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(674) Rachele

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Asteroid
(674) Rachele
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Eigenschaften des Orbits Vorlage:Infobox Asteroid/Database
Epoche: Vorlage:JD (JD 2.461.000,5)
Orbittyp Äußerer Hauptgürtel
Asteroidenfamilie Vorlage:Infobox Asteroid/Familie
Große Halbachse 2.92410 AE
Exzentrizität 0.193068
Perihel – Aphel Vorlage:Str round AE – Vorlage:Str round AE
Perihel – Aphel  AE –  AE
Neigung der Bahnebene 13.51318 °
Länge des aufsteigenden Knotens Vorlage:Str round°
Argument der Periapsis Vorlage:Str round°
Zeitpunkt des Periheldurchgangs Vorlage:Infobox Asteroid/GetDate
Siderische Umlaufperiode Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Infobox Asteroid“ ist nicht vorhanden.
Siderische Umlaufzeit {{{Umlaufdauer}}}
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit {{{Umlaufgeschwindigkeit}}} km/s
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit Vorlage:Str round km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 96,2 km ± 2,7 km
Abmessungen
Masse Vorlage:Infobox Asteroid/Wartung/Masse kg
Albedo 0,21
Mittlere Dichte g/cm³
Rotationsperiode Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Infobox Asteroid“ ist nicht vorhanden.
Absolute Helligkeit Vorlage:Str round mag
Spektralklasse {{{Spektralklasse}}}
Spektralklasse
(nach Tholen)
S
Spektralklasse
(nach SMASSII)
S
Geschichte
Entdecker Karl Wilhelm Lorenz
Datum der Entdeckung Vorlage:Infobox Asteroid/GetDateVorlage:Infobox Astronomie/Entdeckungskategorie
Andere Bezeichnung 1901 KA, 1908 UK, 1924 DA
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom Vorlage:Infobox Asteroid/Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.

Vorlage:Infobox Asteroid/Kategorien

(674) Rachele ist ein Asteroid des äußeren Hauptgürtels, der am 28. Oktober 1908 vom deutschen Astronomen Karl Wilhelm Lorenz an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg bei einer Helligkeit von 10,0 mag entdeckt wurde. Nachträglich konnte festgestellt werden, dass der Asteroid bereits am 24. Mai 1901 am gleichen Ort fotografiert worden war.

Der Asteroid ist benannt zu Ehren der Ehefrau des italienischen Astronomen Emilio Bianchi (1875–1941), der am Collegio Romano in Rom die Umlaufbahn berechnet hatte. Die Benennung erfolgte mit Erlaubnis des Entdeckers durch Bianchi.<ref>E. Bianchi: Osservazioni ed orbita del pianeta 1908 EP (Rachele). In: Astronomische Nachrichten. Band 181, Nr. 4338, 1909, Sp. 289–292, doi:10.1002/asna.19091811803 (PDF; 168 kB).</ref>

Wissenschaftliche Auswertung

Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 erstmals Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (674) Rachele, für die damals Werte von 97,4 km bzw. 0,20 erhalten wurden.<ref>E. F. Tedesco, P. V. Noah, M. Noah, S. D. Price: The Supplemental IRAS Minor Planet Survey. In: The Astronomical Journal. Band 123, Nr. 2, 2002, S. 1056–1085, doi:10.1086/338320 (PDF; 398 kB).</ref> Zwei Aufnahmen vom 10. September und 22. November 1993 mit dem Hubble-Weltraumteleskop (HST) führten zur Ableitung eines mittleren Durchmessers von 100 km für den Asteroiden, es konnte dabei kein Begleiter gefunden werden.<ref>A. Storrs, B. Weiss, B. Zellner, W. Burleson, R. Sichitiu, E. Wells, C. Kowal, D. Tholen: Imaging Observations of Asteroids with Hubble Space Telescope. In: Icarus. Band 137, Nr. 2, 1999, S. 260–268, doi:10.1006/icar.1999.6047 (PDF; 522 kB).</ref> Mit hochaufgelösten Aufnahmen mit dem Adaptive Optics (AO)-System am Teleskop II des Keck-Observatoriums auf Hawaiʻi im Infraroten vom 7. Dezember 2003 konnte ein elliptischer Querschnitt von etwa (93 × 86) bzw. (89 × 86) km, entsprechend einem mittleren Durchmesser von 89 km beobachtet werden.<ref>F. Marchis, M. Kaasalainen, E. F. Y. Hom, J. Berthier, J. Enriquez, D. Hestroffer, D. Le Mignant, I. de Pater: Shape, size and multiplicity of main-belt asteroids I. Keck Adaptive Optics survey. In: Icarus. Band 185, Nr. 1, 2006, S. 39–63, doi:10.1016/j.icarus.2006.06.001 (Manuskript: PDF; 3,92 MB).</ref> Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 96,0 km bzw. 0,21.<ref>J. R. Masiero, A. K. Mainzer, T. Grav, J. M. Bauer, R. M. Cutri, J. Dailey, P. R. M. Eisenhardt, R. S. McMillan, T. B. Spahr, M. F. Skrutskie, D. Tholen, R. G. Walker, E. L. Wright, E. DeBaun, D. Elsbury, T. Gautier IV, S. Gomillion, A. Wilkins: Main Belt Asteroids with WISE/NEOWISE. I. Preliminary Albedos and Diameters. In: The Astrophysical Journal. Band 741, Nr. 2, 2011, S. 1–20, doi:10.1088/0004-637X/741/2/68 (PDF; 73,0 MB).</ref> Ein Vergleich von Daten, die von 1978 bis 2011 an der Sternwarte Ondřejov in Tschechien und am Table Mountain Observatory in Kalifornien gesammelt wurden, mit den Daten von NEOWISE ergab 2012 Werte für den Durchmesser und die Albedo von 96,4 km bzw. 0,20.<ref>P. Pravec, A. W. Harris, P. Kušnirák, A. Galád, K. Hornoch: Absolute magnitudes of asteroids and a revision of asteroid albedo estimates from WISE thermal observations. In: Icarus. Band 221, Nr. 1, 2012, S. 365–387, doi:10.1016/j.icarus.2012.07.026 (PDF; 1,44 MB).</ref> Nach neuen Messungen mit NEOWISE wurden die Werte 2014 auf 96,2 km bzw. 0,21 korrigiert.<ref>J. R. Masiero, T. Grav, A. K. Mainzer, C. R. Nugent, J. M. Bauer, R. Stevenson, S. Sonnett: Main Belt Asteroids with WISE/NEOWISE. Near-infrared Albedos. In: The Astrophysical Journal. Band 791, Nr. 2, 2014, S. 1–11, doi:10.1088/0004-637X/791/2/121 (PDF; 1,10 MB).</ref>

Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt am 5. und 8. Oktober 1978 am Osservatorio Astronomico di Torino in Italien. Die registrierten Daten konnten nicht weiter ausgewertet werden, es wurde aber eine „lange Periode“ angenommen.<ref>V. Zappalà, F. Scaltriti, M. Di Martino: Photoelectric photometry of 21 asteroids. In: Icarus. Band 56, Nr. 2, 1983, S. 325–344, doi:10.1016/0019-1035(83)90042-8.</ref> Auch bei kurz darauf stattfindenden Beobachtungen vom 23. Oktober bis 8. November 1978 am Table Mountain Observatory in Kalifornien konnte aus den während drei Nächten aufgezeichneten Lichtkurven keine Rotationsperiode abgeleitet werden, es wurden dafür >30 h angenommen.<ref>A. W. Harris, J. W. Young: Asteroid rotation III. 1978 Observations. In: Icarus. Band 43, Nr. 1, 1980, S. 20–32, doi:10.1016/0019-1035(80)90084-6.</ref>

Aus weiteren Beobachtungen vom 13. März bis 20. April 1980 während fünf Nächten am Table Mountain Observatory wurde dann als bestes Ergebnis ein Wert von 30,92 h abgeleitet,<ref>A. W. Harris, J. W. Young: Asteroid lightcurve observations from 1979–1981. In: Icarus. Band 81, Nr. 2, 1989, S. 314–364, doi:10.1016/0019-1035(89)90056-0.</ref> während noch ausführlichere Messungen vom 30. Mai bis 9. Juli 1981 während zwölf Nächten am gleichen Ort immer noch keine eindeutige und genaue Bestimmung einer Rotationsperiode gestatteten, es wurde nun ein ungefährer Wert von 30,94 h angenommen.<ref>A. W. Harris, J. W. Young, T. Dockweiler, J. Gibson, M. Poutanen, E. Bowell: Asteroid lightcurve observations from 1981. In: Icarus. Band 95, Nr. 1, 1992, S. 115–147, doi:10.1016/0019-1035(92)90195-D.</ref>

Dagegen erbrachten Beobachtungen vom 18. März bis 1. April 1985 während sechs Nächten am Gila Observatory in Arizona in der Auswertung eine Rotationsperiode von 16,66 h, wobei aber auch die doppelte Periode von 33,32 h nicht ausgeschlossen werden konnte.<ref>K. W. Zeigler, W. D. Florence, E. J. Blanco, J. McGaughey: Photoelectric Photometry of Asteroids 385 Ilmatar and 674 Rachele. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 13, Nr. 3, 1986, S. 25–26, Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:bibcode“ ist nicht vorhanden. (PDF; 133 kB).</ref> Messungen am La-Silla-Observatorium in Chile vom 2. bis 6. September 1992 passten zwar auch zu der vorgeschlagenen Rotationsperiode von 30,9 h, es wurde aber hier eine Periode von 28,2 h bevorzugt.<ref>J. Piironen, C.-I. Lagerkvist, A. Erikson, T. Oja, P. Magnusson, L. Festin, A. Nathues, M. Gaul, F. Velichko: Physical studies of asteroids. XXXII. Rotation periods and UBVRI-colours for selected asteroids. In: Astronomy & Astrophysics Supplement Series. Band 128, Nr. 3, 1998, S. 525–540, doi:10.1051/aas:1998393 (PDF; 934 kB).</ref>

