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Adolf Engl

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Adolf Engl (* 7. Dezember 1884 in Saarn, heute Ortsteil von Mülheim an der Ruhr; † nach 1941) war ein deutscher Filmregisseur, Leiter des Reichsverbandes der Deutschen Lichtspieltheater und Kinobesitzer.

Leben

Engl führte bei nachweislich vier Filmen 1919 und 1920 Regie.<ref>Monika Lerch-Stumpf: Für ein Zehnerl ins Paradies: Münchner Kinogeschichte 1896 bis 1945, Dölling und Galitz, 2004.</ref> Im Januar 1923 wurde er Mitgründer der Exportaktiengesellschaft Münchener Filmfabrikanten und leitete das Unternehmen als Vorstand bis zur Umwandlung in die Lindwurm-Werk Aktiengesellschaft für Möbel, Dekorations- und Filmkunst im November gleichen Jahres.<ref>Einträge im Münchener Handelsregister am 21. Februar 1923 und 19. Januar 1924.</ref> Im Januar 1924 beteiligte er sich als Aktionär an der Gründung der Schebera-Film AG.<ref>Eintrag im Münchener Handelsregister am 10. Januar 1924.</ref> Zum 1. Dezember 1931 trat er in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 736.430)<ref>Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/7810990.</ref> und wurde als Münchner Besitzer<ref>Die Weltbühne, veröffentlicht von Verlag der Weltbühne, Notizen: v. 29, nos. 28-52.</ref> mehrerer Kinos, unter anderem in Regensburg<ref>Capitol (Velodrom) abgerufen auf www.allekinos.com am 9. Februar 2014.</ref> zum zunächst kommissarischen Vorsitzenden des Reichsverbandes der Deutschen Lichtspieltheater ernannt, der der Gleichschaltung im Bereich des Filmwesens dienen sollte.<ref>Filmkurier, 18. März 1933, zitiert nach: Film in the Third Reich; art and propaganda in Nazi Germany, von David Stewart Hull, veröffentlicht von Simon and Schuster, 1973.</ref> Zuvor hatte er als Bayerischer Vorsitzender des Verbandes die Einführung des Tonfilmes begrüßt,<ref> Wolfgang Mühl-Benninghaus: Das Ringen um den Tonfilm: Strategien der Elektro- und der Filmindustrie in den 20er und 30er Jahren, Droste 1999, S. 54.</ref> was durch seine Funktion als Produktionsleiter der Tobis erklärbar ist.<ref>Jan Distelmeyer: Tonfilmfrieden/Tonfilmkrieg: die Geschichte der Tobis vom Technik-Syndikat zum Staatskonzern, Edition Text + Kritik, 2003.</ref> Auch war er als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Syndikatfilm ab Februar 1932 offizieller Berater der Filmbeschaffungsstelle der NSDAP und Leiter der Gaufilmstelle Süd.<ref>Bei der UFA machte man das so ... vom 10. Januar 1951 abgerufen auf www.spiegel.de am 9. Februar 2014.</ref> Noch 1938 bis 1941 wird er als Inhaber des erwähnten Regensburger Kinos „Velodrom“ genannt, mit Wohnsitz in Feilnbach/Oberbayern, Haus Englhof.

Filmografie

  • 1919: Das Heldenmädchen der Prärie
  • 1919: Das Ski-Girl (Premiere: 14. Januar 1920 in München, Regina-Lichtspiele)
  • 1920: Die Lissy vom Tietz (Premiere: 5. April 1920 in München, Lichtschauspielhaus)
  • 1920: Mix und Pickel

Lichtspieltheater

  • 1927 Stadttheater-Lichtspiele, Inh: Vereinigte Lichtspiele Kempten, Adolf Engl, München, Prielmayerstraße 16.
  • 1928 Stadt-Theater-Lichtspiele, Theaterstraße 4, Inhaber: Dir. Adolf Engl, München, Prielmayerstraße 16.
  • 1928 bis 1937: Kammer-Lichtspiele, Kempten, Vogtstraße 2 (in der 1. Etage der 1905 erbauten „Gewerbehalle“), ca. 450 Plätze; Inhaber: Dir. Adolf Engl, München, Nußbaumstraße 6; Vorbesitzer: Ludwig Fink, Marktoberdorf; 1938 an Maria Wolf, Kempten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kammer-Lichtspiele Kempten (Memento vom 25. April 2017 im Internet Archive). In: Kinowiki.</ref>
  • 1930 bis 1932: Capitol Film & Bühne, „Velodrom“, Regensburg, Arnulfplatz 4, Inhaber: Dir. Adolf Engl, München, Nußbaumstraße 6; Vorbesitzer (1917): Oberdorfer; 1938 bis 1941 Inhaber: Dir. A. Engl, Feilnbach/Oberbayern, Haus Englhof.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Capitol Regensburg (Memento vom 25. April 2017 im Internet Archive). In: Kinowiki.</ref><ref>Einträge im Münchener Handelsregister am 21. Februar 1923 und 19. Januar 1924.</ref>
  • 1930 bis 1932: Lichtspiele Kristall-Palast Fürth, Fürth, Pfisterstr. 3, 5, 7, Inhaber: Dir. Adolf Engl, München, Nußbaumstraße 6; Iwan Schablinsky, Berlin-Wilmersdorf, Helmstedterstr. 21.<ref>Einträge im Fürther Handelsregister am 8. August 1930 und 18. November 1932.</ref>

Literatur

  • Ulrich Döge: „Er hat eben das heiße Herz“. Der Verleger und Filmunternehmer Karl Wolffsohn. Verlag tredition, Hamburg 2016, Anm. 378, 379, 380.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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