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Albrechtstraße (Berlin-Mitte)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Albrechtstraße
Datei:DEU Berlin COA.svg
Wappen
Straße in Berlin
Datei:Lolas Apartment.jpg
Albrechtstraße 13/14,
Drehort des Films Lola rennt
Datei:Placeholder.svg
Basisdaten
Ort  Berlin
Ortsteil  Mitte
Angelegt  19. Jahrhundert
Neugestaltet 
Hist. Namen 
Name erhalten 
Anschluss­straßen  Schumannstraße (nördlich),
Schiffbauerdamm (südlich)
Querstraßen  Marienstraße, Reinhardtstraße
Plätze 
Nummern­system 
Bauwerke 
U-Bahn-Stationen
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr
Technische Daten
Straßengestaltung
Länge 370 Meter

-

Karte
Vorlage:Maplink

Die Albrechtstraße im Berliner Ortsteil Mitte ist eine kurze, um 1827 in der damaligen Friedrich-Wilhelm-Stadt angelegte Wohnstraße.

Geschichte

Datei:Berlin Innere Stadt Meyers Großes Konversations-Lexikon 1905 Ausschnitt Friedrich-Wilhelm-Stadt.jpg
Friedrich-Wilhelm-Stadt mit Albrechtstraße, 1905 (Meyers Konversations-Lexikon)

Auf dieser Fläche der früheren Spandauer Vorstadt von Alt-Berlin befanden sich noch bis in das 18. Jahrhundert Wiesen und Morast am Spreebogen.<ref name="Winkler ND">Ullrich Winkler: Streifzug durch eine Straße – reich an historischen Gebäuden. Geschichtliches und Gegenwärtiges über ein 150-jähriges Viertel. In: Neues Deutschland, 23./24. Mai 1981</ref> Der dort ansässige Spekulant Schumann legte um 1825 die Friedrich-Wilhelm-Stadt an. Die neuen Straßen erhielten Bezeichnungen nach Angehörigen des königlichen Hauses (und nach Schumann selbst). Der Name der Albrechtstraße leitet sich ab von Generaloberst Albrecht Prinz von Preußen (1809–1872), dem jüngsten Bruder Kaiser Wilhelms I. In amtlichen Dokumenten wird der 16. April 1827 als Tag der Namensvergabe angegeben. In die Mietwohnungen zogen mehr und mehr Studenten, Mitarbeiter der Charité, Künstler und Intellektuelle – man sprach von einem „Quartier Latin“.<ref name="Winkler ND" />

Während der Revolution 1848 soll es an der Ecke zur Marienstraße eine Barrikade gegeben haben.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />koepjohann.de (Memento vom 14. März 2014 im Internet Archive) Chronik Koepjohannsche Stiftung. Abgerufen am 25. September 2012. Die Quelle geht zurück auf ein Poster in der Berliner Stadtbibliothek. Dort ist leider unsauber zitiert: „Nach [Hartmann] auf der Grundlage von Plan von Berlin, entworfen und gezeichnet von C. Zirbeck Berlin, 1828 [vergr. Ausschnitt].“ Die Quelle „Hartmann“ konnte bislang nicht gefunden werden.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Berlin Mitte Geschichte – 1848 – Barrikadenkämpfe in Berlin (Memento vom 26. Oktober 2012 im Internet Archive) Blog „Auguststraße“, abgerufen am 25. September 2012.</ref>

Am 30. November 1989 wurde in der Albrechtstraße 8 (Wohnung von Stephan Hilsberg) ein Gründungsaufruf für eine sozialdemokratische Partei in der DDR erlassen.<ref>SPD</ref>

