Zum Inhalt springen

Adolph Christian von Bassewitz (Domherr)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Adolph Christian Ulrich Graf v. Bassewitz.JPG
Adolph Christian Graf v. Bassewitz

Adolph Christian Ulrich Graf von Bassewitz (* 27. Juli 1787 in Schwerin; † 2. Mai 1841 in Prebberede) war Domherr zu Lübeck, Mecklenburg-Schwerinscher und Württembergischer Kammerherr.<ref>Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie für die gebildeten Stände, Band 2, F. A. Brockhaus, Leipzig 1851, S. 339.</ref><ref>Eduard Maria Oettinger: Moniteur des dates. Contenant un million de renseignements biographiques ... 1869, S. 62. Digitalisat</ref>

Familie

Adolph Christian von Bassewitz entstammte der alten mecklenburgischen Familie von Bassewitz. Seine Eltern waren Bernhard Friedrich Graf von Bassewitz (1756–1816) und Charlotte von Koppelow (1764–1862).

Er heiratete am 30. Mai 1812 Luise von Levetzow (1794–1862), mit der er sechs Söhne und zwei Töchter hatte.

Die Söhne waren:

  • Adolf (1813–1887)
⚭ 1838 Bertha von Werder (1819–1851)
⚭ 1852 Elisabeth von Werder (1825–1872)
  • Henning (1814–1885) ⚭ 1847 Marie von Behr (1822–1860)
  • Bernhard (1817–1897) ⚭ 1845 Bertha von Treunenfels (* 1826)
  • Karl (1821–1873) ⚭ 1845 Ina von Bülow (1827–1900), ein Sohn der beiden war Carl Graf von Bassewitz-Levetzow<ref name="Aus Leben">Adolph Graf von Bassewitz: Aus dem Leben des Reichsgrafen Henning Friedrich von Bassewitz mit einigen Nachrichten über die Familie Bassewitz der wendischen Linie. o. O., 1859, S. 56, 57.</ref>
  • Heinrich (1831–1911), u. a. auf Barkvieren b. Gnewitz u. Zarnewanz, ⚭ 1854 Charlotte von Bülow (1834–1911)
  • Alexander (* 1833) ⚭ 1867 Ella von Witzendorff (* 1848)

Der Diplomat Hennecke Graf von Bassewitz ist ein direkter Nachfahre.

Leben

Schon im Alter von acht Jahren erhielt er 1795 eine ihm von seinem Vater resignierte Präbende am Lübecker Dom und wurde damit Domherr.<ref>Wolfgang Prange: Verzeichnis der Domherren. In: Ders.: Bischof und Domkapitel zu Lübeck: Hochstift, Fürstentum und Landesteil 1160–1937. Schmidt-Römhild, Lübeck/Rostock 2014, ISBN 978-3-7950-5215-7, S. 421. Nr. 424.</ref>

