechende Forscher in einer frühen Phase ihrer Laufbahn zu unterstützen, neue Ideen zu entwickeln und umzusetzen, richtete die Stiftung Mitte der 1980er-Jahre den Alfried-Krupp-Förderpreis für junge Hochschullehrer ein.<ref>Yvonne Scheller: Lust auf Wissenschaft. Frühzeitige Förderung erleichtert den Einstieg. Doch auch später brauchen hochkarätige Naturwissenschaftler Unterstützung. Stiftungen helfen dabei. In: Welt. 23. Juli 2005, S. 12.</ref>
Im Herbst 1986 wurde der Förderpreis erstmals vergeben.<ref>Förderpreis der Krupp-Stiftung. In: Handelsblatt. 20. Februar 1987, S. 2.</ref> Er war zunächst mit 870.000 Mark dotiert, die 1999 auf eine Million Mark aufgestockt wurden. Seit 2005 war der Preis mit einer Million Euro dotiert. Damit handelte es sich um die höchste Dotierung einer von einer privaten Stiftung an Wissenschaftler vergebenen Auszeichnung. Ab 2025 ist der Preis mit 1,1 Mio. Euro dotiert.<ref name=":3" />
2020 wurde die Vergabe aufgrund der globalen Corona-Pandemie ausgesetzt.<ref name=":2">Sara Volmer: Informatikerin Zeynep Akata Schulz erhält den mit 1 Mio. € dotierten Alfried Krupp-Förderpreis 2023. 29. Juni 2023, abgerufen am 2. Juli 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Organisation
Kriterien
Der Alfried-Krupp-Förderpreis wird an Universitätsprofessoren der Natur- und Ingenieurwissenschaften einschließlich der Medizin und Psychologie vergeben. Kandidaten sollten nicht älter als 38 Jahre sein und müssen ihre Befähigung zu Forschung und Lehre durch die befristete oder unbefristete Erstberufung auf eine W2- oder W3-Professur an einer Universität in der Bundesrepublik Deutschland nachweisen. Juniorprofessuren und Professuren an Fachhochschulen und anderen Einrichtungen sind nicht berechtigt.
Vorschlag
Es ist nicht möglich, sich um den Alfried-Krupp-Förderpreis zu bewerben. Vorschlagsberechtigt sind Einzelpersonen, Universitäten und andere Forschungsinstitutionen. Entscheidend ist die fachliche Qualifikation der vorschlagenden Person. Grundsätzlich soll nur jeweils eine Person pro Universität empfohlen werden, damit sich Einrichtungen auf einen Kandidaten verständigen.
Vergabe
Der Wissenschaftliche Beirat schlägt dem Kuratorium der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung in einer Auswahlsitzung die Preisträger vor. Von 1986 bis 2025 wurde die Auszeichnung 39-mal an insgesamt 45 Einzelpersonen vergeben, darunter 16 Frauen und 29 Männer.
Förderung
Der Alfried-Krupp-Förderpreis ist mit 1,1 Mio. Euro dotiert, die über einen Zeitraum von fünf Jahren gewährt werden. Das Preisgeld ist an die Person des Preisträgers gebunden und kann unkompliziert verwendet werden, beispielsweise für Personal sowie einmalige und fortlaufende Sach-, Verbrauchs- und Reiseaufwendungen. Die Finanzierung von Verwaltungsdienststellen ist ausgeschlossen.
