20–22 Marlborough Place
20–22 Marlborough Place ist ein Bürogebäude in dem Seebadeort Brighton, das zur Stadt Brighton and Hove gehört. Es wurde in den 1930er Jahren für die Citizens’ Permanent Building Society erbaut. Das elegante Gebäude im Stil neo-georgianischer Architekturprämissen<ref name="EncB189">Carder: The Encyclopaedia of Brighton. 1990, § 189.</ref> wird heute von einer in den 1980er Jahren eröffneten Filiale der Allied Irish Bank (GB) genutzt.<ref name="BoB33">Brighton Polytechnic. School of Architecture and Interior Design: A Guide to the Buildings of Brighton. 1987, S. 33.</ref> Das Gebäude wurde von John Leopold Denman, einem „Meister seiner Art in der neo-georgianischen Architektur der Jahrhundertmitte“ entworfen.<ref name="Antram25">Antram, Morrice: Brighton and Hove. 2008, S. 25.</ref> Es kontrastiert trefflich mit seinem zeitgenössischen Nachbargebäude, dem King and Queen Pub. Die Fassade der Bank umfasst eine Reihe von Steinmetzreliefs von Joseph Cribb, die Arbeiter im Baugewerbe zeigen, darunter ist auch eine Figur, die den Architekten Denman selbst darstellt. English Heritage hat das Gebäude wegen seiner architektonischen und historischen Bedeutung im Grade II gelistet.
Geschichte
Brighton entwickelte sich im 18. und 19. Jahrhundert zu einem mondänen Badeort, zu dessen Zentrum unter anderem Old Steine wurde.<ref name="EncB17">Carder: The Encyclopaedia of Brighton. 1990, § 17.</ref> Dabei handelte es sich um das südliche Ende eines weitläufigen Gebietes, das schlecht entwässert war und später als Valley Gardens bekannt wurde. Die erste Wohnbebauung außerhalb der von vier Straßen begrenzten Altsiedlung erfolgte 1771/72, als die North Row an der Westseite des offenen Geländes errichtet wurde.<ref name="EncB189" /><ref name="Antram86">Antram, Morrice: Brighton and Hove. 2008, S. 86.</ref> Dieses wurde 1819 in Marlborough Place umbenannt. Ein altes Gebäude wurde in die Straße eingegliedert. Dabei handelte es sich um ein altes Farmhaus, das eine neue Vorderseite im georgianischen Stil erhielt und zum King and Queen Pub wurde.<ref name="EncB189" />
Die Gaststätte und die meisten der Gebäude nördlich davon bis zur Kreuzung mit der Church Street wurden in den 1930er Jahren neu gebaut.<ref name="EncB189" /> Eines der Grundstücke wurde von der Citizen’s Permanent Building Society als Sitz für ihre Zentrale und als Geschäftsstelle ausgewählt. 1933 beauftragte das Unternehmen den Architekten John Leopold Denman mit den Planungen für das Gebäude.<ref name="Antram87">Antram, Morrice: Brighton and Hove. 2008, S. 87.</ref> Dieser war ein ortsansässiger Architekt, der seit 1909 praktizierte<ref name="Brodie527">Brodie: British Architectural Library. 2001, S. 527.</ref> und in der Gegend von den 1920er Jahren an mehrere Gebäude geplant hatte. Er galt zwar als Experte für die neo-georgianische Architektur, war jedoch auch in der Lage, in anderen Architekturstilen zu gestalten;<ref name="Antram25" /> letztlich entschied er sich für seine Arbeit am Marlborough Place doch für eine neo-georgianische Planung, die einen „strikten Kontrast“ zur eklektischen und prunkhaften nebenan liegenden Gaststätte bildet, die ein Jahr zuvor von Clayton & Black, einem anderen Brightoner Architekturbüro, geplant worden war.<ref name="Antram87" />
Das Gebäude wurde noch im selben Jahr fertiggestellt und von der Wohnungsbaugesellschaft bis in die Nachkriegszeit genutzt. In den 1980er Jahren wurde es von der Allied Irish Bank (GB) übernommen<ref name="EncB189" /><ref name="BoB33" /> und wird noch heute als deren Filiale genutzt.<ref name="AI-Brighton">Branch Locator. Allied Irish Bank (GB), 2011, abgerufen am 30. November 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Das Bürogebäude wurden am 26. August 1999 von English Heritage im Grade II eingestuft.<ref name="NHLE-1381771">20, 21 and 22, Marlborough Place, The City of Brighton and Hove. In: The National Heritage List for England. English Heritage, 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 16. Oktober 2012; abgerufen am 15. März 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In dieser Kategorie werden Gebäude von „speziellem Interesse“ eingestuft, die eine „nationale Bedeutung“ innehaben.<ref name="EH2">Listed Buildings. English Heritage, 2010, abgerufen am 30. November 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Februar 2001 war dieses Gebäude eines von 1124 im Grade II eingestuften Gebäude in Brighton and Hove.<ref name="IoEStats-ESx">Images of England — Statistics by County (East Sussex). In: Images of England. English Heritage, 2007, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 23. Oktober 2012; abgerufen am 30. November 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Das Gebäude steht innerhalb der Valley Gardens Conservation Area,<ref name="VG17">Valley Gardens Conservation Area Character Statement. (PDF; 168 kB) Brighton & Hove City Council (Design & Conservation Department), 13. September 1995, S. 17, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 6. September 2012; abgerufen am 30. November 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> die eine der 34 Conservation Areas in Brighton and Hove ist.