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(748) Simeïsa

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Asteroid
(748) Simeïsa
000748-asteroid shape model (748) Simeïsa.png
Berechnetes 3D-Modell von (748) Simeïsa
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Eigenschaften des Orbits Vorlage:Infobox Asteroid/Database
Epoche: Vorlage:JD (JD 2.461.000,5)
Orbittyp Hauptgürtelasteroid
Asteroidenfamilie
Große Halbachse 3.95222 AE
Exzentrizität 0.189676
Perihel – Aphel Vorlage:Str round AE – Vorlage:Str round AE
Perihel – Aphel  AE –  AE
Neigung der Bahnebene 2.25906 °
Länge des aufsteigenden Knotens Vorlage:Str round°
Argument der Periapsis Vorlage:Str round°
Zeitpunkt des Periheldurchgangs Vorlage:Infobox Asteroid/GetDate
Siderische Umlaufperiode Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Infobox Asteroid“ ist nicht vorhanden.
Siderische Umlaufzeit {{{Umlaufdauer}}}
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit {{{Umlaufgeschwindigkeit}}} km/s
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit Vorlage:Str round km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 103,7 km ± 1,1 km
Abmessungen
Masse Vorlage:Infobox Asteroid/Wartung/Masse kg
Albedo 0,04
Mittlere Dichte g/cm³
Rotationsperiode Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Infobox Asteroid“ ist nicht vorhanden.
Absolute Helligkeit Vorlage:Str round mag
Spektralklasse {{{Spektralklasse}}}
Spektralklasse
(nach Tholen)
P
Spektralklasse
(nach SMASSII)
Geschichte
Entdecker G. N. Neuimin
Datum der Entdeckung Vorlage:Infobox Asteroid/GetDate
Andere Bezeichnung 1913 EL, 1925 QG, 1936 BG, 1941 SU, 1942 XU, 1944 DC, 1951 CX, 1957 UL1, 1963 MC
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom Vorlage:Infobox Asteroid/Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.

Vorlage:Infobox Asteroid/Kategorien

(748) Simeïsa ist ein Asteroid jenseits des äußeren Hauptgürtels, der am 14. März 1913 vom russischen Astronomen Grigori Nikolajewitsch Neuimin am Krim-Observatorium in Simejis bei einer Helligkeit von 13,0 mag entdeckt wurde. Es war seine erste von insgesamt 74 Asteroidenentdeckungen.

Der Asteroid ist benannt nach der Sternwarte und der Stadt Simejis auf der Krim, wo er entdeckt wurde. Es ist der erste in Russland entdeckte Kleinplanet.

(748) Simeïsa wird zwar zu den Hauptgürtelasteroiden gezählt, bewegt sich aber weit außerhalb der Hecuba-Lücke und ist ein Mitglied der Hilda-Gruppe. Diese bewegt sich in einer 3:2-Bahnresonanz mit dem Planeten Jupiter um die Sonne.<ref>C. E. Spratt: The Hilda group of minor planets. In: Journal of the Royal Astronomical Society of Canada. Band 83, 1989, S. 393–404, bibcode:1989JRASC..83..393S (PDF; 173 kB).</ref> Obwohl der gegenseitige Bahnabstand (Minimum orbit intersection distance, MOID) von Jupiter und (748) Simeïsa mit einer Periodizität von etwa 1400 Jahren zwischen etwa 0,53 und 0,67 AE schwankte, sind sich die beiden Himmelskörper durch die Bahnresonanz in den vergangenen 10.000 Jahren nie näher gekommen als bis auf etwa 1,79 AE (268 Mio. km).<ref>A. Vitagliano: SOLEX 12.1. Abgerufen am 9. Juli 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Wissenschaftliche Auswertung

Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 erstmals Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (748) Simeïsa, für die damals Werte von 103,0 km bzw. 0,04 erhalten wurden.<ref>E. F. Tedesco, P. V. Noah, M. Noah, S. D. Price: The Supplemental IRAS Minor Planet Survey. In: The Astronomical Journal. Band 123, Nr. 2, 2002, S. 1056–1085, doi:10.1086/338320 (PDF; 398 kB).</ref> Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot speziell für Mitglieder der Hilda-Gruppe führte 2012 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 103,7 km bzw. 0,04.<ref>T. Grav, A. K. Mainzer, J. Bauer, J. Masiero, T. Spahr, R. S. McMillan, R. Walker, R. Cutri, E. Wright, P. R. Eisenhardt, E. Blauvelt, E. DeBaun, D. Elsbury, T. Gautier IV, S. Gomillion, E. Hand, A. Wilkins: WISE/NEOWISE Observations of the Hilda Population: Preliminary Results. In: The Astrophysical Journal. Band 744, Nr. 2, 2012, S. 1–15, doi:10.1088/0004-637X/744/2/197 (PDF; 3,45 MB).</ref> Nach der Reaktivierung von NEOWISE im Jahr 2013 und Registrierung neuer Daten wurden die Werte 2015 mit 109,1 km bzw. 0,05 angegeben, diese Angaben beinhalten aber hohe Unsicherheiten.<ref>C. R. Nugent, A. Mainzer, J. Masiero, J. Bauer, R. M. Cutri, T. Grav, E. Kramer, S. Sonnett, R. Stevenson, E. L. Wright: NEOWISE Reactivation Mission Year One: Preliminary Asteroid Diameters and Albedos. In: The Astrophysical Journal. Band 814, Nr. 2, 2015, S. 1–13, doi:10.1088/0004-637X/814/2/117 (PDF; 1,07 MB).</ref>

Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt vom 31. August bis 2. September 1995 am La-Silla-Observatorium in Chile. Aus der während drei Nächten aufgezeichneten lückenhaften Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von 11,88 h bestimmt.<ref>M. Dahlgren, J. F. Lahulla, C.-I. Lagerkvist, J. Lagerros, S. Mottola, A. Erikson, M. Gonano-Beurer, M. Di Martino: A Study of Hilda Asteroids. V. Lightcurves of 47 Hilda Asteroids. In: Icarus. Band 133, Nr. 2, 1998, S. 247–285, doi:10.1006/icar.1998.5919.</ref> Weitere Beobachtungen erfolgten vom 30. Oktober bis 12. November 2020 während neun Nächten am Center for Solar System Studies (CS3) in Colorado und Kalifornien. Möglicherweise durch einen ungeklärten Messfehler wurde hier jedoch eine Lichtkurve aufgezeichnet, die sich nur zu einer doppelt so langen Rotationsperiode von 23,633 h auswerten ließ.<ref>B. D. Warner, R. D. Stephens: Lightcurve Analysis of Hilda Asteroids at the Center for Solar System Studies: 2020 October–December. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 48, Nr. 2, 2021, S. 164–165, bibcode:2021MPBu...48..164W (PDF; 878 kB).</ref>

Bei Asteroiden mit Rotationsperioden von ungefähr einem halb- oder ganzzahligen Erdtag kann an einem Observatorium oft nur eine unvollständige Lichtkurve aufgenommen werden, da in jeder Nacht immer wieder derselbe Teilabschnitt der Lichtkurve erfasst wird. Daher wurden in einer koordinierten Zusammenarbeit zwischen dem Organ Mesa Observatory in New Mexico, dem Balzaretto Observatory und dem Astronomischen Observatorium der Universität Siena in Italien sowie dem Blue Mountains Observatory in Australien vom 20. Oktober 2020 bis 4. Januar 2021 während 14 Nächten Daten aufgezeichnet, um eine möglichst vollständige Lichtkurve zu erhalten. Die registrierte lückenlose Lichtkurve ließ gleichermaßen auf eine Rotationsperiode von 11,903 als auch 23,799 h schließen, wovon die kürzere Periode bevorzugt wurde. Die Situation erschien aber zunächst uneindeutig und es wurden weitere Beobachtungen als notwendig erachtet.<ref>F. Pilcher, L. Franco, A. Marchini, J. Oey: 357 Ninina and 748 Simeisa – Two Asteroids with Earth Commensurate Rotation Periods. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 48, Nr. 3, 2021, S. 233–235, bibcode:2021MPBu...48..233P (PDF; 937 kB).</ref>

Durch neue Messungen bei der nächsten Opposition des Asteroiden vom 27. Dezember 2021 bis 10. Februar 2022 während zwölf Nächten an den gleichen Observatorien wie im Vorjahr konnte dann eine sichere Bestimmung der Rotationsperiode zu 11,905 h erfolgen und die doppelte Periode ausgeschlossen werden.<ref>F. Pilcher, L. Franco, A. Marchini, R. Papini, J. Oey: 748 Simeisa – An Asteroid With An Earth-Commensurate Rotation Period Is Solved. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 49, Nr. 3, 2022, S. 164–165, bibcode:2022MPBu...49..164P (PDF; 665 kB).</ref> Dieses Ergebnis wurde auch noch einmal durch im gleichen Zeitraum stattfindende Beobachtungen vom 9. Januar bis 1. Februar 2022 im Rahmen einer Zusammenarbeit von sechs Observatorien der Grupo de Observadores de Rotaciones de Asteroides (GORA) in Argentinien, Spanien und Italien mit einer abgeleiteten Periode von 11,90 h bestätigt.<ref>M. Colazo, D. Scotta, B. Monteleone, M. Morales, G. Ciancia, A. García, R. Melia, N. Suárez, A. Wilberger, C. Fornari, R. Nolte, E. Bellocchio, A. Mottino, C. Colazo: Asteroid Photometry and Lightcurve Analysis for Six Asteroids. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 49, Nr. 4, 2022, S. 304–306, bibcode:2022MPBu...49..304C (PDF; 381 kB).</ref>

Siehe auch

Weblinks

Commons: (748) Simeïsa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />