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120-mm-Mörser 2S12 Sani

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:LT 2B11.jpg
Werfer 2B11 des Systems 2S12 Sani in Gefechtslage

2S12 Sani ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist der Name eines Waffensystems, dessen Hauptkomponente ein 120-mm-Granatwerfer ist. Das ab 1979 entwickelte und ab 1981 in der Sowjetunion hergestellte System löste in der Bewaffnung der Sowjetarmee und anderer Armeen die verschiedenen Granatwerfer der Kaliber 120 mm ab. Mit dem System 2S11 Tundscha ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) steht auch eine Variante auf Selbstfahrlafette zur Verfügung.

Der GRAU-Index des Waffensystems ist 2S12, der Entwicklungsname Sani.<ref>Die Waffe wurde in der NVA der DDR als Granatwerfer bezeichnet. Diese Bezeichnung weicht dabei vom heute in der deutschen Bundeswehr gebräuchlichen Bezeichnungsschema ab, wo derartige Waffen als Mörser bezeichnet werden, oder von der Bezeichnung Minenwerfer in der Schweizer Armee.</ref>

Geschichte

Datei:Soviet WWII limber 1.jpg
120-PM-38 von 1938

Historisch leitet sich der 2S12 Sani von dem, im Ersten Weltkrieg eingesetzten, Stokes-Mörser ab. Der in Frankreich weiterentwickelte Mörser Brandt Mle 27/31 wurde bei der Roten Armee als 120-PM-38 lange Zeit weiter genutzt. Beim Unternehmen Barbarossa wurden solche Geräte als Beutewaffe angenommen und als Granatwerfer 42 weiter produziert. Der 120-mm-Granatwerfer M1943 wurde noch umfangreich in den Beständen der Nationalen Volksarmee geführt.

Konstruktion

Datei:2S12 Sani (heavy mortar system).jpg
120-mm-Granatwerfer 2B11
Datei:2S12 on GAZ-86 US Army manual.jpg
Verlastete Waffe auf dem Transportfahrzeug, Darstellung in einer Dienstvorschrift der US Army

Das Waffensystem besteht aus

  • dem 120-mm-Granatwerfer 2B11 ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value))
  • dem Transportfahrzeug 2F510 ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value))

120-mm-Granatwerfer 2B11

Der 120-mm-Granatwerfer 2B11 besteht aus<ref name="M43">Raketen- und Waffentechnischer Dienst im Kdo. MB III, Technikkatalog, 120-mm-Granatwerfer 2B11</ref>

  • dem Rohr mit Bodenstück und Ladesicherung
  • dem Zweibein
  • der Bodenplatte
  • dem Richtaufsatz MPM-44M1
  • dem Kollimator K-1
  • dem Beleuchtungssatz Lutsch PM2M
  • dem Fahrgestell 2L81 ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value))
  • dem Zubehör

Der Granatwerfer besitzt ein glattes Rohr und verschießt flügelstabilisierte Wurfgranaten. Geladen wird der Werfer von vorn über das Rohr. Am Rohr ist vorn eine Ladesicherung angebracht, die ein erneutes Nachladen bei nicht entladenem Werfer verhindert. Eine eingespielte Bedienung ist in der Lage, den Werfer sehr schnell nachzuladen. Unter Gefechtsbedingungen kann jedoch nicht immer zweifelsfrei festgestellt werden, ob die geladene Granate tatsächlich verschossen wurde. Ein erneutes Nachladen bei noch geladenem Werfer führt durch das Ansprechen des Aufschlagzünders der im Rohr befindlichen Granate zur Explosion der Munition. Die Einführung der Ladesicherung stellt daher eine wesentliche Steigerung des Gefechtswertes der Waffe dar. Das Bodenstück schließt das Rohr nach hinten ab und leitet die Rückstoßkräfte in die Bodenplatte ein. Bodenplatte und Zweibein dienen zum Richten des Werfers und nehmen die Rückstoßkräfte auf. Sowohl nach der Seite als auch in der Höhe wird der Werfer über einfache Spindeln gerichtet.

Als Visier wird der Richtaufsatz MPM-44M zusammen mit dem Kollimator K-1<ref>Raketen- und Waffentechnischer Dienst im Kdo. MB III, Technikkatalog, Kollimator K-1</ref> verwendet.<ref name="M43" /> Der Richtaufsatz MPM-44M vergrößert bei einem Gesichtsfeld von 9° 2,5-fach. Er kann mit der Nachtbeleuchtung Lutsch PM2M versehen werden.<ref>Raketen- und Waffentechnischer Dienst im Kdo. MB III, Technikkatalog, Richtaufsatz MPM-44 / MPM-44M</ref>

Das Fahrgestell 2L81 ist ein einachsiges, gefedertes Fahrgestell. Dabei handelte es sich um eine geschweißte Konstruktion aus Stahlrohr. Mit Hilfe des Fahrgestells kann der Werfer als Anhängelast vom Transportfahrzeug gezogen oder über kurze Strecken im Mannschaftszug bewegt werden.

Transportfahrzeug 2F510

Das Transportfahrzeug dient zum Transport des Werfers, der Bedienung, der Munition sowie von Ersatzteilen, Werkzeug und Zubehör. Zum Transport über längere Strecken wird der Werfer auf der Ladefläche des Fahrzeuges verlastet. Der Kampfsatz von insgesamt 48 Wurfgranaten wird in 24 Munitionskisten ebenfalls auf der Ladefläche mitgeführt. Als Basis des Transportfahrzeuges dient ein geländegängiger Lkw GAZ-66.

