Aktionsbündnis für faire Verlage
Das internationale Aktionsbündnis für faire Verlage (abgekürzt Fairlag) ist eine Initiative von über 60 Autorenverbänden und Literatureinrichtungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Bündnis setzt sich gegen die Praktiken so genannter Selbstkosten- bzw. Pseudoverlage ein.
Hauptinitiatorenverbände des zum Welttag des Buches im April 2008 ins Leben gerufenen Bündnisses sind der Verband deutscher Schriftsteller (VS) in ver.di, der Bundesverband junger Autoren und Autorinnen (BVjA), die IG Autorinnen Autoren (IGAA) aus Österreich und der Verband Autorinnen und Autoren der Schweiz (AdS).<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />www.aktionsbuendnis-faire-verlage.com ( vom 30. März 2014 im Internet Archive)</ref>
Aufgabe und Ziele
Das Aktionsbündnis schloss sich zusammen, um mehr Fairness im Verlagsbetrieb zu erreichen. Es macht auf wahrgenommene Missstände in Teilen des Verlagswesens aufmerksam, die – nach Meinung der Initiatoren – einseitig zu Lasten der Autoren gehen. Es klärt potentielle Opfer von Geschäftemachern auf und bietet umfassende Unterlagen (Vertragsbestimmungen etc.) für Publizierende.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Wikipedia gewinnt gegen Zuschussverlag.] Wienerzeitung.at, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 21. Juli 2013.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Kernstück des Aktionsbündnisses ist die Fairlag-Erklärung „Und alles selbst bezahlt! Gefahren einer Veröffentlichung in so genannten Druckkostenzuschussverlagen/Selbstzahlerverlagen und Pseudoverlagen“,<ref>Fairlag-Erklärung „<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Und alles selbst bezahlt! ( vom 30. März 2014 im Internet Archive)“</ref> die von einer Vielzahl weiterer Literatureinrichtungen, darunter allen drei deutschsprachigen PEN-Zentren aus den deutschsprachigen Ländern, unterzeichnet wurde.
Das Bündnis setzt sich für eine faire Behandlung von Autoren durch die Verlage ein. Damit wendet es sich gegen solche Verlage, die das Verlagsprinzip umkehren und das unternehmerische Verlagsrisiko einseitig auf die Autoren abwälzen und damit durch die Initiatoren als „unseriös“ angesehen werden. Die von den Autoren zu zahlenden Beträge werden oft als „branchenübliche Verlagsarbeit“ dargestellt, so wird kritisiert. „Es soll ihnen nicht nur der Traum von einem schnellen Erfolg am Buchmarkt ermöglicht werden, sondern es wird ihnen zugleich viel Geld für ein äußerst fragwürdiges Produkt abverlangt“, heißt es in der „Fairlag-Erklärung“.<ref>www.wz-newsline.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>
Neben verschiedenen Medienunterstützungen<ref>Frankfurter Verlagsgruppe Cornelia Goethe Holding AG auf YouTube, 11. September 2010.</ref><ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig F.A.Z.: Verdi warnt vor Pseudoverlagen | F.A.Z. über Dr. Markus von Hänsel-Hohenhausen.] Autoren-Magazin.de, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 11. September 2010.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> und weiterer Aufklärungsarbeit<ref>Fairlage auf der Frankfurter Buchmesse 2008 Archiv literadio, abgerufen am 21. März 2024.</ref> tritt das Aktionsbündnis auch beim European Writers Congress (EWC) und gegenüber politischen Entscheidungsträgern auf. In einem Offenen Brief fordert Fairlag, dass Pseudoverlagen keine Werbepräsenzen mehr in Tages- und Wochenzeitungen gegeben werden sollen („Verlag sucht Autor“). Ferner wird in dem Vierpunkte-Papier gefordert, dass der Verlagsbegriff auch gesetzlich auf tatsächliche Verlage reglementiert wird und den Pseudoverlagen keine Messepräsenz etwa auf den großen Buchmessen sowie Mitgliedschaft in Verlegerverbänden zugebilligt wird.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Offener Brief: Klare Grenzen gegenüber Pseudoverlagen.] (PDF; 73 kB) , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 11. September 2010.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Unterstützung und Kritik
Neben den führenden Autorenverbänden aus den drei Staaten wird das Bündnis auch von einer Vielzahl von Literaturhäusern, Literaturorganisationen und Fördereinrichtungen unterstützt. Mit dem Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband (SBVV) unterstützt seit Dezember 2008 auch der erste Verlegerverband die Ziele des Bündnisses.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Pressemitteilung.] (PDF; 50 kB) , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 11. September 2010.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Darüber hinaus haben zum Welttag des Buches 2009 insgesamt 25 namhafte Autoren wie Elfriede Jelinek, Günter Grass, Ralph Giordano und Elke Heidenreich ihre Unterstützung des Aktionsbündnisses bekannt gegeben<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Pressemitteilung Fairlag.] (PDF; 93 kB) , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 11. September 2010.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> und laden jeden Interessierten zur Mitunterzeichnung ein.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Fairlag – Unterstützerliste.] Aktionsbuendnis-faire-verlage.com, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 11. September 2010.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Auch Tanja Kinkel, Hellmuth Karasek und Rafik Schami gehören zu den Unterzeichnern.<ref>Literatur-Café und
Main-Franken Zeitung vom 23. April 2009 (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> Die Ziele des Aktionsbündnisses werden auch von der CDU/CSU-Fraktion<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig CDU/CSU-Bundestagsfraktion Börnsen/Eisel: Fairness gegenüber neuen Autoren.] Presseportal.de, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 11. September 2010.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> und der SPD-Fraktion<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig SPD-Bundestagsfraktion Pressemitteilung vom 22. April 2008.] Spdfraktion.de, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 11. September 2010.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> des Deutschen Bundestags unterstützt.
Kritik am Aktionsbündnis kommt aus den Reihen der Betreiber von Pseudo- und Zuschussverlagen selbst. Schon vor der Veröffentlichung der Erklärung erhielten Unterzeichner der Fairlag-Erklärung Unterlassungsaufforderungen und Klagedrohungen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Im Namen Goethes: Verlag droht Schriftstellern mit Prozessen ( vom 7. September 2009 im Internet Archive), Linkszeitung vom 16. April 2008</ref> Markus Hänsel-Hohenhausen, der sich als „Altverleger“ bezeichnet und bis 2003 Vorstandsvorsitzender der Frankfurter Verlagsgruppe war, veröffentlichte eine „elfseitige Denkschrift“, in der er das Aktionsbündnis der „Diskriminierung neuer Autoren“ bezichtigte und dessen Forderungen von „Ausgrenzung und Zensur“ in den „geistigen Strom der Autorenverfolgung der Zeit des Nationalsozialismus und des Kommunismus“ stellte.<ref>Markus von Hänsel-Hohenhausen: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Denkschrift: Verfolgung und Verhetzung im aktuellen Literaturbetrieb ( vom 29. April 2016 im Internet Archive) vom 18. April 2008 auf einer Website der zur die zur Frankfurter Verlagsgruppe gehörenden Brentano-Gesellschaft Frankfurt/M. mbH, seinerzeit online unter haus-der-literatur.com.</ref>
Die Unterstützerverbände verwahrten sich gegen eine solche Kritik. Der Verband deutscher Schriftsteller (VS) wies unter dem Motto „Für die Kultur des Wortes – gegen Einschüchterung“ eine solche Art der „Vorzensur“ zurück: »Nicht allein die öffentliche Meinungsäußerung, schon die interne freie Meinungsbildung soll juristisch unterbunden werden. Die Gewerkschaft ver.di kritisierte diese Vorgehensweise hätte mit einer Kultur des Wortes absolut nichts zu tun und wäre ein Schlag ins Gesicht aller gewissenhaft und seriös arbeitenden Verlage«.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig ver.di: VS: Für Meinungsfreiheit – gegen Einschüchterung.] verdi.de, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 11. September 2010.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> IG Autorinnen Autoren bezeichneten die Klageandrohungen als „Zensurversuch reinsten Wassers“.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig IG Autoren könnte Klage drohen.] derstandard.at, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 11. September 2010.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Die Frankfurter Allgemeine Zeitung urteilte über Hänsel-Hohenhausen: "Wer mit solchen Vergleichen die Verbrechen des Totalitarismus verharmlost, darf sich nicht wundern, wenn vor ihm gewarnt wird.<ref name="faz-2008">Fair geht vor. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 24. April 2008.</ref>
Weblinks
- Offizielle Website vom Aktionsbündnis für faire Verlage, online unter aktionsbuendnis-faire-verlage.com.
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Erste Website des Aktionsbündnis für faire Verlage ( vom 19. Februar 2014 im Internet Archive) mit Begriffsbestimmungen und Mitteilungen zur Historie seiner Entstehung, online unter aktionsbuendnis-faire-verlage.com.
Einzelnachweise
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