Adrian Müller
Adrian Müller (* 13. April 1573 in Aschersleben<ref>Nach Georg Wilhelm Dittmer: Genealogische und biographische Nachrichten über Lübeckische Familien aus älterer Zeit. Dittmer, Lübeck 1859, S. 63</ref>; † 23. Oktober 1644 in Lübeck) war Kaufmann und Ratsherr der Hansestadt Lübeck im 17. Jahrhundert.
Leben
Müller entstammte den bereits um 1115 namentlich<ref name="Zitt">K. von Zittwitz (1835): Chronik der Stadt Aschersleben. S. 11 (Vorschau bei Google-Bücher)</ref> als Bürger Ascherslebens bekannten Patrizierfamilien Drosihn und Müller.<ref>Georg Wilhelm Dittmer: Genealogische und biographische Nachrichten über Lübeckische Familien aus älterer Zeit, Dittmer, 1859, S. 63 (Digitalisat); siehe auch: Pflaume (Patrizierfamilie)</ref> Er wurde 1619 zum Ratsherrn in Lübeck erwählt und hatte 1626 das Amt des Bauherrn inne. Er erwarb 1636 das Lübsche Gut Mori unmittelbar westlich der Stadt außerhalb der Lübecker Landwehr in Holstein.
Er war zunächst verheiratet mit Emerentia, geb. Lunte (aus der Familie des Bürgermeisters Gottschalck Lunte), und nach deren Tod mit Elisabeth Köhler, einer Tochter des Lübecker Bürgermeisters Heinrich Köhler. Er bewohnte in Lübeck das Haus Schildstraße 10 und war seit 1632 Vorsteher der gegenüberliegenden Aegidienkirche, in der er auch begraben wurde.<ref>Johannes Baltzer, Friedrich Bruns: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Freien und Hansestadt Lübeck. Herausgegeben von der Baubehörde. Band III: Kirche zu Alt-Lübeck. Dom. Jakobikirche. Ägidienkirche. Verlag von Bernhard Nöhring, Lübeck 1920, S. 473. Unveränderter Nachdruck 2001, ISBN 3-89557-167-9</ref> Seine reich gravierte bronzene Grabplatte wurde 1642 vom Schreib- und Rechenmeister Joachim Sager künstlerisch gestaltet und lag vor dem Altar.<ref>Beschreibung bei Johannes Warncke: Metallarbeiten der Lübecker Schreib- und Rechenmeister Arnold Möller und Joachim Sager. In: Zeitschrift des Vereins für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde 18 (1916), S. 100–106; siehe auch BuK III, S. 527</ref> 1874 wurde sie bei einem Kupferschmied entdeckt und durch den Verein für Lübeckische Geschichte angekauft;<ref>Zeitschrift des Vereins für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde. 3 (1876), S. 617</ref> sie kam später ins St.-Annen-Museum.<ref>Johannes Baltzer, Friedrich Bruns: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Freien und Hansestadt Lübeck. Herausgegeben von der Baubehörde. Band III: Kirche zu Alt-Lübeck. Dom. Jakobikirche. Ägidienkirche. Verlag von Bernhard Nöhring, Lübeck 1920, S. 527. Unveränderter Nachdruck 2001, ISBN 3-89557-167-9</ref>
Sein Sohn Heinrich Adrian Müller konvertierte zur römisch-katholischen Kirche und wurde 1673 Kaiserlicher Resident, also Statthalter, in der Reichsstadt Lübeck. Das Haus in der Schildstraße 10 wurde in Lübeck nach den Bewohnern mit dem Hausnamen Das lange Haus der Müller versehen.
Müller nahm 1635 den Porträtmaler Michael Conrad Hirt als Kriegsflüchtling in sein Haus auf; Hirt blieb bis zu Müllers Tod in Lübeck und schuf etliche Porträts von Lübecker Persönlichkeiten dieser Zeit und ihren Familienmitgliedern. Adrian Müller litt unter Gicht und konnte bereits neun Jahre vor seinem Tod sein Haus nicht mehr verlassen.<ref>Friedrich Bruns †: Der Lübecker Rat. Zusammensetzung, Ergänzung und Geschäftsführung, von den Anfängen bis ins 19. Jahrhundert. In: ZVLGA, Band 32 (1951), S. 1–69, S. 60 (Kapitel 9: Der Abschluß der Ratsmitgliedschaft)</ref>
Literatur
- Georg Wilhelm Dittmer: Genealogische und biographische Nachrichten über Lübeckische Familien aus älterer Zeit, Dittmer, 1859, S. 63 (Digitalisat)
- Emil Ferdinand Fehling: Lübeckische Ratslinie, Verlag Max Schmidt-Römhild, 2. Auflage Lübeck 1925, Nr. 743 (PDF-Digitalisat, S.128).
- Lübeckische Blätter, 1895, S. 309
Einzelnachweise
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- Lübecker Ratsherr (17. Jahrhundert)
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- Gestorben 1644
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