Zum Inhalt springen

Aberrantes Verhalten

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Aberrantes Verhalten ist in der Soziologie (insbesondere der Kriminalsoziologie) eine Teilklasse abweichendes Verhalten, bei dem die Rechtmäßigkeit und Geltung der verletzten Norm nicht bestritten wird.<ref>Günter Wiswede: Sozialpsychologie-Lexikon. Oldenbourg, München/Wien 2004, ISBN 3-486-27514-3, S. 1.</ref> Aberrantes Verhalten steht damit im Gegensatz zu nonkonformen Verhalten, das die Gültigkeit der verletzten Regel bestreitet.<ref>Siegfried Lamnek: Theorie abweichenden Verhaltens, 7. Auflage, Fink, München 2001, ISBN 3-8252-0740-4, S. 284 und S. 300.</ref>

Die Unterscheidung zwischen den beiden Klassen abweichenden Verhaltens stammt von Robert K. Merton. Danach orientiert sich aberrantes Verhalten an egoistischen, sozial wenig geschätzten Zielen, nonkonformes Verhalten dagegen an nicht-egoistischen, hochgeschätzten Zielen und nicht am persönlichen Gewinn. Aberrant Handelnden werden bei Merton Geheimhaltungs- und Neutralisierungstendenzen zugeschrieben.<ref>Helge Peters, Abweichendes Verhalten. In: Franz Stimmer (Hrsg.), Lexikon der Sozialpädagogik und der Sozialarbeit. 4. Auflage, Oldenbourg, München/Wien 2000, ISBN 3-486-25369-7, S. 2–5, hier. S. 2.</ref> Siegfried Lamnek nennt als Beispiel für einen aberrant Handelnden den Einbrecher, der sich bemüht, seine Tat heimlich auszuführen.<ref>Siegfried Lamnek: Theorie abweichenden Verhaltens, 7. Auflage, Fink, München 2001, S. 284.</ref>

Einzelnachweise

<references/>