In der Ukraine wurde dann in einer Untersuchung von 2002 mit archivierten Daten aus dem Zeitraum Oktober 1978 bis März 1985 für (674) Rachele eine nahezu in der Ebene der Ekliptik gelegene Rotationsachse und eine Periode von 30,9567 h bestimmt. Es wurden außerdem die Achsenverhältnisse eines dreiachsig-ellipsoidischen Gestaltmodells für den Asteroiden hergeleitet.<ref>N. Tungalag, V. G. Shevchenko, D. F. Lupishko: Rotation parameters and shapes of 15 asteroids. In: Kinematika i Fizika Nebesnykh Tel. Band 18, Nr. 6, 2002, S. 508–516, Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:bibcode“ ist nicht vorhanden. (PDF; 810 kB, russisch).</ref>

Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 wurde in einer Untersuchung von 2020 mit der Methode der konvexen Inversion erstmals ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für eine Rotationsachse mit retrograder Rotation und einer Periode von 30,9753 h berechnet.<ref>J. Ďurech, J. Tonry, N. Erasmus, L. Denneau, A. N. Heinze, H. Flewelling, R. Vančo: Asteroid models reconstructed from ATLAS photometry. In: Astronomy & Astrophysics. Band 643, A59, 2020, S. 1–5, doi:10.1051/0004-6361/202037729 (PDF; 756 kB).</ref> Mit dem Weltraumteleskop Transiting Exoplanet Survey Satellite (TESS) konnten während dessen Durchmusterung des Südhimmels 2018 bis 2019 auch Objekte des Sonnensystems beobachtet werden. Dabei wurden auch die Lichtkurven von fast 10.000 Asteroiden aufgezeichnet. Für (674) Rachele wurde aus Messungen etwa vom 19. Oktober bis 1. November 2018 eine Rotationsperiode von 30,957 h erhalten.<ref>A. Pál, R. Szakáts, Cs. Kiss, A. Bódi, Zs. Bognár, Cs. Kalup, L. L. Kiss, G. Marton, L. Molnár, E. Plachy, K. Sárneczky, Gy. M. Szabó, R. Szabó: Solar System Objects Observed with TESS – First Data Release: Bright Main-belt and Trojan Asteroids from the Southern Survey. In: The Astrophysical Journal Supplement Series. Band 247, Nr. 1, 2020, S. 1–41, doi:10.3847/1538-4365/ab64f0 (PDF; 1,06 MB).</ref>

Zwischen 2012 und 2018 wurden mit der All-Sky Automated Survey for Supernovae (ASAS-SN) auch photometrische Daten von 20.000 Asteroiden aufgezeichnet. Auf mehr als 5000 davon konnte erfolgreich die Methode der konvexen Inversion angewendet werden, darunter auch (674) Rachele, für die in einer Untersuchung von 2021 ein verbessertes dreidimensionales Gestaltmodell für zwei alternative Rotationsachsen mit retrograder Rotation und einer Periode von 30,976 h berechnet wurde.<ref>J. Hanuš, O. Pejcha, B. J. Shappee, C. S. Kochanek, K. Z. Stanek, T. W.-S. Holoien: V-band photometry of asteroids from ASAS-SN. Finding asteroids with slow spin. In: Astronomy & Astrophysics. Band 654, A48, 2021, S. 1–11, doi:10.1051/0004-6361/202140759 (PDF; 1,16 MB).</ref>

Aus den Daten von ATLAS konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion noch einmal eine Rotationsperiode von 30,972 h bestimmt werden.<ref>J. Ďurech, M. Vávra, R. Vančo, N. Erasmus: Rotation Periods of Asteroids Determined With Bootstrap Convex Inversion From ATLAS Photometry. In: Frontiers in Astronomy and Space Sciences. Band 9, 2022, S. 1–7, doi:10.3389/fspas.2022.809771 (PDF; 1,01 MB).</ref> Im Jahr 2023 wurde aus photometrischen Messungen von Gaia DR3 erneut ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für eine Rotationsachse mit retrograder Rotation und einer Periode von 30,978 h berechnet.<ref>J. Ďurech, J. Hanuš: Reconstruction of asteroid spin states from Gaia DR3 photometry. In: Astronomy & Astrophysics. Band 675, A24, 2023, S. 1–13, doi:10.1051/0004-6361/202345889 (PDF; 32,9 MB).</ref>

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

<references />