Zum Inhalt springen

al-Kāfirūn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Al-Kafirun (arabisch الكافرون, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) ‚Die Ungläubigen‘) ist die 109. Sure des Korans. Nach überwiegender Meinung der Exegeten wurde sie in Mekka offenbart. Dahingegen bezeichnet u. a. Ibn Abbas sie nach einer von zwei Aussagen als medinensisch.<ref>al-Qurtubī: Ǧāmiʿu l-ʾaḥkāmi ʾl-qurʾān. Bd. 22, Al-Resalah, Beirut, Auflage 1, 2006, S. 532</ref><ref> siehe hierzu auch: Theodor Nöldeke: Geschichte des Qorans. Teil 1, 2. Auflage, bearbeitet von Friedrich Schwally. Dieterich’sche Buchhandlung, Leipzig, 1909, S. 108</ref> Als eine der kürzesten Suren umfasst sie sechs Verse.

Datei:Chapter 109, Al-Kafirun (Mujawwad) - Recitation of the Holy Qur'an.mp3
Al-Kafirun

Offenbarung und Rezitation

Zum Grund ihrer Offenbarung heißt es in den Überlieferungen des Propheten Mohammed, eine Gruppe hochrangiger Koreischiten<ref group=Anm.>Die vier waren nach der Überlieferung: 1. al-Walīd ibn al Muġīra (Vater des Chālid ibn al-Walīd), 2. al-ʿĀṣ ibn Wāʾil (Vater des ʿAmr ibn al-ʿĀs), 3. Umayya ibn Ḫalaf (ehemaliger Herr des Sklaven Bilal al-Habaschi) und 4. al-Aswad ibn al-Muṭṭalib</ref> sei zu Mohammed gekommen und habe ihm angeboten, ihn zum reichsten Mann Mekkas zu machen, ihn heiraten zu lassen, wen er wolle und ihm den Vorrang einzuräumen, wenn er aufhöre, ihre Götzen zu „beleidigen“. Ansonsten böten sie ihm an, dass er ein Jahr lang ihre Götter anbete und sie im Gegenzug ein Jahr lang seinen Gott. Als Reaktion darauf sei diese Sure offenbart worden<ref>al-Kāfirūn in: As-Suyūṯī: Lubābu ʾn-nuqūl fī asbābi n-nuzūl.</ref> und ebenso die Verse 39:64-66.<ref>Aṭ-Ṭabarī: Ǧāmiʿu l-bayān ʿan taʾwīli āyi l-qurʾān. Bd. 24, Kairo, 2001, 1. Auflage, S. 703</ref>

Laut einem Hadith nach Abdullah ibn Umar habe Mohammed auf einer Reise das Frühgebet mit seinen Gefährten verrichtet und darin die Suren al-Kāfirūn und al-Ichlas rezitiert. Danach habe er gesagt: „Ich habe euch ein Drittel und ein Viertel des Korans verlesen.“ Aufgrund dieser Überlieferung wird die Rezitation der Sure al-Kāfirūn mit derer eines Drittels des Korans gleichgesetzt, nach anderen Hadithen mit der eines Viertels.<ref>al-Qurtubī: Ǧāmiʿu l-aḥkāmi l-qurʾān. Bd. 22, Al-Resalah, Beirut, Auflage 1, 2006, S. 532</ref>

Der Prophet Mohammed soll die Suren al-Kafirun und al-Ichlas im Gebet nach der Umkreisung der Kaaba (طواف / {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) und dem Gebet vor dem Frühgebet rezitiert haben.<ref name=IbnKathir484>Ibn Kaṯīr: Tafsīru l-qurʾāni l-ʿaẓīm. Bd. 14, 1. Auflage, 2000, S. 484; Muslim: Nr. 147/1218 und Aḥmad ibn Ḥanbal: Musnad.: Nr. 2/94, 5691</ref>

Abū l-Qāsim at-Tabarānī überliefert, dass Mohammed empfahl, vor dem Schlafen die Sure al-Kafirun zu rezitieren, da sie vom Schirk befreie.<ref>aṭ-Ṭabarānī: Nr. 2/287; 2195</ref>

Übersetzung

„(1) Sag: Ihr Ungläubigen! (2) Ich verehre nicht, was ihr verehrt, (3) und ihr verehrt nicht, was ich verehre. (4) Und ich verehre nicht, was ihr (bisher immer) verehrt habt, (5) und ihr verehrt nicht, was ich verehre. (6) Ihr habt eure Religion, und ich die meine.“

Übersetzung: Rudi Paret

Interpretation

Vers 1: Die Anweisung „Sag!“ richtet sich an den Propheten Mohammed, der aufgefordert wird, zu verkünden. Die Wortwahl „Ihr Ungläubigen“ schließt zwar alle diejenigen auf der Welt ein, die nicht den Islam befolgen, aber angesprochen sind mit dieser Sure die Ungläubigen der Koreischiten.<ref name=IbnKathir484/>

Vers 2: Gott befiehlt Mohammed, sich vom Glauben der Koreischiten vollständig loszusprechen.<ref name=IbnKathir486>Ibn Kaṯīr: Tafsīru l-qurʾāni l-ʿaẓīm. Bd. 14, 1. Auflage, 2000, S. 486</ref>

Vers 3: In diesem und dem fünften Vers hat das Wort „was“ () die Bedeutung von „wen“ (man); gemeint ist die Anbetung Gottes allein und ohne Partner.<ref name=IbnKathir486/> Den Polytheisten wird vorgeworfen, nicht den Befehlen und Gesetzen Gottes zu gehorchen, sondern vielmehr etwas Ausgedachtem zu folgen. Dies steht im Einklang mit 53:23:<ref name=IbnKathir486>Ibn Kaṯīr: Tafsīru l-qurʾāni l-ʿaẓīm. Bd. 14, 1. Auflage, 2000, S. 486</ref><ref>zu 53:23 siehe Ibn Kaṯīr, Bd. 13, S. 270</ref>

„Sie gehen nur Vermutungen nach und dem, wonach (ihnen) der Sinn steht, wo doch die Rechtleitung von ihrem Herrn zu ihnen gekommen ist.“

Vers 4: Im Zuge der Lossprechung vom Polytheismus (Vers 2) distanziert sich Mohammed ausdrücklich von den Anbetungsformen der Koreischiten.<ref name=IbnKathir486>Ibn Kaṯīr: Tafsīru l-qurʾāni l-ʿaẓīm. Bd. 14, 1. Auflage, 2000, S. 486</ref>

Vers 5: Dieser Vers stellt eine wörtliche Wiederholung des dritten Verses dar. Diese Wiederholung dient der Bekräftigung, wie an diversen Stellen im Koran (78:4-5, 94:5-6).<ref>al-Qurtubī: Ǧāmiʿ al-aḥkām al-qurʾān. Bd. 22, Al-Resalah, Beirut, Auflage 1, 2006, S. 535</ref>

Eine zweite Deutung für die Wiederholung ist, dass die Koreischiten mehrere Male mit dem genannten Vorschlag an Mohammed herangetreten sind. Aus dieser wiederkehrenden Handlung heraus findet die zweite Nennung statt.<ref>al-Qurtubī: Ǧāmiʿ al-aḥkām al-qurʾān. Bd. 22, Al-Resalah, Beirut, Auflage 1, 2006, S. 536</ref>

Vers 6: Der Vers steht im Einklang mit 28:55:<ref name=Qurtuby537>al-Qurtubī: Ǧāmiʿ al-aḥkām al-qurʾān. Bd. 22, Al-Resalah, Beirut, Auflage 1, 2006, S. 537</ref>

„Uns kommen (bei der Abrechnung) unsere Werke zu, und euch die euren.“

Anmerkungen

<references group=Anm./>

Einzelnachweise

<references/>

Vorlage:Sure