Adamov u Brna
Vorlage:Infobox Ort in Tschechien Adamov (deutsch Adamsthal) ist eine Stadt im Okres Blansko in Tschechien. Sie liegt dreizehn Kilometer nördlich von Brünn.
Geographie
Adamov liegt im südwestlichen Teil des Drahaner Berglandes im Tal der Svitava und des Baches Křtinský potok. Mehr als die Hälfte der Gemeindefläche ist bewaldet. Nachbarorte sind Olomučany im Norden, Habrůvka im Nordosten, Babice nad Svitavou im Osten, Bílovice nad Svitavou im Süden sowie Útěchov und Vranov u Brna im Westen.
Geschichte
Die Geschichte Adamovs ist seit dem Jahr 1360 eng mit der Metallverarbeitung verbunden. Das Gebiet gehörte damals Čeněk Kruschina von Lichtenburg, Herr auf Burg Ronov. Nach dessen Tod fiel Hamry an Markgraf Jobst von Mähren und später an die Jagiellonen, die es an verschiedene Adelsgeschlechter verpfändeten. 1506 überließ König Vladislav II. die Hammerwerke als erbliches Gut an Beneš von Boskowitz und Černahora. Die Boskowitzer schlugen die Anlagen der nahegelegenen Herrschaft Nový hrad zu. Im Dreißigjährigen Krieg eroberten schwedische Truppen 1645 die Burg Nový hrad und brannten sie nieder. Anschließend wurde Staré Hamry der Herrschaft Pozořice angeschlossen. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurden die Hammerwerke wiederaufgebaut und ein zweiter, mit Holzkohle betriebener Hochofen errichtet. 1679 wird der Name Adamov erstmals erwähnt. Die Siedlung wurde nach Fürst Johann Adam I. Andreas von Liechtenstein, dem Sohn des damaligen Grundherrn, benannt. Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts weitete sich die Produktion der Eisenhütten aus. Mit dem Bau der Bahnstrecke Brno–Česká Třebová erhielt der Ort einen Eisenbahnanschluss, wodurch die industrielle Entwicklung gefördert wurde. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts blieb Adamov der Herrschaft Pozořice untertänig.
Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften bildete Adamov/Adamsthal ab 1850 eine politische Gemeinde in der Bezirkshauptmannschaft Brünn. Zwischen 1855 und 1857 ließ Fürst Alois II. von Liechtenstein die Pfarrkirche St. Barbara, das Pfarrhaus, ein Schulgebäude und den Friedhof im neugotischen Stil errichten. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vollzog sich in Adamov der Übergang von der traditionellen Eisenverarbeitung zur maschinenbaulichen Produktion. Ab 1880 verpachtete Fürst Johann II. von Liechtenstein die Maschinenfabrik an die Firma Märky, Bromovsky & Schulz, die den Betrieb später übernahm. In den Jahren 1888 bis 1889 entstand hier der sogenannte Zweite Marcus-Wagen, eines der ältesten im Originalzustand erhaltenen Automobile. Nach der Gründung der Tschechoslowakei 1918 übernahmen die Škoda-Werke in Pilsen Teile der Industriebetriebe. 1921 wurde Adamov Teil des Okres Brno-venkov. In den 1930er Jahren und während des Zweiten Weltkriegs entwickelte sich in Adamov eine Rüstungsindustrie. 1945 wurde das örtliche Škoda-Werk verstaatlicht und 1952 in Adamovské strojírny (Adast) umbenannt. 1950 wurde Adamov dem Okres Blansko zugeordnet und am 1. Juli 1964 zur Stadt erhoben. Nach 1990 wurden viele staatliche Betriebe aufgelöst oder verkleinert.
Stadtgliederung
Für die Stadt Adamov sind keine Ortsteile ausgewiesen. Adamov besteht aus den Siedlungen Adamov I-Horka, Adamov II-Kolonie, Adamov III-Ptačina, Josefov und Huť Františka. Grundsiedlungseinheiten sind Adamov-střed, K Útěchovu, Kolonie, Průmyslový obvod und Ptačí svatyně.<ref>https://www.uir.cz/zsj-obec/581291/Obec-Adamov</ref>
Bevölkerungsentwicklung
| Jahr | 1869 | 1880 | 1890 | 1900 | 1910 | 1921 | 1930 | 1950 | 1961 | 1970 | 1980 | 1991 | 2001 | 2011 | 2021 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 902 | 953 | 728 | 792 | 816 | 998 | 1148 | 2090 | 3139 | 3787 | 5088 | 5089 | 4970 | 4591 | 4446<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Zensus 2021, Český statistický úřad, abgerufen am 5. Juli 2025 (tschechisch)</ref> |
Sehenswürdigkeiten
- Pfarrkirche St. Barbara mit dem Nationalen Kulturdenkmal Zwettler Altar (1516–1525)
- Eisenhütte Stará huť im Josefovské údolí, Außenstelle des Technischen Museums in Brünn
- Höhle Býčí skála in Moravský kras mit Funden aus der Bronzezeit
- Burgruine Nový hrad
- Ruine der Burg Ronov
- Aussichtsturm Alexandrovka
- Naturreservate Josefovské údolí, Jelení skok, Dřínová, Coufavá
Persönlichkeiten
- Jan Fibich (* 1819; † 1882 in Adamov), Vater des Komponisten Zdeněk Fibich
- Anna Hubnerová (1860–1891), Schauspielerin in Brünn
- Johann Victor Krämer (1861–1949), Maler
- Antonín Schumann (1868–1936), Maler
- Robert Schoeller (* 1873 in Adamov; † 1950 in Wien), Großindustrieller in der Zuckerindustrie
- František Xaver Naske (1884–1959), Maler und Grafiker
- Josef Štěpán Maleček (* 1890 in Adamov; † 1983 in Prag), Maler
- František Pokorný (* 1902 in Adamov; † 1972 in Babice nad Svitavou), Künstler
- Zdeněk Kroupa (* 1922 in Adamov; † 1999), Opernsänger
Weblinks
- Homepage (CZ)
- Der Zwettleraltar in der Hl. Barbara Kirche
- Vorlage:Webarchiv auf ABSOLUT-MECKLENBURG.DE
- Vorlage:Webarchiv (englisch)
- Vorlage:Webarchiv
Einzelnachweise
<references />
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