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Adventskirche (München)

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Datei:Aubing Adventskirche1.jpg
Evangelische Adventskirche München-Neuaubing
Datei:Adventkirche München Neuaubing 6339.jpg
Kirche mit dem 2019 angebauten Gemeindezentrum
Datei:München-Neuaubing, Adventskirche, Innenansicht (3).jpg
Innenansicht der Adventskirche

Die Evangelisch-Lutherische Adventskirche München-Neuaubing wurde 1938–1940 in der damals noch selbständigen Gemeinde Aubing erbaut. Der Architekt war Horst Schwabe.

Geschichte

Die sich stetig vergrößernde Gemeinde Aubing zog Anfang des 20. Jahrhunderts zunehmend Protestanten an, so dass 1924 der „Evangelische Verein Aubing und Umgebung“ gegründet wurde. Nach ersten Gottesdiensten im Neuaubinger Bierstüberl 1936 wurde 1937 der Architekt Horst Schwabe zum Bau der neuen Kirche beauftragt. 1938 bekam der erste Vikar seinen Dienstsitz in Neuaubing. Die künftige Gemeinde war noch nicht selbständig und gehörte zur Pfarrei Pasing. Im selben Jahr wurde der Grundstein gelegt. Obwohl die Kirche erst am Michaelisfest 1940 eingeweiht worden ist, feierte die Gemeinde bereits seit September 1939 in der noch unfertigen Kirche Gottesdienst. 1939 wurde Neuaubing auch zur selbständigen Kirchengemeinde erhoben, sie bestand aus den politischen Gemeinden Aubing mit Neuaubing, Germering und Unterpfaffenhofen. 1959 wurde schließlich die selbständige Kirchengemeinde Unterpfaffenhofen-Germering gegründet.<ref name="50 Jahre">Pfarramt Adventskirche: Evang.-Luth. Adventskirche 50 Jahre. Eigenverlag, München 1990.</ref> Bis 2019 wurde die Kirche renoviert und ein neues Gemeindezentrum angebaut.<ref>Adventsgemeinde: Neubau des Gemeindezentrums, abgerufen am 26. Januar 2022</ref>

Der zu Beginn des 21. Jahrhunderts neu entstehende Stadtteil München-Freiham gehört zum Sprengel der Adventskirche.

Innenraum

Das Innere besticht durch seine Schlichtheit. Ein durch Tragebalken gestütztes Holztonnengewölbe gibt dem sonst farblosen Raum seine Wärme. Der als Apsis anschließende erhöhte Altarraum beherbergt ein schlichtes Holzkreuz an der Chorwand. Darunter befindet sich an der Wand ein breiter Holzaltar. Links am Übergang von Schiff zu Apsis steht eine hölzerne Kanzel, rechts in der Apsis das Lesepult, am ursprünglichen Platz des Taufsteines, der nun vor der ersten Stufe zur Apsis mittig steht. Die Besonderheit des Taufsteins ist der Werkstoff Holz, sodass in der Gemeinde oft auch vom „Taufstamm“ die Rede ist.

Orgel

Datei:München-Neuaubing, Adventskirche, Moser-Orgel (6).jpg
Moser-Orgel

Die Orgel dieser Kirche stammt ursprünglich aus der Mutterpfarrei Pasing und wurde im Jahre 1904 als Opus 820 von der Orgelbauwerkstätte Steinmeyer für die dortige Himmelfahrtskirche erbaut. 1939 bekam die neu entstandene Tochtergemeinde Aubing das Werk quasi als Aussteuer mit. Albert Moser aus München baute daraus ein passendes Instrument für die neu geschaffene Kirche.<ref name="adventsk-Evang.-L">Evang.-Luth. Adventskirche München-Neuaubing - Orgel. In: adventskirche.de. 6. April 1986, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 5. Januar 2018; abgerufen am 4. Januar 2018.</ref> Die Orgel besitzt jetzt 17 Register verteilt auf zwei Manuale und Pedal. Der Spieltisch ist seitlich angebaut. Die Trakturen sind vollpneumatisch.<ref name="CD">Matthias Roth: Gott loben, das ist unser Amt (CD). Eigenverlag, München 1996.</ref> Die Disposition der Moser-Orgel lautet wie folgt:

I Hauptwerk C–g3
1. Principal 8′
2. Hohlflöte 8′
3. Salicional 8′
4. Oktav 4′
5. Gedecktflöte 4'
6. Oktav 2′
7. Ripieno IV
II Brüstungspositiv C–g3
8. Gedackt 8′
9. Quintatön 8′
10. Prestant 4′
11. Dulzflöte 4′
12. Schweizerpfeife<ref group="Anm." name="Über">überblasendes Register.</ref> 2′
13. Sesquialter II
Tremolo
Pedal C–f1
14. Subbass 16′
15. Oktavbass 8′
16. Choralbass 4′
17. Waldflöte<ref group="Anm." name="Über" /> 2′
  • Koppeln: II/I, I/P, II/P (als Tritte und Druckknöpfe korrespondierend, sowohl zusätzlich als Registerschalter)
  • Spielhilfen: 1 freie Kombination, Tutti, Auslöser
  • Anmerkung

<references group="Anm." />

Glocken

Das jetzige Geläut der Adventskirche ist bereits das zweite in ihrer Geschichte und besteht aus vier Glocken. Das erste Geläute aus drei Eisenhartgussglocken von 1919 von Buderus & Humpert (Brilon/Wetzlar) war musikalisch minderwertig und wurde 1995 vom Turm genommen. Ein neues Bronzegeläute wurde an Holzjochen in einem neuen Holzglockenstuhl in der Glockenstube installiert. Es besticht durch seine große und weiche Klangfülle. Die Glocken klingen als „Idealquartett“ in den Tönen fis1 – a1 – h1 – d2.<ref name="Festschrift Glockenweihe">Pfarramt Adventskirche: Glockenweihe (Festschrift). Eigenverlag, München 1995.</ref>

Nr. Liturgisches Amt Gussjahr Gießer, Gussort Gewicht
(kg)
Durchmesser
(cm)
Nominal Bildnis Inschrift
1 Sonntagsglocke 1995 Karlsruher Glockengießerei 980 112 fis1 -2 Kreuz im Strahlenkranz „Ehre sei Gott in der Höhe“ Lk 2,14
2 Abendbetglocke 696 99 a1 ±0 Christusmonogramm „Herr, bleibe bei uns, denn es will Abend werden“ Lk 24,29
3 Mittagsbetglocke 460 87 h1 -2 Weinstock „Die dem Herrn vertrauen, schöpfen neue Kraft“ Jes 40,31
4 Taufglocke 288 73 d2 ±0 Kreuz, Wasser, Fisch „Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn“ Ps 37,5

Uhrschlag auf Glocke 1 (1/1) von 8 bis 20 Uhr.

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

Commons: Adventskirche (München) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 48° 8′ 45,6″ N, 11° 25′ 21,1″ O

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