7,5-cm-Gebirgs-Kanone M.15
| 7,5-cm-Gebirgs-Kanone M.15 | |
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Datei:HGM 75-mm-Gebirgsgeschütz M1915.jpg | |
| Allgemeine Angaben | |
| Militärische Bezeichnung | 7,5-cm-Gebirgs-Kanone M.15 |
| Entwicklungsjahr | 1897 |
| Produktionszeit | 1897 bis 1918 |
| Waffenkategorie | Gebirgsgeschütz |
| Mannschaft | 6 |
| Technische Daten | |
| Rohrlänge | 1.155 mm |
| Kaliber | 75 mm |
| Höhenrichtbereich | −9° bis +50° Winkelgrad |
| Seitenrichtbereich | 7° |
| Ausstattung | |
| Verschlusstyp | Flachkeilverschluss |
| Ladeprinzip | Manuell |
| Munitionszufuhr | Manuell |
Die 7,5-cm-Gebirgs-Kanone M.15<ref>so die offizielle Bezeichnung (siehe Ortner s. 381)</ref> ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) war eine von Škoda hergestellte Haubitze des Heeres Österreich-Ungarns im Ersten Weltkrieg. Das Geschütz wurde ursprünglich als Gebirgskanone konzipiert und wurde auch als Panzerabwehrkanone eingesetzt.
Geschichte
Von 1899 bis 1915 führte die Österreichisch-Ungarische Artillerie vier verschiedene Modelle von 75-mm-Haubitzen ein. Das letzte Modell war die M.15. Die M.15 war als Antwort auf die Einführung der Canon de 75 mm modèle 1912 Schneider bei der serbischen Armee konzipiert worden. Man hatte festgestellt, dass die alten Geschütze aus Stahlbronze den neuen französischen Konstruktionen unterlegen waren. Während das französische Geschütz bis zu 7,5 km schießen konnte, erreichte die 7-cm-Gebirgskanone M. 75 nur eine Schussweite von drei Kilometern. Auf Druck von Franz Conrad von Hötzendorf wurde die Neukonstruktion der 7,5-cm-Gebirgs-Kanone M.15 forciert. Erik von Merizzi und Oskar Potiorek verzögerten aber die Einführung um mindestens ein Jahr durch Einwendungen und Anforderungen von weiteren Gutachten. Alfred Jansa beschreibt, dass dies bewusst gemacht wurde, da zwischen Potiorek und Conrad ein starker Konkurrenzkampf vorhanden war. Merizzi soll dies gegenüber Jansa zugegeben haben.<ref>Alfred Jansa, Peter Broucek: Feldmarschalleutnant Alfred Jansa ein österreichischer General gegen Hitler : Erinnerungen Böhlau, Wien u. a. 2011, ISBN 978-3-205-78148-6, S. 223</ref> Die Folge dieser Intrige war, dass man beim Serbienfeldzug 1914 mit veralteten Geschützen kämpfen musste und die neuen Geschütze verzögert eingeführt wurden.<ref>Rudolf Jeřábek - Potiorek, General im Schatten von Sarajevo, Styria, Graz/Köln 1991, ISBN 3-222-12067-6, S. 142</ref>
Einsatz
Die 7,5-cm-Gebirgs-Kanone M.15 wurde vorwiegend an der österreichisch-italienischen Alpenfront, zum Beispiel entlang des Flusses Isonzo, eingesetzt. Gegenüber herkömmlichen Feldkanonen hatten Haubitzen den Vorteil, dank ihrer Steilfeuereigenschaften besser geeignet zu sein, Ziele hinter Bergen und an abfallenden Hängen zu erreichen. Die Kanone bewährte sich im Einsatz und war im Hinblick auf ihre ballistischen Eigenschaften im Vergleich mit dem italienischen Pendant, der Cannone da 65/17 modello 13 überlegen.<ref>Cappelano, Filippo (2016). "Italian Artillery during the First World War: Its structural, Organic, Tactical and Material Evolution". In Marble, Sanders (ed.). King of Battle: Artillery in World War I. Vol. 108. Boston, Massachusetts: Brill. pp. 196–220. ISBN 978-90-04-30728-5.</ref>
Auch nach dem Ersten Weltkrieg blieb das Geschütz im Dienst zahlreicher Armeen unter anderem beim Bundesheer, in der königlich ungarischen und der tschechoslowakischen Armee. Es kam noch im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz und wurde bei den italienischen Streitkräften sogar erst Anfang der 1960er Jahre ausgemustert.
1928 brachte Škoda ein verbessertes Nachfolgemodell unter dem Kürzel 75 mm M.28 heraus.
Technik
Die Haubitze war als Gebirgsgeschütz konzipiert und konnte für den Maultiertransport in sechs Teillasten zerlegt werden. Die Rückstoßfederung erfolgte hydropneumatisch. Die Lafette war als Kastenlafette mit einem Erdsporn ausgeführt, der sich beim Abschuss in den Boden grub und zusätzliche Stabilität verlieh. Der Schutzschild war enorm groß und verdeckte sogar die Speichenräder. Die Größe des Schildes erforderte zusätzliche Verstrebungen. Die Rohrführung lag auf einer einachsigen Lafette. Dies verlieh dem Rohr beim Abschuss zusätzliche Stabilität. Sollte das Geschütz zusammengesetzt transportiert werden, so konnten die Holme zusammengeklappt und mit einer Vorrichtung für eine Deichsel ausgerüstet werden. Der untere Teil des Schutzschildes wurde dann hochgeklappt und ermöglichte so eine erhöhte Bodenfreiheit.
Technische Daten
Rohrrücklaufgeschütz mit Flachkeilverschluss in Kastenlafette mit Schutzschild, System Škoda. Der Transport erfolgte in sieben Teillasten durch Tragtiere.
Weblinks
Literatur
- Shelford Bidwell u. a.: Landkrieg im 20. Jahrhundert: Geschichte, Technik, Strategie. Hrsg. von: Ray Bonds, Gondrom Verlag, Bayreuth 1978, ISBN 3-8112-0148-4. (dt. Übersetzung; engl. Originaltitel: The encyclopedia of land warfare in the 20th century)
- Zvonimir Freivogel: The Austro-Hungarian Land Artillery in the First World War. 1. Auflage. Despot infinitus d.o.o., Zagreb 2023, ISBN 978-953-366-130-8, S. 83.
- Ian Hogg: Artillerie des 20. Jahrhunderts. 1. Aufl., Gondrom Verlag, Bindlach 2001, ISBN 3-8112-1878-6. (dt. Übersetzung)
- Jiří Janoušek, Československé dělostřelectvo 1918-1939, Nakl. Corona, Prag, 2007, ISBN 978-80-86116-34-1.
- Alfred Muther: Das Gerät der leichten Artillerie, II. Teil, Infanteriegeschütze, Tankabwehr und Tankbestückung. Bernard & Graefe, Berlin 1932.
- M. Christian Ortner: Die 7,5 cm Gebirgskanone. Das modernste Gebirgsgeschütz der k.u.k. Armee im Ersten Weltkrieg, Edition Winkler-Hermaden, Schleinbach 2019, ISBN 978-3-9504720-0-4
- M. Christian Ortner: Die österreichisch-ungarische Artillerie von 1867 bis 1918, Verlag Militaria, Wien 2007, ISBN 978-3-902526-12-0, S. 381 ff
Einzelnachweise
<references />
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