<ref name="B&HCA">Conservation Areas in Brighton & Hove. Brighton & Hove City Council (Design & Conservation Department), 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 30. August 2012; abgerufen am 15. März 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Brighton & Hove Council beschreibt das Gebäude als „ausgezeichnetes Einzelgebäude“ innerhalb einer Mischung von Bauwerken aus verschiedenen Zeitaltern, die nicht eine einheitliche Komposition bilden und bemerkte, dass es aufgrund von „verständnisvollen Maßstabs, Wanddicken und Proportionen“ gut zu den älteren, aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammenden Bauten der Nachbarschaft passe.<ref name="VG12">Valley Gardens Conservation Area Character Statement. (PDF; 168 kB) Brighton & Hove City Council (Design & Conservation Department), 13. September 1995, S. 12, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 6. September 2012; abgerufen am 11. August 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Rat stellte fest, dass es eine „starke Wahrscheinlichkeit gegen [seinen] Abriss“ gäbe, falls es jemals vakant fiele, da es im Zusammenhang mit dem Denkmalschutzgebiet wichtig sei.<ref name="VG17" />
Architektur
Denman entwarf das Gebäude „in einem wohlgearteten doch individuellen neo-georgianischen Stil“.<ref name="Antram87" /> Die Wände sind aus roten Backsteinen im Läuferverband, doch ist die Fassade mit Portlandsteinen durchsetzt. Das Dach, in dem Speicherräume untergebracht sind, ist mit S-förmigen Dachpfannen gedeckt.<ref name="NHLE-1381771" /> Die Fassade ist symmetrisch und spannt fünf Joche mit jeweils einem Fenster im ersten und zweiten Stock. Im Erdgeschoss flankieren Eingangstüren in den beiden äußeren Jochen drei große Rundbogenfenster, die jeweils in der in Kalkstein gefassten und leicht vorspringenden Mittelsektion zurückversetzt sind.<ref name="Antram87" /><ref name="NHLE-1381771" /> Die Fenster über den Eingängen sind größer als die dazwischen und verfügen über auf Kragsteinen sitzende Fenstergiebel.<ref name="Antram87" /> Die anderen Fenster sind einfache Aufschiebefenster.<ref name="NHLE-1381771" /> Unterhalb des Dachgeschosses befindet sich ein steinernes Gesims, auf dem eine aus Backsteinen gemauerte Brüstung sitzt, an deren beiden Ende steinerne Schmuckurnen stehen.<ref name="NHLE-1381771" /> Das Mansarddach, in das drei Erkerfenster eingesetzt sind,<ref name="NHLE-1381771" /> verschafft dem Gebäude „einen skandinavischen Hauch“.<ref name="Antram87" /> Eine aufwendig gearbeitete Uhr mit einem dekorativen Gehäuse ragt im ersten Obergeschoss aus der Fassade hervor.<ref name="NHLE-1381771" />
Das Gebäude fällt auf durch eine Reihe von steinernen Reliefs in den Architraven der Rundbogenfenster des Erdgeschosses. Sie bilden das Bauhandwerksgeschäft ab und stellen drei Arbeiter dar, die Bautätigkeiten ausüben.<ref name="Antram87" /><ref name="PSSD-JLD-Allied">Allied Irish Bank Reliefs. In: Public Sculptures of Sussex Database. University of Brighton, abgerufen am 30. November 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Bereich des linken Fensters ist die Darstellung Denmans mit Hut zu sehen, der einen Architekturplan hält und mit einem anderen Mann spricht. Die anderen Reliefs zeigen einen Mann, der Backsteine verlegt, und einen anderen Mann, der ein Holzstück zersägt.<ref name="Antram87" /><ref name="PSSD-JLD-Allied" /> Der ausführende Bildhauer war Joseph Cribb, der lange Jahre mit Denman zusammenarbeitete, etwa bei den Büros der Zeitung Brighton & Hove Herald in den Pavilion Buildings, die nur eine geringe Strecke entfernt liegen.<ref name="BoB33" /><ref name="Antram87" /> Diese Reliefs sind in einem guten Zustand und unterliegen nicht der unmittelbaren Gefahr der Verwitterung.<ref name="PSSD-JLD-Allied" />
Literatur
- Nicholas Antram, Richard Morrice: Brighton and Hove (= Pevsner Architectural Guides). Yale University Press, London 2008, ISBN 978-0-300-12661-7.
- Brighton Polytechnic. School of Architecture and Interior Design (Hrsg.): A Guide to the Buildings of Brighton. McMillan Martin, Macclesfield 1987, ISBN 1-869865-03-0.
- Antonia Brodie: British Architectural Library (Royal Institute of British Architects) Directory of British Architects 1834–1914. Band 1: A–K. Continuum, London 2001, ISBN 0-8264-5513-1 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).
- Timothy Carder: The Encyclopaedia of Brighton. East Sussex County Libraries, Lewes 1990, ISBN 0-86147-315-9.
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
Koordinaten: 50° 49′ 30″ N, 0° 8′ 12,8″ W
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