Nach der Schulausbildung trat er bis zum Beginn seines Studiums als Kammerherr und Stallmeister in den Dienst am Hof in Württemberg<ref name="FAS502">Friedrich August Schmidt u. a.: Neuer Nekrolog der Deutschen. 11. Jahrgang, 1841, Weimar 1843, S. 502.</ref>. Danach studierte er gemeinsam mit seinem Bruder Carl Christoph<ref>Friedrich August Schmidt u. a.: Neuer Nekrolog der Deutschen ... 2. Teil, 1837, Weimar 1839, S. 987.</ref> zunächst in Göttingen<ref>Imm. als „Megapolitanus“ 16. April 1804</ref> und Heidelberg<ref>Friedrich August Schmidt u. a.: Neuer Nekrolog; Vgl.: Imm. in Heidelberg am 6. Februar 1805 mit dem Zusatz „Hat schon in Göttingen Cameralia studiert“.</ref> und wurde gemeinsam mit ihm Mitglied der Corps Vandalia Göttingen und Vandalia I Heidelberg.<ref>Kösener Korps-Listen von 1798 bis 1910, Hrsg. Karl Rügemer. Verlag der Academischen Monatshefte, Starnberg 1910, 122/3.</ref> In Göttingen bewohnte er mit Fürst Anton Paul Sulkoski zwischen 1802 und 1805 das sogenannte Prinzenhaus in der Prinzenstrasse<ref>Hermann Thiersch: Ludwig I von Bayern und die Georgia Augusta, 1924. Ausgabe Weidmann, Berlin 1927. (Nachdruck) Hamburg 2010, S. 11. Nachdruck 2013. ISBN 978-3-86-34748-8-1.</ref>. Zur Beendigung des Studiums 1808 in Rostock stifteten er und sein Bruder mit weiteren Corpsstudenten das Corps Vandalia Rostock.<ref>Kösener Korps-Listen von 1798 bis 1910, Hrsg. Karl Rügemer. Starnberg 1910, 185/5.</ref><ref>Anm.: Seine Immatrikulation in Rostock lässt sich für das 1808 in den dortigen Listen nicht nachweisen.</ref>

An den Freiheitskriegen nahm er im Range eines Majors als Adjutant Friedrich Ludwig zu Mecklenburg teil. In Prebberede unterhielt er unter dem Stallmeister Zinkeisen<ref>W. Zinkeisen: Das Vorbereiten und Thätigmachen der zur Rennbahn bestimmten jungen Pferde nach der Methode der Engländer. Oder die Elementar-Schule des Pferdes. Verlag A. W. Hayn, Berlin 1834.</ref> ein Gestüt, das deutschlandweit bekannt war<ref>Vgl. z. B. Gustav Hempel: Geographisch-statistisch-historisches Handbuch des Meklenburger Landes. Band 2, S. 277.</ref><ref>Fest-Gabe zur Feier der XXII: Versammlung Deutscher Land- und Forstwirthe. Schwerin 1861, S. 97.</ref>, nach seinem Tod aber erbbedingt aufgelöst wurde.<ref name="Aus Leben" /> Daneben hatte er hier und auf anderen seiner Güter spanische und Merinoschäfereien eingerichtet<ref>Friedrich August Schmidt u. a.: Neuer Nekrolog der Deutschen. 11. Jahrgang 1841, Weimar 1843, S. 503.</ref>. Er war Träger des Königlich Preußischen Johanniterordens<ref name="Aus Leben" /> und der goldenen mecklenburgischen Militärverdienstmedaille sowie Mecklenburg-Schwerinscher Kammerherr.<ref name="FAS502" />

Den ererbten Besitz vergrößerte er erheblich und besaß zuletzt die mecklenburgischen Güter Prebberede, Jahmen, Grieve, Dalwitz, Stierow, Stechow, Poggelow, Schwiessel, Gr. und Kl. Bützin, Neu Heinde, Wohrenstorf, Vietow, Horst und Weitendorf. Die Gutsanlage in Prebberede, deren Schlossbau sein Großvater Carl Friedrich Graf von Bassewitz in Auftrag gegeben hatte, vollendete er durch die Errichtung einiger weiterer Bauten und die Anlage des Parkes.<ref>Helmut Sieber: Schlösser und Herrensitze in Mecklenburg. Weidlich, Frankfurt am Main 1960, S. 80.</ref><ref name="Aus Leben" />

Nachfolger auf Prebberede mit Jahmen und Grieve wurde sein ältester Sohn Adolph Bernhard (1813–1887).<ref>Walter von Leers: Die Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a. H. 1705–1913. In: Verein der ehemaligen Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a. H. (Hrsg.): Zöglingsverzeichnis I von IV. Zögling Adolph Bernhard Philipp Viktor Graf von Bassewitz-No.: 887. Selbstverlag, Belzig, Ludwigslust 1913, DNB 361143532, S. 179.</ref>

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references responsive />

Vorlage:Hinweisbaustein