Alfred von Scholtz
{{#if: behandelt den Bauingenieur. Zum Dichter siehe Alfred Scholtz.
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Alfred von Scholtz<ref name="TZ" /> (* 9. September 1850 in Dresden;<ref name="Okolska" /> † 17. März 1934 in Breslau)<ref name="Kononowicz29" /> war ein deutscher Bauingenieur, Stadtplaner und Baubeamter. Von 1894 bis 1924 war er Stadtbaurat für Tief- und Städtebau (Planungsdezernent) in Breslau.
Leben
Über die Jugend und Ausbildung Alfred von Scholtz’ ist wenig bekannt.<ref name="Okolska2" /> 1874 arbeitete er in Weimar als Ingenieur beim Bau der Weimar-Geraer Eisenbahn.<ref name="ISIS" /> Bis 1886 war er in Chemnitz tätig und wurde im April dieses Jahres nach Breslau auf die Stelle des Stadtbauinspektors in der Tiefbauabteilung<ref name="db-86-35" /> als Nachfolger des nach Berlin wechselnden Richard Eger berufen.
Am 28. Juni 1894 wurde er von Breslauer Stadtrat (Stadtverordnetenversammlung) zum Stadtbaurat für Tiefbau und Magistratsmitglied gewählt,<ref name="Okolska" /> nachdem das Amt seit dem Tod von Ferdinand Alexander Kaumann fast ein Jahr lang unbesetzt war. Nach der regulären zwölfjährigen Amtszeit wurde er auf eine zweite Amtszeit und dann auf eine dritte gewählt. Mit 30 Amtsjahren (zweieinhalb Amtsperioden) war er der am längsten amtierende Bau- oder Planungsdezernent in der Breslauer Geschichte. In dieser Zeit arbeitete er mit den Stadtbauräten für Hochbau (Baudezernenten) Richard Plüddemann und Max Berg zusammen. In seiner Funktion leitete er u. a. das Geometrische Bureau, das die Fluchtlinien- und Flächenaufteilungspläne der expandierenden Stadt um die Jahrhundertwende erstellte. Somit war er für die Breslauer Stadtplanung dieser Zeit maßgeblich verantwortlich.<ref name="Gryglewska95" /> Seine Bauleitpläne waren gestalterisch durch die Theorien Camillo Sittes beeinflusst. Sie beschränkten sich jedoch auf die Definition der Straßenräume, ohne die zulässige Art und das Maß der Grundstücksnutzung zu konkretisieren, und waren insofern weniger fortschrittlich. Des Weiteren leitete von Scholtz die Planung der städtischen Ver- und Entsorgungsinfrastruktur und nicht zuletzt plante er zahlreiche Ingenieurbauwerke, darunter mehrere Oder- und Oderkanalbrücken. Von 1897 bis 1902 beaufsichtigte er den Bau des neuen Oderhafens.<ref name="HarI263" /> 1905 saß von Scholtz im Preisgericht des Architektenwettbewerbs zur Kaiserbrücke,<ref name="Gryglewska59" /> die er später auch konstruierte. 1921 war er neben Paul Bonatz, Max Berg, Bruno Möhring und Fritz Schumacher Fachpreisrichter im Wettbewerb zur Erweiterung der Stadt Breslau.<ref name="Kononowicz31" /> 1918 hatte er den Vorsitz der Vereinigung der technischen Oberbeamten deutscher Städte inne.<ref name="ZBB-18-75-76" /> 1919 wurde seine Amtsbezeichnung auf Stadtbaurat für Städtebau verändert,<ref name="Okolska" /> somit wurde dem seit 1894 erweiterten Aufgabenverständnis Rechnung getragen.
Am 30. September 1924 wurde er aufgrund des Überalterungsgesetzes zwangspensioniert. Dies geschah wenige Monate nach dem Tod des Stadtbaurats für Maschinenbau Matthias Wirtz und des Ratsbaumeisters Karl Klimm. Anfang 1925 trat der Stadtbaurat für Hochbau Max Berg von seinem Amt zurück. Somit ergab sich binnen weniger Monate eine grundsätzliche Personalwende in den städtischen Planungsämtern. Zum Nachfolger von Scholtz’ wurde sein langjähriger Mitarbeiter Günther Trauer gewählt.
