Zum Inhalt springen

1-Chlor-1,1-difluorethan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Strukturformel
Struktur von 1-Chlor-1,1-difluorethan
Allgemeines
Name 1-Chlor-1,1-difluorethan
Andere Namen
Summenformel C2H3ClF2
Kurzbeschreibung

farbloses Gas mit schwachem Geruch<ref name="GESTIS" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 200-891-8
ECHA-InfoCard 100.000.811
PubChem 6388
ChemSpider 6148
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 100,50 g·mol−1
Aggregatzustand

gasförmig

Dichte

4,72 kg·m−3<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Schmelzpunkt

−130,8 °C<ref name="GESTIS" />

Siedepunkt

−9,6 °C<ref name="GESTIS" />

Dampfdruck

0,29 MPa (20 °C)<ref name="GESTIS" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 220​‐​280​‐​420
P: 210​‐​377​‐​381​‐​403<ref name="GESTIS" />
MAK
Toxikologische Daten
  • 1758 g·m−3/ 2 h (LD50Mausinh.)<ref name="toxparam">Toxicometric Parameters of Industrial Toxic Chemicals Under Single Exposure. Izmerov, N.F. et al., Moscow, Centre of International Projects, GKNT, Pg. 53, 1982.</ref>
  • 2050 g·m−3·4 h (LC50Ratteinh.)<ref name="toxparam" />
Treibhauspotential

2345 (bezogen auf 100 Jahre)<ref>G. Myhre, D. Shindell et al.: Climate Change 2013: The Physical Science Basis. Working Group I contribution to the IPCC Fifth Assessment Report. Hrsg.: Intergovernmental Panel on Climate Change. 2013, Chapter 8: Anthropogenic and Natural Radiative Forcing, S. 24–39; Table 8.SM.16 (ipcc.ch [PDF; 15,5 MB]).</ref>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

1-Chlor-1,1-difluorethan ist eine in der Natur nicht vorkommende chemische Verbindung, ein farbloses, leicht etherisch riechendes Gas, das schwerer als Luft ist. Es gehört zu den teilhalogenierten Fluorchlorkohlenwasserstoffen, schädigt die Ozonschicht und ist ein Treibhausgas.

Gewinnung

Chlordifluorethan wird technisch durch Umsetzung von Vinylidenchlorid mit Fluorwasserstoff<ref>Patent US5159126A: Process for the manufacture of 1-chloro-1,1-difluoroethane. Angemeldet am 4. Dezember 1990, veröffentlicht am 27. Oktober 1992, Anmelder: Solvay, Erfinder: Rene Walraevns et al.</ref> oder durch Fluorierung von 1,1,1-Trichlorethan<ref>Patent US4996378A: Process for production of 1,1-dichloro-1-fluoroethane and/or 1-chloro-1,1-difluoroethane. Angemeldet am 13. Juli 1989, veröffentlicht am 26. Februar 1991, Anmelder: Atochem North America, Erfinder: Danny W. Wright, Barry L. Wagner.</ref> hergestellt.

Eigenschaften und Toxikologie

Das Gas ist hochentzündlich und bildet mit Luft explosive Gemische. Es ist auch dadurch gefährlich, dass es sich in geschlossenen Räumen unbemerkt ansammeln kann. Bei einer Laborstudie mit Ratten konnten keine toxischen Wirkungen der Substanz nachgewiesen werden<ref>JA Seckar et al.: Toxicological evaluation of hydrochlorofluorocarbon 142b. Food Chem Toxicol. 24/3/1986 S. 237–40. PMID 3957176</ref>; bei einer Studie mit Mäusen und Ratten traten toxische Effekte erst bei extrem hohen Dosen (Inhalation von 1,7 bzw. 2 kg pro m³ innerhalb von 2 bzw. 4 Stunden) auf.<ref name="toxparam" />

Verwendung

Chlordifluorethan wird als Kältemittel verwendet und kann weltweit aufgrund dieser Verwendung in geringen Mengen in der Luft nachgewiesen werden. Es ist außerdem Ausgangsstoff für die Herstellung von Vinylidenfluorid und damit für den Kunststoff Polyvinylidenfluorid. Zudem kann Chlordifluorethan das die Ozonschicht weitaus stärker schädigende Trichlorfluormethan als Treibmittel zur Herstellung von Schaumstoff ersetzen.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />