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Adolph Friedrich Vollmer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Adolph Friedrich Vollmer.jpg
Adolph Friedrich Vollmer ca. 1845

Adolph Friedrich Vollmer (* 17. Dezember 1806 in Hamburg; † 12. Februar 1875 ebenda) war ein deutscher Landschafts- und Marinemaler und Grafiker der Hamburger Schule. Er gehört mit Christian Morgenstern zu den Bahnbrechern des frühen malerischen Realismus in Hamburg.<ref name="ThB">Vorlage:ThiemeBecker/core</ref>

Leben

Datei:AFVollmer Selbstporträt.JPG
Adolph Friedrich Vollmer: Frühes Selbstporträt
Datei:Hamburger Künstler 1859 (Detail).jpg
Porträt Adolph Friedrich Vollmer, 1859. Detail des Bildes: Mitglieder des Hamburger Künstlervereins von Günther und Martin Gensler
Datei:Hamburger Künstler 1859.jpg
Günther u. Martin Gensler: Mitglieder des Hamburger Künstlervereins, 1859. (v.l.): Günther Gensler, Otto Speckter, Adolph Friedrich Vollmer, Martin Gensler, Rudolf Hardorff

Adolph Friedrich Vollmer wuchs als Sohn eines Hamburger Handlungsbuchhalters, Johann Peter Vollmer (1779–1849), in einfachsten Verhältnissen auf.<ref>Kegel: In: Zeitschrift des Vereins für Hamburgische Geschichte. Band/Jahrgang, Nr. 83,1, 1997, S. 345 u. Anm. 13.</ref> So war sein Vater und er unter den Zehntausenden, die im Winter 1813, in der sogenannten „Franzosenzeit“ Hamburg verlassen mussten.<ref>Ernst Vollmer (1858–1945, Sohn von A.F.V.): Einiges aus meinem Leben, unveröffent. Manuskript, Archiv Vollmer.</ref>

Gegen den Widerstand des Vaters<ref>Andresen: Band 3, Weigel, Leipzig 1872, (unv. Nachdruck: Olms, Hildesheim 1971), S. 24.</ref> trat er eine Lehre in der Grafikwerkstatt der Gebrüder Suhr an und zog anderthalb Jahre mit Cornelius Suhr durch Deutschland, während welcher Zeit er nicht viel anderes als der Bediente Suhrs war.<ref name="Andresen">Andresen: Band 3, Weigel, Leipzig 1872, (unv. Nachdruck: Olms, Hildesheim 1971), S. 25.</ref> Danach wurde er Schüler von Friedrich Rosenberg in Altona (1758–1833), ohne dass dieser großen Einfluss auf ihn ausgeübt hätte.<ref>Lier. In: ADB. Band 40, 1896, S. 251–252.</ref> Wohl auf Rat des Freiherrn von Rumohr,<ref>Vorlage:ThiemeBecker/core u. Kegel 1997, S. 364 u. Anm. 73.</ref> Mäzen und Förderer vieler der jungen Hamburger Künstler,<ref>Allerdings kam es „über die angemessene Darstellung der Natur zu Unstimmigkeiten zwischen Vollmer und Rumohr.. Vollmer maß der getreuen Wiedergabe der Natur und deren eindringlichem Studium eine größere Rolle zu als sein Gönner,“ (KvO, In: Im Lichte Caspar David Friedrichs – Frühe Freilichtmalerei in Dänemark und Norddeutschland. Katalog zur Ausstellung 1999/2000 in der National Gallery of Canada, Ottawa, der Hamburger Kunsthalle und dem Thorvaldsens Museum, Kopenhagen, S. 51. Dazu auch: Kegel 2001, 1583. und Kegel 1997, 359, Anm. 5.)</ref> den er 1826 durch den Kunsthändler Georg Ernst Harzen (1790–1863) kennenlernte,<ref name="Andresen" /> vollendete Vollmer seine Ausbildung an der Akademie in Kopenhagen unter Eckersberg (1831–1832). Nach seiner Rückkehr im Jahre 1832 gründete er zusammen mit 13 Hamburger Künstlern den Hamburger Künstlerverein. Wohl wiederum auf Rumohrs Rat ging Vollmer wie schon vor ihm Morgenstern 1833 nach München, scheint aber „eine gewisse Distanz“ zu Morgenstern und Rottmann gehalten zu haben.<ref>Kegel 2001, 1583-4.</ref>

Von München aus unternahm er Studienreisen nach Konstanz, Tirol, Salzburg, Venedig, Le Havre und in die Niederlande.

Seit 1839 wieder in Hamburg ansässig, heiratete Vollmer die Hamburgerin Auguste Amale Behrmann (1815–1855), Enkelin von Pastor Rudolph Gerhard Behrmann, Archidiaconus zu St. Petri.<ref>Dr. Rudolph Gerhard Behrmann (1743–1827) hatte am 15. Januar 1807 Adolph Friedrich Vollmer getauft (siehe den Taufbuch Auszug).</ref> Er hatte fünf Kinder aus dieser Ehe, unter ihnen den späteren Architekten Johannes Vollmer, und drei weitere Kinder aus zweiter Ehe mit Julie Natalie de la Camp. Eine Tochter aus dieser zweiten Ehe heiratete 1891 den bekannten Gynäkologen Johann Friedrich Ahlfeld.<ref>NDB. Band 1, Berlin, 1953, S. 111.</ref> Zwei seiner Enkel, Söhne des Johannes Vollmer, sind der Kunsthistoriker und Enzyklopädist Hans Vollmer und der Maler und Plastiker Erwin Vollmer.<ref>Vorlage:ThiemeBecker/core</ref>

Vollmer erblindete 1866; er verstarb 1875 in der Nervenheilanstalt Hamburg-Friedrichsberg.<ref name="ThB" />

Werk

Datei:AF Vollmer Hamburger Hafen 1840.jpg
Hamburger Hafen, 1840
(Bleistift, Sepia getönt 21 × 26 cm)

In seinen Landschaften und Ansichten des Hamburger Hafens bricht Vollmer mit der Vedutenmalerei der Gebrüder Suhr;<ref>Dammann: Panorama und Tafellandschaft – Anfänge und Frühzeit der Landschaftsmalerei in Hamburg bis 1830. Druck Lütcke & Wulff (Vertrieb Commetersche Kunsthandlung), Hamburg 1910, S. 71–73.</ref> auch haben seine Landschaften nichts von der transzendentalen Romantik des 30 Jahre älteren Caspar David Friedrich noch beziehen sie gesellschaftliche Positionen, wie es später der jüngere Menzel machen wird. Sein Werk steht eher in der Tradition der großen holländischen Landschaftsmaler des 17. Jahrhunderts, eines Salomon van Ruysdael zum Beispiel. Dammann schrieb 1910: {{

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}}<ref>Dammann: Hamburg 1910, S. 67.</ref> Vollmer hielt sich vornehmlich an das kleine Format. Hier gelang es ihm mit sehr feiner Strichführung Weite und Tiefe zu schaffen. Nach zeitgenössischem Urteil des Kunsthistorikers Georg Kaspar Nagler zählt Adolph Friedrich Vollmer zu den größten Seemalern seiner Zeit<ref>Nagler: Band 20, E. A. Fleischmann, München 1850, S. 516.</ref> und Gerhard Kaufmann schrieb 120 Jahre später: {{

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}}<ref>In: Gerhard Wietek (Hrsg.): Maler sehen Blankenese – Katalog zur Ausstellung des Altonaer Museums im B.A.T.-Haus, Hamburg 1969, S. 7–8.</ref>

Wie auch in den Werken der anderen Hamburger Künstler seiner Generation (Jacob Gensler, Gurlitt, Morgenstern, …) besteht eine Diskrepanz zwischen den kleinen, nüchternen Naturstudien – beispielsweise die Holsteinische Landschaft von 1827 – und den idealisierenden Kompositionen, wie sie die Käufer schätzten. Bereits Lichtwark (1893) schätzt Morgensterns und Vollmers Zeichnungen und Ölstudien nach dem unmittelbaren Studium der hamburger Landschaft in den Jahren 1826 bis 1829 als einzigartig für jene Zeit; nach Verlassen Hamburgs hätte Vollmer sich zersplittert und nach Rückkehr diese „schlichte, direkte Auffassung der Natur“ nicht wieder erreicht.<ref>Lichtwark 1893, 54</ref> Nach Leppien waren {{