Ehrungen
Im Frühling 1904 wurde Alfred von Scholtz der preußische Rote Adlerorden IV. Klasse<ref name="ZdB04-41" /> und im Oktober 1916 der Ehrentitel Geheimer Baurat verliehen.<ref name="Kononowicz29" /><ref name="ZdB16-85" /> Nach seiner Pensionierung wurde von Scholtz am 27. November 1924 die Ehrenbürgerwürde der Stadt Breslau verliehen,<ref name="Kononowicz29" /> sowie Anfang 1926 die Ehrendoktorwürde (Dr.-Ing. E. h.) der Technischen Hochschule Breslau in besonderer Würdigung seiner ebenso umfangreichen wie segenbringenden Bautätigkeit für die Hauptstadt Breslau.<ref name="ZdB26-07" />
Bauten und Planungen (unvollständig)
Städtebauliche Planungen
- Fluchtlinienpläne von Breslau, in Zusammenarbeit mit Alfred Frühwirt:<ref name="Gryglewska96">Gryglewska, op. cit., S. 96.</ref>
- Kaiser-Wilhelm-Viertel (jetzt Południe), 1895
- Oder- und Sand-Vorstadt, 1896; Überarbeitung 1905<ref name="Kononowicz29" />
- Nikolai-Vorstadt, 1896
- Villenkolonie Kleinburg, 1898
- Zonenpläne von Breslau, 1904 und 1912<ref name="Kononowicz29" />
- Siedlung Eichborngarten (Breslau-Gräbschen), ab 1907, später in Zusammenarbeit mit Max Berg<ref>Harasimowicz, Atlas achitektury Wrocławia. Band II, S. 139</ref>
Ingenieurbauwerke
- Passbrücke (jetzt most Zwierzyniecki), Tragwerksplanung, mit Alfred Frühwirt, Richard Plüddemann und Karl Klimm, 1897<ref name="Gryglewska217">Gryglewska, op. cit., S. 217.</ref>
- Gröschelbrücke (später Rathenaubrücke, jetzt most Osobowicki), Tragwerkplanung, mit Richard Plüddemann und Karl Klimm, 1897<ref name="Gryglewska217" /><ref>Harasimowicz, Atlas achitektury Wrocławia. Band II, S. 163.</ref>
- Kaiserbrücke (später Freiheitsbrücke, jetzt most Grunwaldzki), Tragwerkplanung, mit Martin Mayer, Robert Weyrauch und Richard Plüddemann, 1908–1910<ref>Gryglewska, op. cit., S. 218.</ref>
- Hindenburgbrücke (später most Karłowicki, jetzt mosty Warszawskie Środkowy und -Wschodni), Projektoberleitung, mit Günther Trauer, 1914–1916<ref name="ZBB-16-68">Vorlage:ZentralblBauverw</ref>
- Rosentaler Brücke (jetzt most Trzebnicki Północny), Projektoberleitung, mit Günther Trauer, 1914–1916<ref name="ZBB-16-68" />
Literatur
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Weblinks
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Einzelnachweise
<references> <ref name="TZ"> Einige neuere polnischsprachige Quellen, so Harasimowicz: Atlas … und Okólska: Nadburmistrzowie … geben den Namen als von Scholz wieder, während andere Quellen, inkl. Erwähnungen aus seinen Lebzeiten, ihn von Scholtz nennen. </ref> <ref name="Okolska"> Okólska: Nadburmistrzowie… S. 55. </ref> <ref name="Kononowicz29"> Kononowicz: Wrocław. Kierunki rozwoju urbanistycznego… S. 29. </ref> <ref name="Okolska2"> Okólska: op. cit. schreibt ihm eine „wissenschaftliche Laufbahn“ und einen „Professorentitel“ zu. Dies findet keine Bestätigung in den zeitgenössischen Quellen. </ref> <ref name="ISIS"> Beim Bau der Bahn wurde ein Zahn des Rhinoceros Tihorhinus ausgegraben, den von Scholtz zu wissenschaftlicher Auswertung an Hanns Bruno Geinitz übergab; {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}} </ref> <ref name="db-86-35"> Deutsche Bauzeitung, 20. Jahrgang 1886, Nr. 35 (vom 1. Mai 1886), S. 202 (Notiz in der Rubrik Personalnachrichten); kobv.de/btu (PDF). </ref> <ref name="Gryglewska95"> Gryglewska: Architektura Wrocławia XIX–XX wieku… S. 95. </ref> <ref name="HarI263"> Harasimowicz: Atlas achitektury Wrocławia. Band I. S. 263. </ref> <ref name="Gryglewska59"> Gryglewska: op. cit. S. 59. </ref> <ref name="Kononowicz31"> Kononowicz: op. cit. S. 31. </ref> <ref name="ZBB-18-75-76"> Vorlage:ZentralblBauverw </ref> <ref name="ZdB04-41"> Vorlage:ZentralblBauverw </ref> <ref name="ZdB16-85"> Vorlage:ZentralblBauverw </ref> <ref name="ZdB26-07"> Vorlage:ZentralblBauverw </ref> </references>
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| NAME | Scholtz, Alfred von
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| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Bauingenieur, Stadtplaner und Baubeamter
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| STERBEDATUM | 17. März 1934
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| STERBEORT | Breslau
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- Stadtplaner (Deutschland)
- Bauingenieur
- Stadtbaurat (Breslau)
- Ehrenbürger von Breslau
- Ehrendoktor der Technischen Universität Breslau
- Geheimer Baurat
- Träger des Roten Adlerordens 4. Klasse
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- Geboren 1850
- Gestorben 1934
- Mann