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Albert Lezius (Mediziner)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Albert Lezius.JPG
Albert Lezius (1951)

Albert Lezius (* 5. Januar 1903 in Dessau; † 19. November 1953 in Hamburg) war ein deutscher Chirurg und Hochschullehrer.<ref>Nachruf (Zentralblatt für Chirurgie)</ref>

Leben

Albert Lezius kam als zweites Kind des Geheimen Justizrats Walther Lezius und seiner Ehefrau Agnes geborene Schubert in Dessau zur Welt. Er besuchte das humanistische Gymnasium in Köthen. Nach dem Abitur begann er an der Eberhard-Karls-Universität Medizin zu studieren. Als dritter seiner Familie renoncierte er 1923 beim Corps Rhenania Tübingen.<ref>Kösener Corpslisten 1960, 128/774.</ref> Als Inaktiver wechselte er an die Ludwig-Maximilians-Universität München. In München lernte er Rudolf Nissen kennen. Zeitlebens war er ihm freundschaftlich verbunden. Im Frühjahr 1927 bestand Lezius das Staatsexamen.

Mainz, Frankfurt und Clichy

Durch Nissen fand Lezius als Assistent den Weg zu Wilhelm Jehn (1883–1935), einem Schüler von Ferdinand Sauerbruch in München,<ref>Hans Rudolf Berndorff: Ein Leben für die Chirurgie. Nachruf auf Ferdinand Sauerbruch. In: Ferdinand Sauerbruch: Das war mein Leben. Kindler & Schiermeyer, Bad Wörishofen 1951; zitiert: Lizenzausgabe Bertelsmann, München 1956, S. 456–478, hier: S. 460.</ref> der im Städtischen Krankenhaus Mainz die Leitung der Chirurgischen Klinik übernommen hatte. In Mainz schrieb Lezius seine Doktorarbeit, mit der er 1931 bei Sauerbruch in Berlin zum Dr. med. promoviert wurde.<ref>Dissertation: Über einen Fall eines operierten Pankreas-Echinokokkus.</ref> Nach Jehns überraschendem Ableben 1935 wurde Lezius mit der kommissarischen Leitung der Mainzer Klinik betraut.<ref>Jehns Ende (Google Books)</ref> Von 1935 bis 1939 war er Assistenzarzt bei Martin Kirschner in der Chirurgischen Klinik der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. 1938 habilitierte er sich mit einer Arbeit über die Revaskularisation insuffizienter Koronargefäße.<ref>Habilitationsschrift: Die anatomischen und funktionellen Grundlagen der künstlichen Blutversorgung des Herzmuskels durch die Lunge bei Coronararterienverschluß.</ref> Sie machte ihn international bekannt. In Deutschland gehörte er zu den ersten Chirurgen, die sich mit der operativen Behandlung von Herzklappenfehlern auseinandersetzten.<ref name="hs" /> Kirschner ernannte ihn zum Oberarzt.

Am 1. April 1939 wurde er Chefarzt am Bürgerhospital (Frankfurt am Main). Kaum eingearbeitet, wurde er nach fünf Monaten zur Wehrmacht eingezogen. Drei Jahre leitete er die chirurgische Abteilung des großen Lazaretts der Luftwaffe in Clichy. Als er im November 1944 in Kriegsgefangenschaft geriet, verlieh ihm die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main den Professorentitel. In der Nachkriegszeit kehrte er im März 1946 an das Bürgerhospital zurück.<ref name="hs"/>

Lübeck und Hamburg

Datei:Grab Albert Lezius FriedhofOhlsdorf (2).jpg
Grab Albert und Hildegard Lezius auf dem Friedhof Ohlsdorf

Schon nach einem Jahr übernahm er 1947 die Chirurgie im Lübecker Stadtkrankenhaus Ost.<ref>Das Klinikum Ost kam später zur Universität zu Lübeck und ist heute der Campus Lübeck vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein</ref> Hier konnte sich Lezius entfalten; in kürzester Zeit entstand ein in Norddeutschland seit langem fehlendes Zentrum für Thoraxchirurgie.<ref name="hs">@1@2Vorlage:Toter Link/hochschulstadtteil.deAlbert Lezius: Ein Chirurg mit Herz und Seele (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2018. Suche im Internet Archive ) (PDF; 2,7 MB)</ref> Im Hochschulstadtteil Lübecks ist eine Straße nach ihm benannt.<ref>Albert-Lezius-Straße in Lübeck</ref>

1950 folgte Lezius dem nach langem Zögern ergangenen Ruf der Universität Hamburg auf ihren Lehrstuhl für Chirurgie. In der Nachfolge von Georg Ernst Konjetzny leitete er als Direktor die Chirurgische Klinik im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Im selben Jahr führte Lezius 1950 erstmals in Hamburg eine geschlossene Herzoperation, eine Sprengung der Mitralklappe, durch.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.uke.deUKE (2004) (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2018. Suche im Internet Archive ) (PDF; 736 kB)</ref> Er hatte sich schon eingehend mit anästhesiologischen Fragen befasst und förderte die von Karl Horatz betriebene Verselbständigung des „Narkosefachs“. Das nutzte auch ihm, weil er die Lungen- und Herzchirurgie ausbauen wollte.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Michael Goerig: Zur Geschichte der Anästhesiologie im UKE (Memento vom 20. Mai 2012 im Internet Archive) (PDF; 548 kB)</ref> 1951 war er Vorsitzender der 68. Tagung der Vereinigung Nordwestdeutscher Chirurgen.<ref>Wolfgang Teichmann, Christoph Eggers, Heinz-Jürgen Schröder: 100 Jahre Vereinigung Nordwestdeutscher Chirurgen. Hamburg 2009</ref> Für die Operationslehre von Bier-Braun-Kümmell hatte er das Kapitel Herz- und Gefäßchirurgie fertiggestellt.<ref>August Bier, Heinrich Braun und Hermann Kümmell</ref> Mit Nissen und Karl Vossschulte gründete er die erste deutsche Fachzeitschrift für Thoraxchirurgie. Mit Nissen initiierte er die Gründung einer deutschen Sektion des International College of Surgeons. Bei der Vorbereitung einer Monografie zur Herzchirurgie erlitt er am 10. November 1953 einen Herzinfarkt, dem er neun Tage später erlag.<ref name="hs"/> Sein Nachfolger im UKE wurde Ludwig Zukschwerdt.

Albert Lezius wurde auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg im Planquadrat AC 13 nordwestlich vom Nordteich beigesetzt.<ref>Prominenten-Gräber</ref>

Ehrungen

Schriften

  • Die Lungenresektionen. Stuttgart 1953 (Neubearbeitung: Herman Christian Nohl-Oser, Rudolf Nissen, Hans Wilhelm Schreiber: Surgery of the lung, Thieme, 1981)
  • mit Rudolf Nissen: Thoraxchirurgie, 1953.

Literatur

  • Rudolf Nissen: Zum Gedenken an Albert Lezius. Deutsche Medizinische Wochenschrift 79 (1954), S. 88
  • Paul-Georg Tegtmeyer: Ergebnisse der Behandlung pertrochanterer Femurfrakturen mit dem Rundnagel nach Lezius-Herzer. Bericht über 354 Fälle aus den Jahren 1952-1968. 1970. Google Books
  • Jens Alnor: Albert Lezius, in ders.: Die Geschichte der Chirurgie in Hamburg-Eppendorf. Med. Diss. Univ. Hamburg 1985, S. 114–138.

Weblinks

Einzelnachweise

<references/>

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