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Abílio Araújo

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Abílio Araújo (2022)

Abílio da Conceição Abrantes de Araújo (* 18. Oktober 1949 in Aileu, Portugiesisch-Timor)<ref name="TLEG">Timor-Leste, Eleições Gerais de 2012, abgerufen am 2. September 2012</ref><ref name="DG2025">Joana Silva: Abílio Araújo — O Dato Siri Loe II que fez da liberdade a sua Pátria, Diligente, 11. Oktober 2025, abgerufen am 14. Oktober 2025.</ref> ist ein Politiker aus Osttimor. Er ist Volkswirtschaftler und Musiker.<ref name="Funu">José Ramos-Horta: Funu – Osttimors Freiheitskampf ist nicht vorbei! Ahriman, Freiburg 1997. ISBN 3-89484-556-2</ref>

Werdegang

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Abílio Araújo (1975)

Als Kind arbeitete Araújo auf Feldern und sammelte Brennholz.<ref name="DG2025" /> Ab 1958 besuchte er die Schule in Aileu, später die Jesuitenschule in Dili<ref name="UoNE" /> und trat mit 12 Jahren in das Priesterseminar Nossa Senhora da Fatima ein, schloss aber das fünfte Jahr nicht ab.<ref name="DG2025" /> Stattdessen beendete er seine Ausbildung am Liceu Dr. Francisco Machado ab. Es folgte Militärdienst bei der portugiesischen Armee, bei dem er sich aber weigerte in den Kolonialkrieg in Angola zu gehen. 1969 wurde Araújo zum Administrator des Subdistrikt Hato-Udo ernannt. Am Liceu unterrichtete er auch Musik, bevor Araújo 1971 zum Wirtschaftsstudium am Instituto Superior de Ciências Económicas e Financeiras nach Portugal ging.<ref name="DG2025" /><ref name="UoNE" /> In der Fundação Calouste Gulbenkian spielte er Musik, um sich Geld für die Miete zu verdienen.<ref name="UoNE">Antero Bendito da Silva, Robert Boughton, Rebecca Spence: FRETILIN Popular Education 1973–1978 and its Relevance to Timor-Leste Today, University of New England, 2012, abgerufen am 5. Juni 2019.</ref> Araújo gehörte zu den osttimoresischen Studenten aus dem Casa dos Timores in Lissabon<ref name="Hicks">David Hicks: Rhetoric and the Decolonization and Recolonization of East Timor. Routledge, 2015, eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden..</ref> und war Mitglied des Zentralkomitees der FRETILIN (CCF). Im September 1974 kehrte er nach Timor zurück. Hier erhielt er die Verantwortung für das Pilotprojekt Nr. 1 in Aissirimou, mit dem politische Basisarbeit bei der Bevölkerung geleistet werden sollte.<ref name="UoNE" />

Bei der Ausrufung der Unabhängigkeit Osttimors am 28. November 1975 wurde er zum Minister für Wirtschaft und Soziales ernannt, befand sich aber schon seit Januar wieder in Portugal.<ref>James J. Fox: FRETILIN (Frente Revolucionária do Timor-Leste Independente). In: Southeast Asia. A Historical Encyclopedia, from Angkor Wat to East Timor. S. 522–523, Abc-Clio, 2005, ISBN 1-57607-770-5</ref> Nach Einmarsch der Indonesier wenige Tage später, wurde Araújo, der sich damals in Lissabon befand, zum Chef der FRETILIN-Delegation im Ausland.<ref name="CCDDE"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Fretilin: CONSELHO CENTRAL DA DELEGACAO EXTERNA DA FRETILIN CENTRAL COUNCIL OF FRETILIN EXTERNAL DELEGATION (Memento vom 5. Juli 2011 im Internet Archive) (englisch)</ref> Von 1987 bis 1989 war Araújo Präsident der FRETILIN.<ref name="UoNE" />

Araújo schrieb Foho Ramelau, die Parteihymne der FRETILIN, und das Kampflied Funu nain FALINTIL (deu.: Der edle Krieg der FALINTIL). Araújo bekannte sich zum Marxismus, war aber gleichzeitig ein erfolgreicher Geschäftsmann.<ref name="CCDDE" /> 1992 initiierte er Gespräche mit der indonesischen Regierung, die „London Reconciliation Meeting.“ Am 20. August 1993<ref name="CCDDE" /> wurde Araújo von der FRETILIN seiner Ämter enthoben, da er enge wirtschaftliche Verbindungen zu Siti Hardiyanti ‘Tutut’ Rukmana hatte, der Tochter des indonesischen Diktators Suharto. Araújo verließ die FRETILIN.<ref name="UoNE" /><ref name="Yale">Pat Walsh: East Timor’s political parties and groupings - Briefing Notes, Australian Council for Overseas Aid, April 2001, Yale University, abgerufen am 2. Oktober 2016.</ref><ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.insideindonesia.org (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Juli 2024. Suche im Internet Archive )</ref>

1999 gründete Araújo von Lissabon aus, die Partido Nasionalista Timorense, die sich im Unabhängigkeitsreferendum in Osttimor für eine Autonomielösung innerhalb Indonesiens aussprach. Die Bevölkerung Osttimors sprach sich aber für die Unabhängigkeit aus. Im Nationalen Übergangsrat (National Consultative Council NCC) stand die PNT in Opposition gegen die UNTAET und den timoresischen Dachverband des Widerstands CNRT.<ref name="Yale" /> Im ersten Parlament Osttimors gewann die PNT zwei Sitze, bei den Parlamentswahlen am 30. Juni 2007 scheiterte sie an der 3-%-Hürde. Araújo trat für die PNT bei den Präsidentschaftswahlen 2012 an und erhielt 1,35 % der Stimmen.<ref name="FH"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Forum Haksesuk: Rogério Lobato é candidato a Presidente, 30. November 2011 (Memento vom 1. März 2014 im Internet Archive) (Tetum und Portugiesisch)</ref>

2023 wurde Araújo von Präsident José Ramos-Horta zu einem Mitglied der Staatsrats ernannt.<ref>Tatoli: Horta appoints new members of State Council and Superior Council of Defense and Security, 11. September 2023, abgerufen am 10. Mai 2025.</ref>

Sonstiges

Araújo und seiner PNT werden Verbindungen zur Veteranenorganisation CPD-RDTL nachgesagt, die immer wieder für Unruhe in Osttimor sorgt. So soll er sie auch finanziell unterstützen.<ref name="Yale" /> Araújo selbst bestreitet dies.<ref>PUB: Extracts from an interview with Abílio Araujo, 18. März 2001</ref>

Am 17. Mai 2017 erhielt Araújo den Collar des Ordem de Timor-Leste.<ref>Presidente Taur Matan Ruak: Prezidente Republika kondekora Dr. Abilio de Araújo, 17. Mai 2017, abgerufen am 8. April 2025.</ref>

Im Interview betont er seine Verbindung zur timoresischen Tradition. So sieht er Hochzeiten nicht nur als die Verbindung zwischen einem Paar, sondern zwischen zwei Familien, die mit dem Barlake bekräftigt wird.<ref name="DG2025" />

Araújo lebt in seinem Haus in Tibar. 2002 gründete er die Firma SACOM, die in den Bereichen Energie (SACOM Energia), Telekommunikation (SACOMTEL) und Bau (SACOM Construções) tätig ist und etwa 60 Mitarbeiter beschäftigt.<ref name="DG2025" />

Familie

Araújos Eltern stammten aus Ainaro, Abílio wurde aber in den Bergen von Aileu geboren, wo sein Vater als Katechist arbeitete.<ref name="UoNE" /> Seine Mutter Rufina da Conceição Araújo wurde hundert Jahre alt. Sie stammte von den Herrschern von Soro in Ainaro ab, weswegen Abílio Araújo den Titel des Dato von Siri Loe II trägt und Chef des Clans von Bismau ist. Väterlicherseits war der Großvater der Militärführer von Soro.<ref name="DG2025" />

Araújo hat sieben Geschwister.<ref name="DG2025" /> Der Bruder Afonso Redentor Araújo komponierte die Nationalhymne Osttimors. Er wurde von den Indonesiern 1979 gefangen genommen und hingerichtet. Von 36 Familienmitgliedern starben 30 während der indonesischen Besatzung.<ref name="DG2025" /> Die jüngste Schwester Aliança Conceição de Araújo saß für die PNT im NCC und im Nationalparlament Osttimors.

Die Ehefrau Guilhermina dos Santos de Araújo ist, wie Abílio, Volkswirtschaftlerin.<ref name="Funu" />

Veröffentlichungen

  • Ost-Timor. Die Loricos singen wieder. Von den Unabhängigkeitskriegen zur Revolution des Maubere-Volkes, 1978.
  • FRETILIN Conquers the right to dialogue, 1983.

Siehe auch

Weblinks

Commons: Abílio Araújo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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Abílio Araújo (1975)* | Filomeno Jacob (2000–2001) | Arsénio Paixão Bano (2006–2007)² | Maria Domingas Alves (2007–2012) | Isabel Guterres (2012–2017) | Florentina da Conceição Pereira Martins Smith (2017–2018) | Armanda Berta dos Santos (2018–2023) | Verónica das Dores (seit 2023)

*Minister für Wirtschaft und Soziales, ²Minister für Arbeit und Solidarität

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