Preisträger
- 1986: Gerhard Erker, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
- 1987: Ursula Gather, Universität Dortmund<ref>Werner Sturbeck: Nachfolgerin für Beitz: Hochschul-Rektorin führt Krupp-Stiftung. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 28. August 2013, abgerufen am 27. Oktober 2022.</ref>
- 1987: Stefan Kaufmann, Universität Ulm
- 1987: Heinrich Kurz, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
- 1988: Walter Thiel, Bergische Universität-Gesamthochschule Wuppertal
- 1989: Lutz-Henning Block, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
- 1989: Dietrich Kabelitz, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
- 1990: Angela D. Friederici, Freie Universität Berlin
- 1991: Lutz Heide, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
- 1992: Albrecht Böttcher, Technische Universität Chemnitz
- 1993: Klaus Martin Wegener, Universität Dortmund
- 1994: Christiane Gatz, Universität Bielefeld
- 1995: Onur Güntürkün, Ruhr-Universität Bochum
- 1996: Roland A. Fischer, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
- 1997: Frank Mücklich, Universität des Saarlandes
- 1998: Heike Pahl, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
- 1999: Tim Christian Lüth, Humboldt-Universität zu Berlin
- 2000: Elke Scheer, Universität Konstanz<ref name=":0">Frank Lorentz: Zwei Millionen für zwei kluge Köpfe. In: Welt am Sonntag. 15. Oktober 2000, S. 105.</ref>
- 2000: Bernhard Breit, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg<ref name=":0" />
- 2001: Dirk Görlich, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
- 2002: Stefanie Dimmeler, Johann Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main<ref name=":1">Lob und Preis. In: Frankfurter Rundschau. 9. Juli 2002, S. 20.</ref>
- 2002: Gregor Markl, Eberhard-Karls-Universität Tübingen<ref name=":1" />
- 2002: Joachim Spatz, Ruprechts-Karls-Universität Heidelberg<ref name=":1" />
- 2003: Jens Niemeyer, Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
- 2004: Ina Schieferdecker, Technische Universität Berlin<ref>Förderpreis für TU-Professorin. In: Die Tageszeitung. 20. Oktober 2004, S. 24.</ref>
- 2005: Heike Allgayer, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
- 2006: Frank Glorius, Philipps-Universität Marburg
- 2007: Birgit Liss, Universität Ulm<ref>Alfried-Krupp-Förderpreis geht an Ulmer Biochemikerin. In: Der Standard. 6. Juli 2007, abgerufen am 27. Oktober 2022.</ref>
- 2008: Katja Windt, Jacobs University Bremen<ref>Name: Katja Windt. Job: Logistik-Forscherin. In: Handelsblatt. 11. Juli 2008, S. 4.</ref>
- 2009: Kathrin Bringmann, Universität zu Köln
- 2010: Jana Zaumseil, Universität Erlangen<ref>Olaf Przybilla: Das Leuchten der Transistoren: Jana Zaumseil hat für ihre Forschung über Nanoelektronik an der Uni Erlangen schon einen Millionenpreis erhalten. In: Süddeutsche Zeitung. 27. Dezember 2010, S. 19.</ref>
- 2011: Hendrik Bluhm, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
- 2012: Christian Koos, Karlsruher Institut für Technologie
- 2013: Karsten Borgwardt, Eberhard-Karls-Universität Tübingen
- 2014: Benedikt Wirth, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
- 2015: Sami Haddadin, Leibniz-Universität Hannover
- 2016: Benjamin Judkewitz, Charité Berlin
- 2017: Alexander Szameit, Universität Rostock
- 2018: Julian Stingele, Ludwig-Maximilians-Universität München<ref>Millionenschwerer Förderpreis an Biochemiker verliehen. In: Focus. 22. November 2018, abgerufen am 27. Oktober 2022.</ref>
- 2019: Christian Groß, Max-Planck-Institut für Quantenoptik, Eberhard Karls Universität Tübingen
- 2021: Monika Aidelsburger, Ludwig-Maximilians-Universität München<ref>Millionenschwerer Krupp-Förderpreis geht an Physikerin. In: Zeit Online. 22. Juni 2021, abgerufen am 27. Oktober 2022.</ref>
- 2022: Lucas T. Jae, Ludwig-Maximilians-Universität München
- 2023: Zeynep Akata Schulz, Eberhard Karls Universität Tübingen<ref name=":2" />
- 2024: Kerstin Göpfrich, Universität Heidelberg<ref>Marietta Fuhrmann-Koch: Förderpreis für Heidelberger Molekularbiologin. Universität Heidelberg, Pressemitteilung vom 3. Juli 2024 beim Informationsdienst Wissenschaft (idw-online.de), abgerufen am 4. Juli 2024.</ref>
- 2025: Georgia Chalvatzaki, Technische Universität Darmstadt<ref>Georgia Chalvatzaki erhält den Alfried Krupp-Förderpreis 2025. In: krupp-stiftung.de. 4. Juli 2025, abgerufen am 7. Juli 2025.</ref>
Weblinks
- Website der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung
Einzelnachweise
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