Munition

Die für 120-mm-Granatwerfer entwickelte Munition wurde weiter genutzt. Zum Einsatz kamen flügelstabilisierte Wurfgranaten mit Splittergefechtskopf. Bei einem Gesamtgewicht des Geschosses von 15,9 kg entfielen auf die Sprengladung 1,59 kg.<ref>Raketen- und Waffentechnischer Dienst im Kdo. MB III, Munition für 120-mm-Granatwerfer</ref> Weiterhin stehen Nebelgranaten zur Verfügung. Gelenkte Wurfgranaten wie die KM-8 Gran ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) können mit dem Werfer ebenfalls verschossen werden.

Versionen

Datei:Bulgarian mt-lb.jpg
Bulgarische SMM 74 B1.10 Tundscha-Sani

Der Werfer wurde unter gleicher Bezeichnung in der Volksrepublik Bulgarien in Lizenz hergestellt.

  • 2B11M: Die Version 2B11M ist zum Verschuss lasergelenkter Wurfgranaten KM-8 Gran geeignet.
  • 2S12A: In der Version 2S12A ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) kommt ein auf dem Lkw Ural-4320 aufgebautes Transportfahrzeug zum Einsatz.
  • 2S11 Tundscha: In der Version 2S11 Tundscha ist der Werfer in eine auf Basis des MT-LB aufgebaute Selbstfahrlafette eingerüstet. Das Transportfahrzeug entfällt.
  • SMM 74 B1.10 Tundscha-Sani: Bei der SMM 74 B1.10 handelt es sich um die bulgarische Version der 2S11 Tundscha.
  • SM120: Bei der SM120 handelt es sich um die belorussische Version der 2S11 Tundscha. Als Basisfahrzeug wird hier jedoch ein MT-LBu genutzt.
  • Aybat: Bei der Aybat handelt es sich um die kasachische Version der 2S11 Tundscha. Auch hier dient ein MT-LBu als Basisfahrzeug.

Technische Daten

Datei:2S12A - Masters of artillery fire - 2017.jpg
2S12A der Russischen Armee
Datei:2S12A - Masters of artillery fire - 2017-03.jpg
Russische Heereseinheit während einer Übung mit dem 2S12.
120-mm-Granatwerfer 2B11
Allgemeine Eigenschaften
Klassifikation Granatwerfer
Chefkonstrukteur ZNII Burewestnik ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value))
Bezeichnung des Herstellers
Hersteller Motowilichinskije sawody, Perm ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value))
Länge mit Protze
Breite
Höhe
Gewicht in Feuerstellung 210 kg<ref name="M43" />
Gewicht in Marschlage 297 kg<ref name="Kopenhagen" />
Mannschaft 1/4<ref name="Kopenhagen" />
Baujahre 1981 –
Stückzahl mehr als 1.400
Rohr
Kaliber 120 mm<ref name="M43" />
Rohrlänge
Höhe der Schusslinie
Feuerdaten
Höhenrichtbereich +45° bis +80°<ref name="Kopenhagen" />
Seitenrichtbereich ±5°<ref name="Kopenhagen" />
Reichweite, maximal 7.100 m<ref name="M43" />
Reichweite, minimal 460 m<ref name="M43" />
Mündungsgeschwindigkeit 325 m/s<ref name="Kopenhagen" />
Feuerrate 12 Schuss/min<ref name="M43" />

Einsatz

Datei:Robur LO 2002 A (2).JPG
Bei der NVA eingesetztes Transportfahrzeug LO 2002 A, hier mit dem abzulösenden 120-mm-Granatwerfer M1943

Sowjetunion

Das System löste in der Sowjetarmee die vorhandenen 120-mm-Granatwerfer ab. Mit der Auflösung der Sowjetunion gingen die Waffen an die Nachfolgestaaten über, wo sie heute teilweise noch in der Bewaffnung der jeweiligen Streitkräfte vorhanden sind.

NVA

Die NVA beschaffte den Werfer 2B11 ab 1985. Mit ihm sollten die vorhandenen 120-mm-Granatwerfer M1943, aber auch die zahlreichen noch als Ersatzbewaffnung genutzten 82-mm-Granatwerfer Modell 37/41 in den Granatwerferbatterien der motorisierten Schützenregimenter abgelöst werden. Dieser Prozess konnte bis zur Auflösung der NVA jedoch nicht abgeschlossen werden. Insgesamt wurden nur 75 Werfer beschafft.<ref name="Kopenhagen">Wilfried Kopenhagen: Die Landstreitkräfte der NVA. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2003, ISBN 3-613-02297-4, S. 51–52.</ref>

Auf die Beschaffung des Transportfahrzeuges 2F510 verzichtete die NVA. Stattdessen wurden als Zugmittel Lkw LO 2002 A genutzt.<ref name="Kopenhagen" />

Aktuelle Nutzerstaaten

Siehe auch

Commons: 120-mm-Mörser 2S12 Sani – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Wilfried Kopenhagen: Die Landstreitkräfte der NVA. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2003, ISBN 3-613-02297-4.

Einzelnachweise und Anmerkungen

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Artillerie der Sowjetunion und Russlands nach 1945