Bekannte ehemalige Bewohner der Albrechtstraße

  • Der deutsch-österreichische Schauspieler Alexander Granach lebte im Jahre 1914 während seiner Ausbildung am nahegelegenen Deutschen Theater in einem Dachzimmer in der Albrechtstraße 22.<ref>Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger. (Hrsg.): Neuer Theater-Almanach: theatergeschichtliches Jahr- und Adressen-Buch. 25. Jahrgang (1914). Druck und Kommissionsverlag von F. A. Günther u. Sohn Akt.-Ges., Berlin 1914, S. 305 (uni-muenster.de).</ref>
  • In der Albrechtstraße 14 wohnte von 1942 bis 1943 die bulgarische Widerstandskämpferin Krystana Iwanowa Janewa (1914–1944), an die eine Gedenktafel erinnert.<ref>Hans-Jürgen Mende, Kurt Wernicke (Hrsg.): Berliner Bezirkslexikon – Mitte. Edition Luisenstadt, Berlin 2000, ISBN 3-89542-111-1, S. 83.</ref>
  • Am 13. September 1964 war der US-Bürgerrechtler Martin Luther King zu Gast in Ost-Berlin. Nach zwei Predigten in der Marienkirche und Sophienkirche endete sein Besuch im Restaurant des Hospiz an der Friedrichstraße, dem heutigen Hotel Albrechtshof in der Albrechtstraße 8.<ref>Hans-Jürgen Mende, Kurt Wernicke, Kathrin Chor: Bezirkslexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins. Berlin-Mitte, S. 83</ref><ref>Ohne Pass über die Sektorengrenze. Erste Martin-Luther-King jr. Gedenktafel in Berlin-Mitte eingeweiht. king-zentrum.de; abgerufen am 23. November 2012.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ein Tag, ein Traum (Memento vom 17. Oktober 2014 im Internet Archive) In: Die Welt, 13. September 2014, S. 8.</ref>
  • In den Jahren 1891–1893 befand sich im Haus Berlin NW, Albrechtstraße 20 die erste Berliner Wohnung des Predigers der jüdischen Reformgemeinde in der Johannisstraße, Wilhelm Klemperer und seiner Familie, u. a. der Schüler Victor Klemperer.<ref>Victor Klemperer: Curriculum Vitae, Erinnerungen 1 1881–1918. Hrsg.: Walter Nowojski. 1. Auflage. Band 1. AufbauTaschenbuch Verlag, Berlin 1996, ISBN 3-7466-5500-5, S. 47 ff.</ref> Ab 1897 war die Nummerierung der Häuser geändert. Die Nummer 20 in den Jahren 1891–1893 entspricht der Hausnummer 25 auf dem Stadtplan von 1910<ref>A. Matschenz, M. Möller: HistoMapBerlin. In: Kartenwerk Straube, Kartenblatt IVA + IVB Ausgabe 1910. Landesarchiv Berlin, 2011, abgerufen am 15. Juni 2018.</ref> Jetzt befindet sich an dieser Stelle der Reichsbahnbunker Friedrichstraße.

Übersicht der einzelnen Hausnummern

Haus-
nummer
Baujahr Sanierungen Wohn-
einheiten
Objekt-Nr.<ref>Objekt-Nummer in: Denkmaldatenbank. Landesdenkmalamt Berlin.</ref> Sonstige Angaben Foto
Albrechtstraße 5 1837 09095841 Johann Friedrich Koch
Datei:Berlin, Mitte, Albrechtstrasse 5, Mietshaus.jpg
Albrechtstraße 6 1830 09095842 Peter Etienne, Schiffseigner und Torfhändler
Datei:Berlin, Mitte, Albrechtstrasse 6, Mietshaus.jpg
Albrechtstraße 7 1906 09095843 Arthur Schreiber
Datei:Berlin, Mitte, Albrechtstrasse 7, Mietshaus.jpg
Albrechtstraße 8 1909–1910 09095844 Zentralverwaltung des Vereins für die Berliner Stadtmission
Datei:Berlin-Mitte Albrechtstraße 8.JPG
Albrechtstraße 9
Albrechtstraße 10 1828
Datei:Berlin, Mitte, Marienstraß 10, Mietshaus.jpg
Albrechtstraße 11
Albrechtstraße 12 1896 09095847 Emil Beyer, Maurer
Datei:Berlin-Mitte Albrechtstraße 12.JPG
Albrechtstraße 13/14 1905 09010183 Koepjohannsche Stiftung
Datei:Lolas Apartment.jpg
Albrechtstraße 15 1861 09095849 Koepjohannsche Stiftung
Datei:Berlin, Mitte, Albrechtstrasse 15, Mietshaus.jpg
Albrechtstraße 16 1861 09095850 Koepjohannsche Stiftung
Datei:Berlin-Mitte Albrechtstraße 16.JPG
Albrechtstraße 17 1861 09095851 Heybach
Datei:Berlin, Mitte, Albrechtstrasse 17, Hotel Allegra.jpg
Albrechtstraße 18 1832 09095852 Geschwister Maquet
Datei:Berlin, Mitte, Albrechtstrasse 18, Mietshaus.jpg
Albrechtstraße 19 1827 09095853 Friedrich Balthasar Phnorr, Buchbindermeister
Datei:Berlin, Mitte, Albrechtstrasse 19, Mietshaus.jpg
Albrechtstraße 20 1887–1889 09095854 Magistrat von Berlin
Datei:Berlin, Mitte, Albrechtstrasse 20, 26. und 179. Gemeindeschule.jpg
Albrechtstraße 21 1852 09095855 Magistrat C. F. W. Steinlein & A. W. Steinlein, Lederfabrikant
Datei:Berlin, Mitte, Albrechtstrasse 21, Mietshaus.jpg
Albrechtstraße 22 1888 09095856 Hermann Böttcher, Kaufmann
Datei:Berlin, Mitte, Albrechtstrasse 22, Mietshaus.jpg
Albrechtstraße 23 1885 09095857
Datei:Berlin, Mitte, Albrechtstrasse 23, Mietshaus.jpg
Albrechtstraße 24/25 1943 09011171
Datei:Bunker Berlin.jpg
Albrechtstraße 26 1910 09011172 Stadt Berlin
Datei:Berlin, Mitte, Albrechtstrasse 26, Botschaft Ukraine.jpg
Albrechtstraße 27 1873–1874 09011173 Stadtgemeinde
Datei:Berlin, Mitte, Albrechtstrasse 27, Friedrich-Realschule.jpg

Medienpräsenz

  • 1998 diente das Haus in der Albrechtstraße 13 als Kulisse für den Film Lola rennt <ref>Oliver Gerards: Lolas Berlin. ogerards.de; abgerufen am 23. November 2012.</ref>
  • 2012 diente die Straße als Kulisse für den ZDF-Film Das Kindermädchen.<ref>Vorlage:IMDb/1</ref>

Stolpersteine in der Albrechtstraße

Am 20. Oktober 2014 wurde in der Albrechtstraße 12 durch den Künstler Gunter Demnig ein Stolperstein für die in der Zeit des Nationalsozialismus deportierte und ermordete jüdische Bewohnerin Doris Michaelis verlegt. Bei der Gedenkveranstaltung nahmen neben dem Initiator Sebastian Pflum,<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www3.nhk.or.jpMarking the Scenes of Tragedy. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive ) In: NHK World (Japan), 13. Februar 2015</ref> vielen Anwohnern der Straße und Gästen, auch die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer und der Militärattaché der Botschaft Israels in Berlin, Erez Katz, teil.

Literatur

  • Dorothee Dubrau: Architekturführer Berlin-Mitte. Band 2. Berlin 2009, ISBN 978-3-938666-07-4.
  • Wolfgang Feyerabend: Quer durch Mitte. Die Friedrich-Wilhelm-Stadt. Berlin 2000, ISBN 3-7759-0463-8.
  • Hermann Zech: Die Friedrich-Wilhelm-Stadt in Berlin-Mitte. Berlin 1997.
  • Hans Prang: Durch Berlin zu Fuß. Leipzig 1990.
  • Heinrich Trost u. a.: Die Bau- und Kunstdenkmale in der DDR. Hauptstadt Berlin I. Berlin (DDR) 1983.
  • Dieter Bolduan u. a.: Berlin, Hauptstadt der DDR. Bauten unter Denkmalschutz. Berlin (DDR) 1982.
  • Albrechtstraße. In: Berliner Adreßbuch, 1936, Teil 4, S. 1606 („Straßenbild“ mit allen Querstraßen einschließlich des 1965 aufgehobenen Handjeryplatzes).

Weblinks

Commons: Albrechtstraße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 52° 31′ 19,6″ N, 13° 23′ 4,4″ O

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