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Xylidine

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(Weitergeleitet von 2,4-Xylidin)

Die Xylidine (auch Aminoxylole oder Dimethylaniline genannt) sind aromatische Amine mit der allgemeinen Formel C6H3(CH3)2NH2 oder als Summenformel C8H11N, von denen es sechs Konstitutionsisomere gibt. Man kann sie als Amino-Derivate der Xylole auffassen. Sie entstehen u. a. als Nebenprodukte bei der fraktionierten Destillation von Steinkohlenteer.

Struktur und Eigenschaften

Die Xylidine sind normalerweise gelbliche Flüssigkeiten (mit Ausnahme des Feststoffs 3,4-Xylidin) und besitzen einen aminartigen Geruch. Sie verfärben sich bei Lichteinwirkung und Luftkontakt. Sie sind schwer löslich in Wasser, löslich in Ethanol und Ether. Xylidine sind zumeist giftig.

Xylidine
Name 2,3-Xylidin 2,4-Xylidin 2,5-Xylidin 2,6-Xylidin 3,4-Xylidin 3,5-Xylidin
Andere Namen 2,3-Dimethylanilin,
1-Amino-
2,3-dimethylbenzol
2,4-Dimethylanilin,
1-Amino-
2,4-dimethylbenzol
2,5-Dimethylanilin,
1-Amino-
2,5-dimethylbenzol
2,6-Dimethylanilin,
1-Amino-
2,6-dimethylbenzol
3,4-Dimethylanilin,
1-Amino-
3,4-dimethylbenzol
3,5-Dimethylanilin,
1-Amino-
3,5-dimethylbenzol
Strukturformel 2,3-Xylidin 2,4-Xylidin 2,5-Xylidin 2,6-Xylidin 3,4-Xylidin 3,5-Xylidin
CAS-Nummer Vorlage:CASRN Vorlage:CASRN Vorlage:CASRN Vorlage:CASRN Vorlage:CASRN Vorlage:CASRN
Vorlage:CASRN (Isomerengemisch)<ref>Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
PubChem 6893 7250 7259 6896 7248 7949
ECHA-InfoCard Vorlage:ECHA Vorlage:ECHA Vorlage:ECHA
(Vorlage:ECHA)
Vorlage:ECHA Vorlage:ECHA Vorlage:ECHA
Vorlage:ECHA (Isomerengemisch)
Summenformel C8H11N
Molare Masse 121,18 g·mol−1
Aggregatzustand flüssig fest flüssig
Kurzbeschreibung farblose, durch Licht und Luft gelblich bis rötlich braune Flüssigkeiten bzw. Feststoff, mit aminartigem Geruch
Schmelzpunkt 2 °C<ref name="GESTIS23">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref> −16 °C<ref name="GESTIS24">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref> 15,5 °C<ref name="GESTIS25">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref> 11,2 °C<ref name="GESTIS26">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref> 51 °C<ref name="GESTIS34">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref> 9,8 °C<ref name="GESTIS35">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
Siedepunkt 222 °C<ref name="GESTIS23"/> 214 °C<ref name="GESTIS24"/> 218 °C<ref name="GESTIS25"/> 215 °C<ref name="GESTIS26"/> 228 °C<ref name="GESTIS34"/> 220 °C<ref name="GESTIS35"/>
pKs-Wert<ref name="CRC">CRC Handbook of Tables for Organic Compound Identification, Third Edition, 1984, ISBN 0-8493-0303-6.</ref>
(der konjugierten
Säure BH+)
4,70 4,89 4,53 3,95 5,17 4,91
Löslichkeit schwer löslich in Wasser, löslich in Ethanol und Ether
GHS-
Kennzeichnung
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol
Gefahr<ref name="GESTIS23"/><ref name="GESTIS24"/><ref name="GESTIS25"/>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahrensymbol
Achtung<ref name="GESTIS26"/>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol
Gefahr<ref name="GESTIS34"/><ref name="GESTIS35"/>
H- und P-Sätze 301+311+331​‐​373​‐​411 331​‐​311​‐​330​‐​319​‐​373​‐​411 301+311+331​‐​373​‐​411 302+312+332​‐​315​‐​319​‐​335​‐​351​‐​411 301+311+331​‐​373​‐​411 301+311+331​‐​373​‐​411
keine EUH-Sätze keine EUH-Sätze keine EUH-Sätze keine EUH-Sätze keine EUH-Sätze keine EUH-Sätze
273​‐​280​‐​301+310​‐​302+352+312​‐​304+340+311​‐​314 273​‐​280​‐​301+310​‐​302+352​‐​305+351+338​‐​314​‐​361 273​‐​280​‐​301+310+330​‐​302+352+312​‐​304+340+311​‐​314 273​‐​280​‐​301+312​‐​302+352+312​‐​304+340+312​‐​308+313 273​‐​280​‐​301+310+330​‐​302+352+312​‐​304+340+311​‐​314 273​‐​280​‐​301+310​‐​302+352+312​‐​304+340+311​‐​314

Vorkommen

2,3, 2,5-,2,6- und 3,4-Dimethylanilin kommen natürlich in Tabak vor.<ref name="Dr. Duke 2,3" /><ref name="Dr. Duke 2,5" /><ref name="Dr. Duke 2,6" /><ref name="Dr. Duke 3,4" />

Darstellung

Technisch werden Xylidine durch Umsetzung eines Isomerengemisches der Xylole gewonnen. Durch Nitrierung bilden sich daraus die Nitroxylole, aus denen durch Reduktion die Xylidine zugänglich sind. Das Produkt ist dabei ein Isomerengemisch. Zur Trennung dieses Gemisches wird Salzsäure zugesetzt, wobei sich ein Kristallbrei abscheidet, der im Wesentlichen aus dem Hydrochlorid des 2,6-Xylidins besteht.

Verwendung

Im Allgemeinen werden die Xylidine zur Produktion von Farbstoffen, Pestiziden und anderen Chemikalien verwendet. Ferner wird das 2,3-Isomer zur Herstellung von Mefenaminsäure eingesetzt, das 2,6-Isomer zu Anästhetika umgesetzt (z. B. Lidocain) und das 3,4-Isomer zu Vitamin B2. Das technische Xylidin findet fast ausschließlich zur Darstellung von Azofarbstoffen Anwendung, es wurde jedoch auch als Bestandteil des Raketentreibstoffs Tonka verwendet.

Datei:Synthesis of lidocaine.png
Synthese von Lidocain aus 2,6-Xylidin

Weblinks

Commons: Xylidine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Xylidine – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references> <ref name="Dr. Duke 2,3">Vorlage:DrDukesDB</ref> <ref name="Dr. Duke 2,5">Vorlage:DrDukesDB</ref> <ref name="Dr. Duke 2,6">Vorlage:DrDukesDB</ref> <ref name="Dr. Duke 3,4">Vorlage:DrDukesDB</ref> </references>

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