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}}.<ref>Leppien 1999/2000, 27.</ref> Ähnlich urteilt auch Kegel (2001): Die lebendigen kleinformatigen Naturstudien werden vor allem im späteren Werk Vollmers „geschönt“, erstarren und nähern sich den vom Publikum geschätzten Genrebildern.<ref>Beispielsweise beschreibt Kegel (2001) das für Vollmer ungewöhnlich große Bild des Stangenmühlengrund im Sachsenwald von 1852 als eine „kunstvolle Inszenierung“, „dramatisch ausgeleuchtet“ mit „obligatem Reh“.</ref>

Arbeiten von Adolph Friedrich Vollmer befinden sich unter anderem in der Hamburger Kunsthalle, im Museum für Hamburgische Geschichte, im Altonaer Museum, in der Eremitage in Sankt Petersburg, dem Staatlichen Kunstmuseum Kopenhagen und dem British Museum London. Das Philadelphia Museum of Art hält einen kompletten Satz seiner Radierungen inklusive vieler Probeabdrucke.

Ausstellungen (Auswahl)

  • 2019: Hamburger Schule – Das 19. Jahrhundert neu entdeckt (12. April bis 14. Juli), Hamburger Kunsthalle

Literatur

  • Andreas Andresen: Die deutschen Maler-Radirer (Peintres-Graveurs) des neunzehnten Jahrhunderts nach ihren Leben und Werken. Band 3, Weigel, Leipzig 1872, S. 24–41 (unv. Nachdruck: Olms, Hildesheim / New York 1971). ISBN 3-487-04007-7 ({{#if:diedeutschenmal00wessgoog
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  • Walter H. Dammann: Panorama und Tafellandschaft – Anfänge und Frühzeit der Landschaftsmalerei in Hamburg bis 1830. Druck Lütcke & Wulff (Vertrieb Commetersche Kunsthandlung), Hamburg 1910, 89 S. u. 12 schwarz-weiß Abb.
  • Gerhard Kegel: Ein Brief des Hamburger Malers Adolph Friedrich Vollmer an Otto Speckter aus dem Jahre 1827. In: Zeitschrift des Vereins für Hamburgische Geschichte. Band/Jahrgang, Nr. 83,1, 1997, S. 343–366, {{#invoke:URIutil|{{#ifeq:1|1|linkISSN|targetISSN}}|0083-5587|0}}{{#ifeq:1|0|[!]

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  • Gerhard Kegel: Adolph Friedrich Vollmer – ein früher Vertreter des malerischen Realismus in Hamburg. In: Weltkunst – Zeitschrift für Kunst und Antiquitäten, München, Band/Jahrgang, Nr. 71, 2001, S. 1582–1584, {{#invoke:URIutil|{{#ifeq:1|1|linkISSN|targetISSN}}|0043-261X|0}}{{#ifeq:1|0|[!]

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  • Georg Kaspar Nagler: Neues allgemeines Künstler-Lexicon oder Nachrichten von dem Leben und den Werken der Maler, Bildhauer, Baumeister, Kupferstecher, etc. Band 20, E. A. Fleischmann, München 1850, S. 516–517 ({{#if:neuesallgemeine08naglgoog
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  • Gerhard Wietek (Hrsg.): Maler sehen Blankenese – Katalog zur Ausstellung des Altonaer Museums im B.A.T.-Haus, Hamburg 1969. Einführung: Gerhard Kaufmann, 36 S. u. schwarz-weiß Abb.
  • Gerhard Wietek: Maler sehen Blankenese und die Elbe. Mit 107 teils farb. Reproduktionen nach Bildern, Aquarellen u. Zeichnungen, Radierungen, Lithographien u. Holzschnitten sowie einigen liter. Beilagen, Christians Verlag Hamburg 1971, 172 S., ISBN 3-7672-0000-7

Weblinks

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Einzelnachweise

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